The Project Gutenberg EBook of Der Weibsteufel, by Karl Schnherr

This eBook is for the use of anyone anywhere in the United States and most
other parts of the world at no cost and with almost no restrictions
whatsoever.  You may copy it, give it away or re-use it under the terms of
the Project Gutenberg License included with this eBook or online at
www.gutenberg.org.  If you are not located in the United States, you'll have
to check the laws of the country where you are located before using this ebook.

Title: Der Weibsteufel
       Drama in fnf Akten

Author: Karl Schnherr

Release Date: May 27, 2015 [EBook #49059]

Language: German

Character set encoding: ISO-8859-1

*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK DER WEIBSTEUFEL ***




Produced by Jana Srna, Alexander Bauer, Jens Sadowski, and
the Online Distributed Proofreading Team at
http://www.pgdp.net






                            Karl Schnherr
                           Der Weibsteufel




                           Der Weibsteufel


                       Drama in fnf Akten von
                            Karl Schnherr

                      Erstes bis drittes Tausend

              Leipzig * Verlag von L. Staackmann * 1914

                   Den Bhnen gegenber Manuskript.

         bersetzungsrecht fr alle Sprachen vorbehalten. Das
     Auffhrungsrecht ist nur durch den Verlag _L. Staackmann in
       Leipzig_, Hospitalstrae 10, Abteilung Bhnenvertrieb zu
                              erwerben.

              Copyright 1914 by L. Staackmann, Leipzig.




                              Personen:


                               Der Mann
                              Sein Weib
                        Ein junger Grenzjger

                       Schauplatz: Eine Stube.




                             Erster Akt.


   ^Mann und Weib sitzen am Tisch. Vor ihnen stehen zwei Glser mit
                                Wein.^

                                 Mann

   ^noch jung, aber krnklich und schwach; mit schtterem, rtlichem
   Haarflaum. Erhebt sich und nimmt das Glas zur Hand; schmunzelnd^

Weib. Was ist heut fr ein Tag?

                                 Weib

Heut vor sechs Jahren haben wir Hochzeit ghabt.

                                 Mann

Sto an mit mir. ^Stoen an.^ Weib, du sollst leben.

                                 Weib

                       ^sieht ihm in die Augen^

Und du nit minder. ^Trinken die Glser leer und kssen sich auf die
Wange.^

                             Mann ^froh^

Jetzt sag: Haben wir ein einzigsmal gstritten unter alle sechs Jahr?

                                 Weib

Wir sein immer gut auskommen. Ich wei von kein Streit. ^Rumt die
leeren Glser vom Tisch.^

                     Mann ^setzt sich und lacht^

Na also. Grad lachen mu ich, wenn ich zurckdenk, wie sich die Leut da
alle das Maul zerrissen haben: Du sollst mich nit nehmen. Und meine
eignen Brder gespottet und glacht: So ein blutschwaches Manndl und das
Weib dazu -- das geht nit gut aus. ^bermtig^ Wo sein sie jetzt alle --
die Prophezeier; die Schwarzseher?

                    Weib ^schlicht und warmherzig^

Grad weil du schwach bist; und ich hab gsehen, du brauchst wen; und man
kann dir was sein; grad deswegen hab i dich gnommen. ^Dann^ Weit, so
hab i dich wie ein hilfnotiges Kind, das man hten und pflegen und um
das man sich sorgen mu.

                     Mann ^stiller, nachdenklich^

Ja; so ein Krankensessel bin ich schon von kleinauf immer gwesen; ^sieht
nach dem Bild seiner Mutter an der Wand^ gelt, Mutter. ^Dann^ Aber dafr
bin ich schlau. ^Hat sich erhoben und verriegelt von innen die Tr.^
Zieh die Vorhng zu. ^Whrend das Weib dem Befehl nachkommt, zieht er
das Stehmesser aus der Hintertasche und hebt mit der Messerklinge ein
Dielenstck des Fubodens aus dem Falz. Holt aus der Hhlung in Papier
gewickelten Seidenstoff und Spitzen hervor; breitet beides vor dem Weib
auf dem Tische aus. Froh.^ He, Weib. Was sagst? Das ist fr dich. Gelt,
da schaust.

                          Weib ^voll Freude^

Ah, ist das eine Pracht. Die feinen Spitzen und die Seide. ^Probiert den
Seidenstoff als Schrze.^

                                 Mann

           ^beobachtet befriedigt des Weibes Tun; fr sich^

Da hat sie eine Freud, das Kind. ^Dann^ Gelt, Weib; Schmuggelwaar ist
feine Waar. Und Schmuggelwaar tragt Gold. ^Hat der Kommode einen groen
Lederbeutel mit groen^ ^Goldstcken entnommen, die er mit Wohlgefallen
auf dem Tisch Stck fr Stck nebeneinander zu legen beginnt.^ Da; und
da; und da; und da; den ganzen Tisch knnt ich pflastern mit Goldfchs.
Alles fr dich.

                                 Weib

           ^greift nach seinem Arm; mit leuchtenden Augen^

Wenn wir einmal das schne Haus am Marktplatz haben; mit der groen
Toreinfahrt und den gemalten Fensterbgen; und wenn ich dann am Sonntag
in Spitzen und mit einem seidenen Kittel in die Kirchen rausch -- ah.

                                 Mann

Da werden die Leut hinter uns die Muler aufsperren.

                                 Weib

                 ^wiegt den Lederbeutel in der Hand^

Wieviel fehlt denn noch zum Haus?

                                 Mann

              ^legt die Goldstcke wieder in den Beutel^

Es fehlt nimmer viel; noch ein paar gute Frachten und wir wren so weit.
^Verschliet den Beutel wieder in die Kommode.^

                                 Weib

    ^legt den Seidenstoff und die Spitzen wieder sorgsam zusammen^

Ist nit heut nacht wieder eine Schmugglfracht kommen?

                             Mann ^nickt^

Im Keller liegt sie; unter dem doppelten Boden; ^ist dem Weib beim
Glattrollen der Spitzen behilflich^ aber man kann nichts mehr
wegschaffen; nix mehr zu Gold machen; der neue Jger hat Augen, die
sehen durch Holz und Mauer.

                                 Weib

    ^hat Spitzen und Seidenstoff wieder in das Papier gewickelt.^

Streicht denn der Tag und Nacht um?

                                 Mann

So. Jetz legs nur wieder hinein. ^Weib legt das Paket in die
Dielenffnung, Mann pat das Dielenstck wieder auf die ffnung.^ Und
die Schmuggler wollen nichts mehr wagen; sie sagen, ich als der Hehler
htt leicht lachen hinter dem warmen Ofen daheim; aber sie mten es
ausfressen; sie sagen, der neue Jger haut und sticht und kennt kein
Pardon; und der lat sich auch nit abschmiern.

                                 Weib

Am End fat er uns auch noch.

                                 Mann

   ^hat sich vom Boden erhoben und tritt das eingepate Dielenstck mit
   den Fen fest. Zieht dann das Weib zu einer altertmlichen, groen,
                        gerumigen Truhe hin^

Jetz sag einmal: Seit wir Mann und Weib sein, haltst du die Truhe da
versperrt; kein Mensch wei, was drin ist.

                     Weib ^schroff abschneidend^

Mann, es ist gut; die Truhe la mir in Ruh.

                                 Mann

Aber die Truhe hetzt uns die Grenzjger auf den Hals.

                                 Weib

Wie das?

                                 Mann

Jeder Knecht und jeds Dienstmdl, das einmal bei uns gwesen ist, redt
von der Truhe im Dorf herum; da sei eine Heimlichkeit drin. Na, und da
spitzen die Grenzjger die Ohren. ^Dann^ Sie haben jetzt schon wieder
etwas Neus ausgetiftelt gegen mich.

                                 Weib

Was denn schon wieder?

                                 Mann

Weil ich ihnen zu schlau bin, und sie kommen mir nit an -- jetz wolln
sie dich dazu einspannen.

                                 Weib

Mich?

                                 Mann

Ja; dich -- gegen mich. I wei alls von einem, der selber dabei war; mit
einem Goldstckl hab ich ihm das Maul aufgsperrt. ^Setzt sich auf die
Truhe und zieht das Weib neben sich nieder. Dann^ Also gestern hat der
Kommandant die Jger alle zusammgetrommelt und gsagt: Ist keiner da,
der mir endlich einmal den Kapitalfuchs da oben fangt? Das wr nmlich
ich. Drauf sagen die Jger: Wir tun, was wir knnen; aber dem kommt man
nit an. Drauf sagt der Kommandant: Er soll ja ein saubers Weib daheim
haben. Himmelelement. Und ihr Jger alls jungfrische Kerl. Na also.
Warum steckt sich denn keiner hinter sie und macht sie ein bil verliebt
-- die Gans; bis sie zum Schnattern anfangt. ^Weib hat sich erhoben.^ So
ein Weib frit einem jungen Kerl ja bald aus der Hand; und dann erfahrt
man alls, was man wissen will. Na also: Wer wagts? Aber es ist
muselstill geblieben in der Wachstubn; keiner hat sich grhrt.

                                 Weib

Pfui Teufel. Ist das nit ein Spott und Schand, fr was der ein Weib
anschaut? Glaubs gern, da er zu so was keinen Jger findet. Der soll
sich schamen bis ins letzte Haar.

                             Mann ^ruhig^

Halt, bin noch nit fertig. ^Fhrt fort.^ Wie der Kommandant sieht, es
will keiner dran, hat er noch ein Draufgab geben: Jger, sagt er, wer
mir den Fuchs da oben fangt, da man ihm sein Hehlerei beweisen kann --
der avanciert. -- Ist noch keiner da, ders wagt? ^Dann^ Und jetzt ist
einer vor und schreit: Hier.

                                 Weib

Wer?

                                 Mann

Der neue Jger. Der Wachtmeister fragt ihn noch: Du blutjunger Jger.
Bist du bei den Weibern schon so gut beschlagen? -- Drauf hat der
gsagt: Hab noch mit keiner was zu tun gehabt; aber so ein Weib ein
bissel karessieren, das wird doch kein Kunst sein. Und avancieren ist
auch kein Dreck.

                                 Weib

Du Hund.

                                 Mann

    ^hat inzwischen die verschlossene Tre wieder aufgeriegelt und
   schiebt die Vorhnge an den Fenstern zurck; sieht wie ungefhr
                  durch das Fenster; dann pltzlich^

Weib, dort; schau. ^Weib ist ans Fenster geeilt^ Siehst ihn? ber den
Bergsteig kommt er; gradwegs auf unser Haus zu.

                                 Weib

                 ^sieht hinter dem Fenster scharf zu^

Hund, verruchter. Komm mir nur. Dir fahr ich an die Gurgel.

                   Mann ^tritt vom Fenster zurck^

Was httst davon? Der schlenkert dich weg, wie eine Fliegn.

                                 Weib

Wir schlagen ihm die Haustr vor der Nasen zu. ^Will ab.^

                    Mann ^hlt sie am Arm zurck^

Natrlich. Da wir gleich sein Verdacht aufriegeln. Dann sucht er uns
auf der Stell das ganze Haus von oben bis unten ab und findet am End die
ganze Fracht. Dann adje, Haus am Marktplatz, mit den gemalten
Fensterbgen. ^Zieht sie ganz zu sich heran^ Weib. Schlau mu man sein:
Wenn uns einer eine Grube grabt, dann mssen wir gegengraben.

                                 Weib

Was willst damit sagen?

                                 Mann

Wenn er _dich_ fangen will -- fang ihn du. Wirf ihm ein Hlzl; stell ihm
ein Bein. Tu ihm auch ein bissel schn; halt ihn solang in der Stube,
bis ich mit meinen Helfern die ganze Fracht aus dem Keller hab; solang
er da in meiner Stube sitzt, wei ich, er kann mit seinem Fernglas nit
irgendwo hinter einem Baum oder Stein versteckt hocken und von der
Weiten mein Haus abspekulieren.

                                 Weib

             ^starrt den Mann mit weit offenen Augen an^

Aber Mann, was fallt dir denn ein? Ich so was. Ist das dein Ernst?

                  Mann ^klopft ihr auf die Schulter^

Weib. Schlau mu man sein.

                      Weib ^strubt sich heftig^

Na. Bitt dich, Mann. Stell mich zu so was nit an. Was fallt dir denn
ein? Da mt ich ja schon ganz ausgschamt sein.

                          Mann ^ungeduldig^

Herrgott noch einmal; brauchst ja nur dazusitzen und ein bissel das Maul
verziehen, wenn er was sagt. Und la nur die Augen ein bissel spielen;
du hast ja ein Paar gute Augen; nu, wie man halt so einen Gimpel lockt;
das hat doch jeds Weib am klein Finger.

                                 Weib

Aber Mann, i bitt dich, Mann; das kann doch nit dein Ernst sein.

                         Mann ^abschneidend^

Still jetzt. Er kommt schon. ^Flstert ihr zu^ Denk an das Haus am
Marktplatz; Spitzen und Seide; es gschieht ja alls nur fr dich.

                      Jger ^tritt in die Stube^

Guten Tag um und um.

                                 Mann

Auch soviel. ^Dann^ Schau, Weib, wer da ist. ^Zum Jger^ Sind Sies oder
nit: Der neue Jger von der Grenz?

                                Jger

Ja, der bin ich. ^Sieht sich sphend in der Stube um und fat das Weib
fest ins Auge, zum Mann^ Sie hausen da herobn wie in einem Geiernest;
ganz weg von den Leuten.

                                 Mann

Ja. Man lat sich nit gern bei jedem Lffl voll Suppn ins Maul schauen.
Wir wollen aber doch bald ins Tal ziehen, wenn sichs machen lat; gelt,
Weib. ^Dann^ Herr Jger, womit kann man dienen?

                   Jger ^behlt das Weib im Auge^

Es ist mehr Weibssach: Bin da drunten an einer Stauden hngen blieben
und hab mir den rmel aufgrissen.

                                 Mann

   ^wirft dem Weib einen verstohlenen Blick zu; besieht den rmel^

Hm, da sein Sie aber ordentlich hngen blieben. Schaut aus, wie mit dem
Messer gschnitten. ^Zum Weib^ Weib. Gleich hol das Nhzeug und flick den
Herr Jger wieder schn zusamm.

                                 Weib

   ^holt zgernd widerwillig das Nhkrbchen, wobei ihr der Jger mit
                          den Augen folgt.^

                                 Mann

   ^wirft dem Weib, das das Nhzeug auf den Tisch gestellt hat, einen
                        vielsagenden Blick zu^

Weib; nh aber gut und fein, da man nichts merkt. ^Geht der Eingangtre
zu.^

          Weib ^wie von pltzlicher Angst befallen, flehend^

Mann, bleib da. ^Der Tre zu^ Oder wart, i geh auch.

                  Mann ^ihr zublinzelnd, rgerlich^

Sei nit so kindisch. La den Jger nit warten; der hat noch andere
Sachen zu tun. Bin gleich wieder da. ^Eingangtr ab.^

                                 Weib

   ^setzt sich widerwillig an den Tisch und nimmt Nadel und Faden zur
                      Hand; unwillig zum Jger^

So ziehen Sie also frisch Ihren Rock aus.

                                Jger

Bin im Dienst. Mein Rock und Seitengwehr tu ich nit ab. Da mssen wir
schon zusammenrucken. ^Rckt sich neben dem Weib einen Stuhl zurecht und
setzt sich; legt seinen schweren Arm mit dem zerrissenen rmel auf den
Tisch.^

                                 Weib

              ^mit den Jger mit einem scharfen Blick^

                                Jger

           ^von dem Blick befangen und verwirrt, fr sich^

Teufel. Die hat Augen mit Widerhakn. ^Dann unschlssig^ berhaupt, der
Ri da. Knnts ja auch gut sein lassen. ^Erhebt sich halb zum Gehen.^

                                 Weib

Jetzt hab ich schon eingfdelt.

                           Jger ^zgernd^

Na also, gut; wenn schon eingfdelt ist. Aber bitt, nur vorwrts. Ich
will wieder fort. ^Whrend das Weib zu nhen beginnt, mit erzwungenem
Lachen^ Sie tun ja grad, als ob Sie sich da frchtn tten mit mir
allein.

                            Weib ^trocken^

Ich?

                                Jger

Na, ich vielleicht? ^Macht sich stramm; lachend^ Ich schreib mich nit
Frchter.

                             Weib ^nht^

Ja, die Leut reden schon davon, Sie seien ganz ein Harter im Dienst.

                                Jger

Kann schon sein.

                                 Weib

Aber Sterndl seh ich noch keins an Ihrem Kragen.

                                Jger

Wird schon kommen.

                             Weib ^nht^

Na ja; wenn man jung und strebsam ist wie Sie, da kanns nit fehlen.
^Pltzlich innehaltend^ Herrgott; unter dem rmel gehts hin und her, wie
gespannte Strick.

                                Jger

Naja. Muskeln haben wir schon, Gott sei Dank.

                        Weib ^befhlt den Arm^

Na, hren Sie; wenn man da hingreift -- das ist grad, als wenn alls voll
steinerne Mus durcheinand hupfen tten; ^befhlt wieder den Arm^ Brrr;
es ist ganz gruslig.

                            Jger ^lacht^

So greifen Sie halt nit hin.

                                 Weib

              ^nimmt die Nharbeit am rmel wieder auf^

Mit zwei solche Arm knnen Sie freilich leicht den wilden Grenzjger
spielen. ^Dann^ Na ja; bis Sie einmal Weib und Kinder haben, dann werden
Sie schon zahm werdn.

                                Jger

    ^besonders energisch, als wollte er sich gegen sich selbst in
                            Schutz nehmen^

Mir hat noch keine warm gmacht.

                                 Weib

                  ^sieht ihn spttisch lchelnd an^

Nur nix verreden. Sie sein noch jung gnug; Sie wird bald eine auf der
Leimrutn habn.

                            Jger ^lacht^

Etwa Sie vielleicht?

                           Weib ^scherzend^

O, ich geh nit aufs Fischen aus; dank, ich bin schon bemannt.

                            Jger ^spat^

Schad; htts vllig ein bissel scharf auf Sie.

                        Weib ^nhend; lacht.^

Ja, da sein Sie zu spt. Da kann man nichts machen.

                                Jger

Sie sagen: Bemannt. Hm. ^Hlt wie spottend die Hand ans Ohr als wollte
er lauschen; dann^ I hr aber keine Kinder schreien.

                                 Weib

         ^gibt es einen Ruck. Dann sich zum Lcheln zwingend^

Meinen Sie etwa, wir knnten nit gnug Kinder haben, wenn wir mchtn?
Weil wir keine haben wolln -- drum hrn Sie keine schreien.
^Achselzuckend^ Was htt man weiter von so ein paar Fratzen. Nehmen
einem Weib grad noch das bissel Schnheit weg.

                                Jger

Pfui; ein schieche Red das, fr ein Weib. Da wr ich anders.

                                 Weib

Na, wie wren denn Sie?

                                Jger

Ah ja; wenn ich oft so allein auf Posten sitz, oder nachts auf der
Pritschen lieg -- da mal ich mirs oft so aus, wie ich einmal als
verheirater Wachtmeister neben meinem Weib gemtlich in der Stube sitz
und mein lange Pfeifn rauch; ^lachend^ und so ein kleiner Reiteufel
rutscht mir auf dem Knie herum, und langt mit seine Batschhanderln nach
den weien Sterndln an mein Blusenkragen. ^Lacht.^

                           Weib ^rgerlich^

Ah was. Jetz hren Sie einmal auf zu schnattern. Und halten Sie sich
ruhig. Wie soll ich denn da nhn?

                                Jger

No, no. ^Dann das Weib betrachtend^ Aber viel schner sein Sie, wenn Sie
so ein bissel in die Rasch kommen. Da kriegen die Augn so ein Funkel;
das gfallt mir. ^Will sie in die Wange kneipen.^

                                 Weib

Rhren Sie mich nit an. ^Holt zum Schlag aus.^

                                Jger

   ^fngt ihren Arm lchelnd auf und hlt ihn fest; wie zu einem Kind^

Halt; nit schlagen. ^Drckt ihren Arm langsam herunter; ganz gemtlich^
Schlagen leid ich nit. ^Lt ihren Arm los.^

                                 Weib

Jesus, hat der einen Griff. ^Reibt sich den Arm^ Der Arm ist ganz lahm.
^Setzt sich wieder^ Jetz geben Sie Ihren rmel her, da ich fertig werd.
^Jger setzt sich wieder neben sie^ Bin froh, wenn Sie bald weiter
kommen. ^Nht.^

                            Jger ^lacht^

Da haben Sies halt bei Ihrem Mannl gut; was? Bei dem gschieht Ihnen nit
weh.

                             Weib ^nht^

Warum?

                                Jger

Weil er nix wert ist; das sieht man ihm doch bers Gwand her an. Der ist
ja nur so ein Schneider.

                                 Weib

Er sagt schon allweil, seine Brder htten der Mutter die ganze Kraft
ausgsutzelt; ihn hat sie gar nimmer selber stillen knnen; er ist mit
der Saugflaschn aufzogen.

                            Jger ^lacht^

Na also; haben Sie halt so ein Saugflaschen-Manndl.

                                 Weib

Jetz fangen Sie mir noch an, ber mein Mann schimpfen, ja? Da knnen Sie
zehnmal der Strkere sein; deswegen steckt Sie der Meinige noch zehnmal
in Sack; ^spottend^ Sie Grenzjger -- Sie schlauer; der das Gras wachsen
hrt. ^Nht.^

                                Jger

Au. Jetzt haben Sie mich gstochen.

                            Weib ^trocken^

So? Ich hab mir denkt, so ein Kraftmensch sprt das gar nit. ^Dann
befehlend^ Halten Sie sich still. Oder i stich Sie gleich wieder.

                                Jger

                      ^geht auf den Scherz ein^

Ich bin schon muselstill.

                                 Weib

                      ^mit aufblitzenden Augen^

Ah. Sehen Sie -- mit Ihrer Kraft. Und mssen doch parieren; vor einem
Weib. ^Sieht ihn an.^

                                Jger

                     ^pltzlich ernst, befangen^

Was schauen Sie mich denn so an?

                             Weib ^nht^

Ich schau halt, wie ich schau.

                                Jger

         ^ungeduldig; wie von einer geheimen Angst befallen^

Sein Sie bald fertig?

                                 Weib

Gleich sein wir so weit. ^Ist mit dem Nhen eben zu Ende gekommen^ Nur
zuerst noch einen Knopf machen. ^Beit den Faden ab^ So. Jetzt sein Sie
wieder ganz. ^Hat sich eben so wie der Jger erhoben.^

                                Jger

Also. Was bin ich denn schuldig?

                                 Weib

                 ^mit heuchlerischem Augenaufschlag^

Das Wiederkommen.

                                Jger

       ^streift sich die Bluse zurecht; fr sich, schmunzelnd^

Aha; mir scheint, die brandelt schon. ^Seine Augen bleiben, wie schon
frher whrend der Nharbeit des Weibes fters, wieder an der
altertmlichen Truhe haften; tritt nher an die Truhe heran^ Eine schne
Truhe haben Sie da.

                           Weib ^fr sich^

Aha. Er tappt schon auf die Truhe. ^Zum Jger^ Ja. Hab sie als
Heiratsgut mitkriegt.

                           Jger ^lauernd^

Was ist drin?

                                 Weib

Was stehn Sie denn jetzt noch da herum? Ich hab gmeint, Sie habn es so
eilig.

                                Jger

                 ^versucht den Truhendeckel zu heben^

Aha; zugsperrt.

                            Weib ^trocken^

Ja. Und den Schlssel hab ich in Bach gworfen.

                                Jger

So. Hm. ^Setzt sich rittlings auf die Truhe^ Da sitzt sichs ganz gut.
^Sieht vor sich hin, als berlege er, was zu tun sei. Trommelt mit den
Fingern auf dem Deckel einen krftigen Marsch.^

                            Weib ^hhnend^

Da knnen Sie lang klopfen; sagt niemand herein.

                         Jger ^aufbrausend^

Ah, wenns auf das geht; Eingang verschaff i mir schon. Der Deckel ist
mir nit zuviel. ^Schlgt mit einem wuchtigen Fausthieb den Truhendeckel
entzwei. Greift rasch mit gieriger Hast durch die ffnung in die Tiefe
der Truhe, um nach verbotener Ware zu fahnden. Zieht endlich ein
Kleinkinderhubchen und eine Kinderfasche hervor; besieht die
Gegenstnde; enttuscht^ Ein Kinderhubl; und eine Fatschn; und
Spinnwebn drum herum; das ist alls.

                                 Weib

^das ganz perplex ber den Vorgang dagestanden ist, springt auf den
Jger zu, reit ihm wortlos die Gegenstnde aus der Hand und versperrt
sie hastig, wie, um sie profanen Blicken zu entziehen, im Stehkasten;
zieht den Schlssel ab und steckt ihn zu sich; lehnt sich tief atmend an
die Kastentre; zornbebend^ Den Truhendeckl werden Sie mir noch zahlen;
ich steh Ihnen gut; und wenn Ihre ganze Monatslhnung draufgeht.

                                Jger

^steht bei der Truhe und sieht das Weib an; dann in echtem Ton^ Sie sein
auch ein armer Teufel da heroben. Das steht.

                                 Weib

    ^schaut auf; beit sich auf die Lippen. Dann hart auflachend^

Ich? Wer sagt Ihnen das?

                                Jger

Es ist einmal so.

                                 Weib

   ^pltzlich ein paar Schritte auf den Jger zu; innerlich erregt^

Aber niemandem sagen das -- von dem Kinderhubl und der Fatschn; hrn
Sie. Meinem Mann auch nit, hrn Sie. Er tt sich nur krnken. ^Dann^ Ich
hr ihn schon kommen.

                        Jger ^sich umsehend^

Wo kann i mich denn verstecken?

                           Weib ^erstaunt^

Warum verstecken?

                   Jger ^stiert das Weib wirr an^

Was? ^Fhrt sich wie benommen ber die Stirn; gezwungen lachend^ Was
schwatz ich da zusamm. Unsinn. ^Versucht sich stramm zu machen^ Ah was.
Ein rechter Grenzjger mu man sein. Alls andere hol die Katz. ^Rckt
Riemen und Seitengewehr zurecht; macht sich zum Gehen fertig.^

                                 Mann

^kommt aufgerumt durch die Eingangtre. Verschmitzt, mit leisem Hohn^
Gehn Sie schon, Herr Jger? Aber Sie suchen uns doch wieder einmal heim,
was?

                                Jger

Hab nix zu suchen in dem Fuchsloch da. ^Zerstreut, wie benommen^ Adje
allseits. ^Ab.^

                                 Mann

         ^wartet, bis der Jger das Haus verlassen hat; dann^

Bravo. Gut hast ihn hinghalten. ^Schlgt eine Lache auf^ Hahaha.
Whrenddem er da bei dir gehockt ist, haben meine Helfer die ganze
Schmuggelfracht ihm unter dem Sitzfleisch wegzogen. Bis auf dein Stckel
da drin ^trippelt mit den Fen auf dem versetzbaren Dielenstck herum^
ist jetzt alls aus dem Haus; an die Kundschaften unterwegs. Weib, es
kommt wieder Gold. ^Schlgt die Fe aneinander^ Aber kalte F hab ich
jetz kriegt, von dem Herumstehn im Keller.

                                 Weib

    ^das ans Fenster getreten ist, sich vom Fenster wendend. Dnn^

Mut halt bald schlafen gehn. Ich fll dir dann gleich eine Wrmflaschn
fr die F; sonst kriegst wieder dein Katarrh. ^Seufzend^ Und der
dauert dann immer so lang.

                                 Mann

                  ^ist der Truhe ansichtig geworden^

Was ist denn da gschehen?

                                 Weib

Na ja; der Jger.

                            Mann ^hastig^

Na also; was hab ich gsagt? Auf die Truhe haben sie es alle scharf.
^Fhrt mit dem Arm neugierig durch die ffnung und tastet in der Tiefe
herum; dann ganz enttuscht die leere Hand herausziehend; sieht das Weib
an^ Was hast denn jetz da die ganzen Jahr her immer fr ein Wesen gmacht
mit der Truhe? Da ist ja nix drin -- ^besieht die Hand^ als Spinnwebn.

                                 Weib

Na ja.

                                 Mann

                ^reinigt die Hand von dem Spinngewebe^

berhaupt. Wo hat denn der einen Hammer oder eine Hackn hergnommen?

                         Weib ^lacht trocken^

Der -- eine Hackn? Mit der bloen Faust hat er draufghaut; dann sein die
Spelten gflogen. ^Mann starrt das Weib an^ Gelt, Mannl; da schaust. ^In
bewunderndem Ton^ Ja, der Jger hat Holz bei der Wand.

                                 Mann

             ^starrt schmerzlich wehmtig auf die Truhe^

Meine Brder, drunten im Tal: der Schmied und der Schlosser und der
Binder -- sein auch nit schlecht beim Zuschlagen; ^schmerzlich^ nur ich
kann nit einmal an Brennspan ber dem Knie abbrechen.

                                 Weib

Mach dir nix draus. Wenn du auch keine Bum ausreiest -- aber dafr
bist schlau.

                    Mann ^wird wieder aufgerumt^

Und grad die Kraftlackl -- das sein die Dummen. Hab ich nit recht?

                                 Weib

Ja, die gehn leicht auf den Leim.

                                 Mann

Hast ihn schon ein bissel eingfdelt?

                                 Weib

                   ^macht sich zaghaft und mutlos^

Ach, du mein Gott. I hab kein Gschick zu so was.

                           Mann ^rgerlich^

Jetz hr mir aber auf. So einen Lackl dann und wann auf ein Stndl in
der Stube da verhalten -- das trifft doch jedes Weib also blinder.

                                 Weib

Also gut. Wenn du schon meinst, dann will ichs probieren.

                             Mann ^froh^

So oft er sich da versitzt, werden drauen die Schmuggler lebendig; und
blht unser Weizen. Dann ist das Haus am Marktplatz nimmer weit.

                                 Weib

Ah. Da wird dann mein seidener Kittel rauschen, wenn ich am Sonntag zur
Kirchen geh.

                                 Mann

Und meine fleischklotzigen Brder -- ah; der Neid mu sie noch alle
fressen: Ich, der Schwchste, das schnste Haus und das schnste Weib.
^Fat das Weib und beginnt mit ihr in der Stube herumzutanzen^
Hopstrallala. Hopstrallala.

                                 Weib

    ^hlt nach einigen Schritten inne und macht sich von ihm los^

Halt, Mann; jetz ists schon gnug. Sonst hast gleich wieder kein Atem
mehr. ^Geleitet ihn zu einem Sitz und drckt ihn darauf nieder^ So. Mut
immer bedenken: Du bist nit so ein dummer Kraftlackl, wie der Jger.




                             Zweiter Akt.


                                 Weib

   ^steht vor dem Spiegel und schmckt sich; wendet sich nach dem Manne
                                 um^

Mann. Steht mir die Masche gut?

                                 Mann

                 ^mustert das Weib mit Wohlgefallen^

Gar seitdem du jetz noch ein bissel mehr auf dich haltst, wirst mit
jedem Tag schner.

                    Weib ^befriedigt schmunzelnd^

Ja; mir kommt schon selber vor, ich steig jetzt erst so langsam in Saft.
^Beginnt vor dem Spiegel sorgsam ihr Haar zu ordnen.^

                                 Mann

           ^hinter ihr stehend, sieht ihr mit Gefallen zu^

Und der Hals, so wei und frisch; grad zum Dreinbeien. ^Tippt mit den
Fingern liebkosend ihren freien Hals.^

                                 Weib

       ^lacht gekitzelt und schttelt sich zugleich frstelnd^

Uh; deine Finger haben eine Klte. ^Dann^ Ja, sag nur, Mann: Hast du
schon bald gar keinen Tropfen warmes Blut mehr im Leib? ^Wendet sich vom
Spiegel ab zu ihm.^ Stehn mir die Haar so gut?

                     Mann ^winkt verdrielich ab^

Was nutzt dein ganzer Aufputz; der Fuchs geht uns ja doch nit ins Eisen.
^Dann zum Weib, das sich lngst^ ^wieder dem Spiegel zugewendet hat^ Wie
lang ists her, seit du ihm den Ri an der Bluse gflickt hast? Gwi schon
eine Woche.

                                 Weib

                      ^wendet sich um. Unwirsch^

Was wei denn ich? Meinst, i schreib mir das auf?

                                 Mann

Und er ist seitdem nit wiederkommen?

                                 Weib

Wenn er nit gern kommt, soll ers bleiben lassen. Ich hab ihn nit grufen.
^Wendet sich wieder zum Spiegel und ordnet ihr Haar.^

                                 Mann

Jetzt wird er schon wieder Tag und Nacht auf der Grenzwach hocken.
^Aufgebracht, vor der Truhe^ Nit einmal den Truhendeckl hat er noch
gezahlt. Kerl, der.

                        Weib ^vor dem Spiegel^

Hol mir den Steckkamm. In der Schlafkammer liegt er; auf dem kleinen
Tisch.

                           Mann ^seufzend^

Ja, ja, Weib; wir zwei und das Haus am Marktplatz kommen auch sobald nit
zusammen. ^Geht durch die Nebentr ab, die er hinter sich halb offen
lt.^

                                 Weib

          ^vor dem Spiegel beschftigt, zuversichtlich froh^

Ja, mein lieber Jger; geschlagene vier Tag ists jetzt schon her; und du
bist seitdem nit wiederkommen. ^Befriedigt^ Aber gestern in der
schlafenden Nacht hats dich doch zum Haus herzogen, wie die Muggen zum
Licht. Hab dich ganz deutlich gsehen hinter dem alten Holunderbaum; und
wie ein verliebter Kater zu meinem Schlafkammerfenster hinaufgschaut.
^Frohlockend^ Jgerle. Ich mein, ich mein -- du hngst schon mit einem
Bratzl; auf der Leimrutn.

                                 Mann

   ^kommt aus der Nebentr und reicht ihr den Kamm, den sich das Weib
               vor dem Spiegel sorgsam ins Haar steckt^

Was ich noch sagen will; hab dir heut in der Frh nit gleich Angst
machen wollen: In der Nacht bin ich aufgwacht und hab lang nimmer
einschlafen knnen; steh ich auf und schau zum Fenster hinaus; weit,
wen i da gsehn hab?

                                 Weib

       ^hat den Kamm aufgesteckt; wendet sich hastig zum Mann^

Wen?

                                 Mann

Den Jger. Und wie er meinen Kopf am Fenster sieht -- auf und davon wie
ein Gspenst.

                                 Weib

La dich nit auslachen. Das hast getrumt.

                                 Mann

So wach bin ich gwesen, wie jetzt. Und hab ihn im Mondschein gut
ausgnommen.

                           Weib ^winkt ab^

Aber geh. Da hast etwa wieder einmal von deine kalten F her ein bissel
Fieber ghabt. ^Dann^ Was sollt denn der Jger bei stockgschlagner Nacht
an unserm Haus herum zu tun haben.

                          Mann ^verwundert^

Da fragst noch? ^Dann^ Spionieren. Damit er uns endlich fassen kann. Er
will sich doch an uns zwei ein Sterndl verdienen.

                                 Weib

       ^steht ganz verdutzt mit offenem Munde da; vor sich hin^

Auf das hab ich gar nit denkt. ^Dann^ Mann. Am End hast doch recht.
^Nachdenklich vor sich hin^ Und er ist nur _deswegen_ ums Haus
herumgschlichen.

                                 Mann

                    ^sieht das Weib verwundert an^

Ja, wegen was denn sonst? Was hast denn du gmeint?

                        Weib ^etwas unwirsch^

Ich? Was soll ich denn gmeint haben? Nix hab ich gmeint. ^Dann erbost^
Wart nur, Kerl: Dir wird man schon noch das Sterndl geben. ^Auf den Mann
zu^ Mann. Den fang i dir noch; an der Angel mu er hngen, wie ein
dummer Karpf. Dir wird man schon geben, den Weiberfang. ^Ballt die
Faust^ Am liebsten mcht ich ihn soweit bringen, da er gar kein Jger
mehr sein knnt und ganz weg mt aus dem Dienst. Dann htt er sein
Sterndl. ^Tritt erregt ans Fenster.^

                                 Mann

Das wr freilich das allerbeste: Wenn die Katz aus dem Haus wr, dann
htten die Mus Kirchtag. ^Seufzend^ Aber was nutzt das alls; er geht
uns nimmer zu. Der hat den Braten schon grochen.

                   Weib ^pltzlich vom Fenster her^

Du. Dort geht er ja; mit Stiefel und Sporn.

                                 Mann

          ^ist ans Fenster geeilt; sieht nach der Richtung^

Ja; im vollen Dienst auf dem Weg zur Grenzmark. Er schaut nit rechts und
nit links. ^Wendet sich enttuscht vom Fenster ab.^

                                 Weib

   ^das nach dem Jger sphend am Fenster steht; pltzlich sich nach
                          dem Manne wendend^

Jetz bleibt er stehn; ^zieht den Mann ans Fenster und zeigt, hinter ihm
stehend, nach der Richtung^ siehst ihn? Dort, wo der Weg zu unserm Haus
abbiegt. ^Zieht ihn pltzlich vom Fenster ab^ Geh zurck; er schaut her.
^Nachdem sie einen Augenblick in gedeckter Stellung ausgespht hat,
enttuscht^ Er geht schon wieder weiter. ^Tritt vom Fenster zurck.^

                                 Mann

          ^der sphend am Fenster geblieben ist, pltzlich^

Halt. Er macht wieder Kehrtum. ^Zum Weib, das wieder ans Fenster eilt^
Dort steht er wieder am Wegbug. Siehst ihn?

                        Weib ^scharf zusehend^

Jetz reits ihn. ^Dann in froher Erregung ihre Finger in den Arm des
Mannes krallend^ Er biegt ein. Direkt auf unser Haus zu. ^Vom Fenster
zurck. Streicht sich die Frisur zurecht; wirft einen Blick in den
Spiegel.^

                                 Mann

   ^am Fenster, das Nherkommen des Jgers verfolgend; mit grimmiger
                                Lust^

Jetzt Karpf, bei an. ^Auf das Weib deutend^ Da ist der Anbi.

                          Weib ^am Fenster^

Jgerle, komm. ^Wie man einen Vogel lockt^ Ziwui, ziwui. Komm nur, mein
Gimperl; du hngst bald im Netz. ^Unwirsch zum Mann^ Jetz geh. La mich
allein. Oder fang dir ihn selber.

                                 Mann

I geh schon. ^Auf dem Weg zur Eingangtre.^

                  Weib ^dirigiert ihn zur Nebentr^

Da geh; und dann hinten aus; sonst begegnest ihm.

                                 Mann

             ^an der Nebentr sich noch einmal umwendend^

Weib; schn bist.

                       Weib ^kalt, ungeduldig^

Ist schon gut. Geh nur. ^Schliet hinter dem Manne die Nebentr. Nimmt
ihr Strickzeug zur Hand und setzt sich.^

                                Jger

   ^kommt durch die Eingangtr, bleibt einen Augenblick unsicher in der
               offenen Tr stehen; dann sich strammend^

Ein guten Tag.

                                 Weib

            ^stellt sich erschrocken, fhrt vom Sitz auf^

Gott steh mir bei, ein Mannsbild. ^Stellt sich, als erkenne sie ihn
nicht^ Wer sein denn Sie? ^Fat ihn nher ins Auge; dann spottend^ Hab
einmal so einem jungen Grasteufel sein Rockrmel ausgflickt; der hat
Ihnen hnlich gschaut. ^Dann^ Oder sind Sies am End selber? Na hren
Sie: Leben Sie noch? ^Setzt sich und strickt.^

                      Jger ^ist nher getreten^

Warum lauft denn Ihr Mann immer davon, wenn ich komm? Grad hab ich ihn
wieder da hinten hinauspfitschen sehen.

                                 Weib

Oh, der ist nit eiferschtig. ^Dann trocken^ Womit kann man dienen, Herr
Jger?

                                Jger

   ^ganz in dem Anblick des Weibes versunken, berhrt die Frage; vor
                              sich hin^

Heut ist sie noch viel schner.

                           Weib ^strickend^

Jetz wei ich noch immer nit, was Sie da wollen.

                                Jger

          ^fhrt wie aus dem Traum; greift sich an den Kopf^

Ah ja so. Ja. Na, was werd ich denn wollen. Den Truhendeckl zahlen.

                                 Weib

Oh, wegen dem Truhendeckl lassen Sie sich nur kein graus Haar wachsen;
wir zwei kommen schon noch zum Abrechnen, Herr Jger. ^Dann ihm neben
sich Platz machend^ Nehmen Sie ein bissel Platz; tun Sie uns nit den
Schlaf austragen.

                        Jger ^bleibt stehen^

Hab keine Zeit; bin im Dienst. ^Dann^ Hab neulich schon vom Kommandant
meinen Rffel kriegt, den ersten. Weil i mich bei Ihnen verhockt hab.

                            Weib ^strickt^

Uje. Dann werd ich jetzt bei Ihnen wohl ganz ausgspielt haben: Das
vergit einem ein richtiger Grenzjger nie mehr, wenn ihm auf so dumme
Weis vielleicht ein wichtiger Fang auskommt. ^Dann lachend^ Wenn Sie
erst einmal eine richtige Liebschaft httn -- wie schauets etwa da erst
aus mit dem Dienst? ^Sieht ihn an.^

                          Jger ^fhrt auf^

Meinen Sie denn, ich bin ein Weiberlapp?

                                 Weib

Sagen Sie einmal, Herr Jger: so ein Rffel -- das mu nit gar fein
sein, was?

                                Jger

Ich glaubs: Dastehn mssen mit einem brennroten Kopf und man darf sich
nit mucksen.

                                 Weib

   ^legt die Strickerei in den Scho; blinzelt mit halbgeschlossenen
                         Augen den Jger an^

Na, so haben Sies halt mir zulieb glitten -- was?

                     Jger ^beinahe erschrocken^

Ihnen zulieb? Was reden Sie da; und auerdem sein Sie ja ein verheirates
Weib.

                                 Weib

            ^ungehalten, nimmt die Strickerei wieder auf^

Na, jetzt kanzeln Sie mich etwa noch ab, ja? Es geht einem wohl fter
der Schnabl durch; das hab ich nit gwut, da Sie jedes Wort gleich auf
die Goldwag legen. ^Sieht den Jger fest an; gedehnt, in beinahe
drohendem Ton^ Sie brchten es ja gar bald heraus, als wenn ich verliebt
wr in Sie.

                                Jger

                 ^hlt den Blick nicht aus, polternd^

Euch Weibern soll der Teufel was zulieb tun.

                                 Weib

Oh. Es wird ber Sie schon auch einmal kommen; auf so einen jungen
Kraftkerl gehn ja die Weibsleut los, wie die Fliegn auf den Zucker.
^Sieht ihn an^ Aber dann Gnadgott; ich mein, bei Ihnen gehts grob her.
^In wohligem Erschauern^ Hu. Mich beutelts.

                                Jger

Dann ists ja nur _mein_ Sach; deswegen brauchts ja _Sie_ nit zu beuteln.
^Dann^ berhaupt; was steh ich da. Ich hab mein Dienst. ^Will ab.^

                       Weib ^sitzt und strickt^

Wissen Sie, da Sie mir da neulich blaue Fleck aufdruckt haben?

                         Jger ^kommt nher^

Ich? Wo?

                                 Weib

   ^legt die Strickerei in den Scho; streift sich den rmel weit ber
     den Ellbogen hinauf und weist ihren schnen runden Arm vor^

Da, wenn Sies nit glauben. Heut noch sieht man Ihre Fingermal. Und wie
das brennt.

Jger ^ist herzugekommen und besieht mit begehrlichen Augen den Arm^

Meiner Seel, ja; es ist wahr.

                                 Weib

Und wie i mich nachts beim Schlafengehn wenden und drehn mu vor meinem
Mann, da er nur die Tapper am Arm nit sieht; sonst gbs Feuer am Dach.

                                Jger

                   ^mit verchtlicher Handbewegung^

Awas, der. ^Dann^ Eine Haut habn Sie, grad wie Sammet. ^Beginnt ihren
Arm mit schchterner tppischer Zrtlichkeit zu streicheln^ Das lat
sich fein angreifen.

               Weib ^lt ihn kokett lchelnd gewhren^

Ah, da schau her; jetz hab ich immer gmeint, der Jger kann nur so grob
zutappen. ^Ganz verwundert^ Und jetz kann der fein streicheln auch. ^Mit
halbgeschlossenen Augen^ Ah, das tut wohl gegen das Brennen.

                    Jger ^vor Erregung stotternd^

Ich kann schon ein bissel blasen auch, wenns brennt.

   ^Nhert seinen Mund ihrem Arm und blst auf die Stelle; drckt dann
              seine Lippe flchtig scheu auf die Stelle^

               Weib ^zieht ungehalten ihren Arm zurck^

Sie. Was glauben denn Sie. Mudeln Sie wen andern ab; ich bin ein
verheirats Weib. ^Streift sich den rmel herunter; drohend^ Gleich ruf
ich mein Mann.

                   Jger ^mit rotem Kopf; spottend^

Da frcht i mich aber, wenn der Herkules kommt. ^Lacht^ Ist er
eiferschtig, der Schneider?

                                 Weib

            ^hat wieder das Strickzeug zur Hand genommen^

Sonst schon; aber auf Sie nit. Das wei er schon, da ich von Ihnen
nichts haben will.

                            Jger ^erbost^

Will ich vielleicht von Ihnen was? Sie wrn die Letzte, von der ich was
mcht.

                             Weib ^ruhig^

Wenn der Traubstock zu hoch ist, dann sagt der Fuchs: I mag keine
Trauben.

                      Jger ^in zornigem Spott^

So hat die Fuchsin neulich auch gsagt: Wir haben keine Kinder, weil wir
keine haben wollen. Und in der Truhe schon brav fleiig das Hubl und
die Fatsche vorgrichtet; da nur alles gleich da ist, wenn etwas kommt.
^Schlgt eine Lache auf^ Aber es ist halt nix kommen.

                                 Weib

              ^zu innerst getroffen gegen den Jger auf^

Sie, Kerl; Sie ganz brutaler. ^Kann das Weinen kaum unterdrcken; stellt
sich abseits mit dem Kopf an die Wand.^

                                Jger

So. Jetzt haben Sie auch eins am Schdl. Ihnen kommt man schon auch noch
aufs Nackte. Sie werden noch lang nit einen Grenzjger foppen. ^Da er
einen unterdrckten Schluchzer hrt, geht er auf das Weib zu^ Jetzt hab
ich Ihnen weh getan. Aber Sie haben zuerst angfangen. Sonst htt ich das
gwi nit gsagt.

                                 Weib

   ^hebt den Kopf und trocknet sich die Augen; dann sich gegen den
                            Jger wendend^

Und wenns schon so ist mit dem Hubl und der Fatschn? Bin ich dran
schuld? Mu _ich_ mich da schamen? ^Reckt sich vor dem Jger in ihrer
ganzen wchsigen Kraft und Jugend^ Ist mein Leib so krepierlich? ^Weist
ihre Brust^ Oder hab ich da vorn eine Bretterwand, da etwa ein Kind nix
zum Lutschen htt?

                                Jger

           ^hat das Weib mit den Augen verschlungen; dann^

Ihr Mann soll sich schamen; das ist ja kein Mann; ^verchtlich^ nur so
ein Schneider.

                                 Weib

Ach was; lassen Sie mir meinen Mann in Ruh, Sie junger Grasbeier. ^Lobt
auffllig ihren Mann, in der Absicht, den Jger aufzustacheln^ Und grad,
weil er so schwach ist und Hilf braucht -- ja, Herr Jger, mit Verlaub;
grad darum hab ihn gern; und nur ihn mag ich; und sonst gar niemand; und
er ist, wie mein Kind: Wenn er krank ist, tu ich ihn pflegen; und wenn
ihm in der Nacht die Decke vom Bett rutscht, dann deck ich ihn wieder
zu, damit er sich nit verkhlt.

                                Jger

             ^aufgestachelt; kann sich nicht mehr halten^

Meintwegen setzen Sie ihn auch noch aufs Topferl. ^In aufwallendem Zorn^
Was kmmert denn mich das Klappermanndl; das zaunmarterdrre? ^Schlgt
mit der Faust auf den Tisch.^

                      Weib ^stellt sich harmlos^

Herr Jger; warum haben denn Sie so eine Wut auf mein Mann? Er hat Ihnen
doch gar nix getan. ^Dann^ Und schlagen Sie mir den Tisch da auch noch
zu Brocken, ja? So einen, wie Sie sollt man gar nit frei umlaufen
lassen; ^sieht ihn an; mit grausamer Lust^ an die Kette sollt man Sie
legen, wie einen Tanzbr; ja, und Ihnen die Hnd mit wollenen Fetzen
einbinden, da Sie kein Unglck anrichten. Das sollt man.

                        Jger ^stiert sie an^

Ich mein, da wren Sie schon ein gfhrlicheres Tier. ^Hat den Kopf auf
die Hnde gesttzt und starrt vor sich hin.^

                        Weib ^ganz unschuldig^

Herr Jger; was ist denn jetz mit Ihnen?

                                Jger

   ^hebt den Kopf; sieht das Weib mit traurig-hilflosem Ausdruck an^

Ich wei nit, was mit mir ist; ich mcht grad am liebsten flennen, wenn
ichs zuweg brcht.

                            Weib ^harmlos^

Und was ist mit dem Dienst? Sie verhocken sich schon wieder bei mir da.

                Jger ^zerrissen, weinerlich-hilflos^

Ich wei nit, was mit dem Dienst ist; ^verzweifelt^ ich wei nit, was
mit mir ist; mich ist etwas angflogen. ^Schlgt mit dem Kopf auf die
Tischplatte.^

                                 Weib

                   ^fr sich, heimlich frohlockend^

Hngen tust, du Gimpl; mit beiden Bratzeln auf der Leimrutn; _das_ ist
mit dir. ^Umschleicht ihn argwhnisch lauernd^ Oder treibt er noch immer
sein Schindluderspiel? ^Dann^ Aber wart; dir setz ich Spitz und Knopf
schon noch besser zusamm. ^Auf den Jger zu; rttelt ihn derb. Mit
schneidendem Hohn^ Jger. Wenn Sie jetz dann der Wachkommandant fragt,
wie weit Sie mich haben -- was knnen Sie ihm da sagen? Fri ich Ihnen
schon bald aus der Hand? ^Da sie der Jger verwundert ber ihre Kenntnis
anstarrt^ Ja, Herr Jger; wenn man auch einsam da heroben haust --
deswegen hrt man schon doch, was die Wachglocken im Tal drunten luten.

                                Jger

   ^ist aufgestanden und hlt wie beschmt den Arm vor das Gesicht.
                      Schickt sich zum Gehen an^

berhaupt; ich hab da nix verlorn.

                                 Weib

Aber suchen tun Sie was. Sie suchen da immer ein Sterndl und finden
keins. ^Dann^ Aber warten Sie: Ich hilf Ihnen aus der Not. ^Dann^ Leihen
Sie mir nur auf einen Augenblick Ihr Transchiermesser da. ^Zieht ihm den
Sbel aus der Scheide. Da der Jger unwillkrlich nach seinem Sbel
greifen will^ Nur keine Sorg: Ich stich Sie nit ab. ^Schwingt den Sbel
vor dem Jger^ Das ist die Wnschelrutn; mit der suchen wir jetzt ein
Sterndl fr den Jger; aber nit vom Himmel herunter; aus dem Boden
heraus, wo die Erdpfl wachsen. ^Beginnt an verschiedenen Stellen des
Stubenbodens mit der Sbelspitze zu tippen^ Da ist nichts. ^An einer
anderen^ ^Stelle^ Da ist auch nichts. ^Ist zum losen Dielenstck
gekommen; tippt mit der Sbelspitze hin; dann^ Halt; aber da. Herr
Jger; da zuckt die Wnschelrutn. ^Stemmt die Sbelspitze in den
Bodenspalt und hebelt das Dielenstck aus dem Falz; dann^ Da greifen Sie
hinein; da drunten mu fr Sie ein Sterndl liegen. ^Wirft den Sbel auf
den Tisch und steht zuwartend.^

                                Jger

   ^hat sich niedergebckt; fhrt in die Dielenffnung und zieht ein
   Stck Seidenstoff und eine Rolle Spitzen hervor; mit funkelnden
              Augen die Stcke aufrollend und besehend^

Ah. Spitzen; Seide -- Konterband. ^Legt die Beweisstcke auf den Tisch;
greift hastig nach dem Sbel und klopft gierig an verschiedenen Stellen
den Stubenboden ab, ob es noch irgendwo einen hohlen Klang gbe.^

                                 Weib

Und wenn Sie das ganze Haus auf den Kopf stellen -- mehr finden Sie nit.
Sie knnen mirs glauben.

                                Jger

                ^wirft den Sbel in die Scheide; froh^

Viel oder wenig -- jetzt hat man euch; schwarz auf wei. Ihr Hauptfchs.
^Schickt sich an, die ausgebreiteten Spitzen und Seidenstoffe zu rollen
und zu falten.^

                        Weib ^abseits stehend^

Jetz knnen Sie mich dann ausfoppen und spotten, wenn Sie mit Ihren
Kameraden im Wachzimmer auf der Pritsche liegen; und noch vor dem
Einschlafen schlechte Sp machen ber die dummen Gns, die Weiber. ^Als
knnte sie das Weinen nur mhsam verhalten^ Ist weiter eine Kunst, das:
Da kommt ein junger, baumstarker Jger daher und wirft sein Netz; wie
soll da ein schwaches Weib lang Widerpart halten. Der hat ja schon
gwonnen, bevor er noch den Mund auftut.

                                Jger

   ^starrt das Weib mit groen, beinahe furchtsamen Augen an; fhrt
                      sich verwirrt an den Kopf^

Sie spult mich auf, wie einen Zwirnknuel; und wieder ab und wieder auf;
^hhnt sie^ schwachs Weib, ja. Du wirfst ein Dutzend Reiter um mit Ro
und Wagen. ^Schreiend, als wollte er sich gewaltsam aus der drohenden
Umklammerung befreien^ Du Teufelshex. Ich zeig dich an. Vor einem Weib
steht noch mein Ehr nit zruck; vor zwei so Teufelsaugen. ^Bemht sich,
mit plumpen, ungebten Hnden Seidenstoff und Spitzen zusammenzurollen.^

                                 Weib

Ehr mu beim Mann vorangehn; sonst wren Sie kein richtiger Jger. ^Da
sie sieht, wie er sich mit seinen ungefgen Hnden um Seidenstoff und
Spitzen mht^ Geben Sie her; ich legs Ihnen schn zusamm und wickl es
Ihnen ein. ^Whrend sie Spitzen und Seidenstoff kunstgerecht faltet^
Freilich -- Weiber denken da anders; sonst htt ich auch mein und mein
Manns Ehr besser bedacht und Ihnen nichts gsagt; ich htt ja nit mssen.
^Schlgt die Augen nieder; wie verschmt^ Aber da hilft nichts; ein Weib
kann ihr Lieb und Gunst nit verstecken; da ist der Mantel gleich berall
zu kurz; Sie sollen avancieren und Ihr Sterndl kriegen. ^Hat Spitzen und
Seide flach gefaltet; wickelt die Sachen in Papier^ Nur sagen Sie meinem
Mann nichts, da ichs verraten hab; sonst der brcht mich um. Sagen Sie
nur, Sie haben es selber gfunden; das ist auch frs Sterndl besser. ^Hat
das Paket in Papier gewickelt^ So; das knnen Sie jetz ganz kommod unter
dem Rock tragen; Seide und Spitzen machen keinen Bauschen. ^ffnet ihm
rasch ein paar Rockknpfe und steckt ihm das flache Paket resolut
dahinter^ So. ^Bewundernd^ Mein Gott, ist das ein Brustkorb; wie ein
Ro. Ja, da hat einmal eine was.

                                Jger

   ^der von einem heftigen inneren Kampf durchrttelt, dasteht, zuckt
                  bei der Berhrung heftig zusammen^

Herrgott, Weib; rhr mich nit an. Wo du an mir ankommst, da brenn ich.
^Schliet seinen Rock.^

                                 Weib

                     ^stellt sich tief gekrnkt^

Das knnen Sie jetz leicht sagen: Rhr mich nit an. Aber gelt; frher
haben Sie auch ganz fleiig meine Arm abgriffen; ^weinerlich^ aber jetzt
haben Sie mich ja soweit, als Sie mich brauchen; weiter brauchen Sie
mich nimmer. ^Dem Weinen nahe^ Augen haltet das Wasser zrck; flennen
knnt ihr noch gnug, wenn der Jger dahin ist. ^Beginnt zu flennen.^

                                Jger

   ^steht unschlssig; macht einen Schritt auf sie zu und macht mit den
   Hnden eine tppische, schwerfllige Bewegung, als wollte er ihr die
      Hnde vom Gesicht lsen; dann sich mit einem Ruck hrtend^

Awas. Rotz und flenn zu; anzeigt wirst doch.

                                 Weib

              ^trocknet sich die Augen; gegen den Jger^

Wenn Sie es nit tten -- da wren Sie wohl ein trauriger Tropf. ^Dann^
So; jetz gehn Sie nur, Herr Jger. Ich wnsch Ihnen viel Glck und ein
schns Avancieren; gehn Sie, machen Sie ein End; damit s endlich aus ist
mit uns zwei. Denn sehen, mein lieber Jger, wirst mich dann nie mehr,
wenn ich meine brgerliche Ehr nimmer hab; da mcht ich mich lieber in
ein Mausloch verkriechen. Aber immer noch besser, mein Brgerehr ist
hin, als mein Weibsehr. Denn vor dir knnt ich mich als braves Ehweib
sowieso nicht mehr halten.

                                Jger

                   ^knirschend, im Kampf mit sich^

Falsche Katz; du biegst mich nit um: Ich zeig dich an und ohne Pardon.

                            Weib ^heftig^

Und wenn Sie es nit tten -- ich speiet Sie an. Sie sollen und mssen
Ihr Sterndl kriegen. Wenn Sie dann ein jung verheirater Wachtmeister
sein, und nach dem Dienst daheim ihre lange Pfeife rauchen; und es
rutscht schon ein junges Jgerle auf Ihrem Knie herum und greift mit
seinen Handerln nach Ihrem Blusenkragen um die weien Sterndln -- Herr
Jger, ich wnsch Ihnen nichts Schlechtes; aber dann denken Sie dran,
durch was fr ein Luderspiel mit einem Weib Sie zum ersten Stern kommen
sein; ^nher an ihn heran^ da knnt schon sein, da Gott Sie straft --
an Ihrem Kind; da ihm die Hand abfault, wenns nach dem Sterndl greift.

                         Jger ^erschaudernd^

Weib; hat dich die Hll ausgspien?

                     Weib ^stampft mit dem Fue^

Was stehn Sie noch da? Marsch fort. Ich will anzeigt sein.

                                Jger

     ^steht durchschauert; dann innerlich zerrissen; verzweifelt^

Hllteufel; bin noch immer ein ehrlicher Jger gwesen. ^Eingangtre ab.^

                          Weib ^befriedigt^

So; jetzt zeigs an, wenn du kannst. ^Sieht ihm hinter dem Fenster
stehend nach.^

                                 Mann

     ^strzt aus der Nebentre, die ein kleines, rundes mit Glas
   versehenes Guckfensterchen trgt; froh in die Hnde klatschend^

Weib; den hast aber gut aufgepulvert; der brennt ja schon.

                          Weib ^fhrt herum^

Hast du mich jetzt erschreckt. ^Ungehalten^ Kommst du aus dem Uhrkasten
heraus? Oder gar wie die neunundneunzig Schneider aus dem Schlsselloch?
^Mustert ihn geringschtzig^ Dnn gnug wrst dazu.

                                 Mann

                     ^deutet nach der Nebentre^

Hab ein kleines bissel durch das Guckfenster glauscht. ^Weib zieht die
Stirn kraus^ Den hast schon fest an der Halfter. ^Reibt sich vergngt
die Hnde^ Und wie er zappelt und umschlagt. ^Klopft ihr auf die
Schulter^ Weib, das hast gut gmacht.

                                 Weib

           ^setzt sich und nimmt die Strickerei wieder auf^

Hm; das ist weiter eine Kunst: Die Mannsbilder sein ja so dumm; man
knnt damit Tren einrennen.

                        Mann ^hebt den Finger^

Halt. Bin auch ein Mannsbild.

                            Weib ^strickt^

Aber Manndl; i mein doch nur den andern; den Kraftlackl da; du zhlst
doch nit mit. ^Da sie der Mann liebkosend streicheln will, abwehrend^
Geh la das; reg dich nit auf; es knnt dir nit gut tun: Knntst auf Ja
und Na wieder deinen Herzklopfer kriegen. ^Legt das Strickzeug beiseite,
dann ernst^ Du, Mann. Was i dir noch sagen will: ^deutet mit dem Kopf
nach der Nebentr^ Das Herumspionieren leid ich nit. Merk dirs.
^Murrend^ Das schauet ja bald aus, als -- trauetst du mir nit.

                                 Mann

                     ^sieht sie ganz verdutzt an^

Was nit trauen? ^Stutzig^ Wie kommst jetzt auf das?

                                 Weib

                     ^zuckt die Achsel, strickt^

Nit spionieren sollst. Mehr sag ich nit.

                                 Mann

                 ^sieht das Weib an. Dann etwas khl^

Jetzt haben wir ihn soweit, wie wir ihn brauchen: Zeigt ers an, dann
macht das kleine Paketl nit viel Straf aus; und zeigt ers _nit_ an, dann
zeigen _wir_ ihn beim Kommando an; dann ist er gliefert. ^Dann resolut
abschneidend^ Wir lassen es jetzt gut sein -- das ganze Spiel.

                                 Weib

Halt. Nur nix berstrzen. ^Legt das Strickzeug weg und steht auf. Sieht
den Mann mit beinahe drohenden Augen an^ Das werd dann schon _ich_
sagen, wenns gut ist; verstanden.

                                 Mann

Aber Weib; mach nit solche Augen. Man mcht sich bald frchten.

                                 Weib

   ^lenkt wieder ein; kraut ihm wie einem Knaben lachend den Kopf^

Aber Manndl; wer wird sich denn frchten. Sei froh; jetzt hast doch
endlich ein richtiges Weib: Bis jetzt bin i nur so ein leerer Teigbatzen
gwesen; aber jetzt ist im Teig Hefel drin. ^Reckt sich mchtig^ Mir
scheint, jetzt geh ich erst auf.




                             Dritter Akt.


                                 Mann

   ^sitzt am Tisch, der zum Teil mit hoch aufgetrmten Rollen von Gold-
     und Silberstcken bedeckt ist. Zhlt und macht sich mit dem
              Bleistift auf einem Blatt Papier Notizen.^

                                 Weib

   ^sitzt, die Hnde im Scho, in der Nhe des Fensters. Spht immer
   wieder, als ob sie jemand erwarte, heimlich durch die Scheiben. Nur
                   um etwas zu sagen, gleichgltig^

Wieviel fehlt jetz noch zum Haus am Marktplatz?

                                 Mann

          ^mit Zhlen und Rechnen beschftigt, vor sich hin^

Neuntausend und da tausend wr zehntausend; ^nimmt einen vollen
Lederbeutel und entleert seinen Inhalt auf den Tisch^ jetz km noch das
dazu. ^Nachdem er flchtig den Inhalt bersehen; froh^ Vielleicht langts
schon. ^Zhlt. Im Zhlen innehaltend; zurcksprechend^ Was meinst, hat
ers angezeigt, der Jger?

                                 Weib

Was kmmerts mich. Wir werdens wohl noch frh gnug erfahren, wenn die
Hausdurchsuchung kommt.

                                 Mann

Im Haus finden sie nix. Und mein Geld knnen Sie mir nit nehmen. ^Zhlt
emsig fr sich und setzt die Mnzen in Rollen auf^ Die Schmuggler sein
wieder gut an der Arbeit; sie sagen, der Jger geh um, als htt er einen
Kugelschu im Leib.

                                 Weib

So?

                                 Mann

Ja. ^Zhlt; befriedigt^ Das Gschft kommt wieder in Saft; ich merks an
meinem Zuwachs. ^Zhlt hastig weiter; dann freudezitternd^ Weib; jetzt
halt mir die Daumen -- ich mein, es langt. ^Zhlt mit groer freudiger
Hast und steigernder Spannung fort; pltzlich mit einem Freudenschrei
aufspringend; auf das Weib zu^ Weib; es langt. Morgen, wenn du willst,
kann ichs kaufen. ^Lacht vor Freude aus vollem Hals^ Was sagst dazu?

                         Weib ^gleichgltig^

Na ja; dann ists ja gut.

                           Mann ^verdutzt^

Ist das dein ganze Freud?

                                 Weib

Na ja, ich kann doch jetz wegen dem Haus am Marktplatz nit gleich
aufhupfen, da ich den Kittl verlier.

                                 Mann

                      ^sieht sie argwhnisch an^

Weib, du gfallst mir nit; was ist mit dir?

                           Weib ^mrrisch^

Mir gfallt auch viel ganz und gar nit, und mu es erleiden. ^Pltzlich
heftig gegen den Mann ausbrechend^ Es ist nit recht, einen Menschen so
hineinzuhetzn; und _du_ hast mich dazu angstellt; ja, du.

                                 Mann

Hat nit er dich fangen wollen?

                                 Weib

Ja; das ist wahr.

                                 Mann

Und httest nit ebenso gut _du_ knnen Feuer fangen anstatt ihm?

                                 Weib

Ja, Mann; da hast recht. Htt auch sein knnen. Schau, auf das htt ich
jetz ganz vergessen.

                                 Mann

Und er htt dich dann brav ausglacht. Na also; jetz ist _er_ im
Schnappsack drin; jetz lach du _ihn_ brav aus. ^Befriedigt^ Es hat schon
den Rechten erwischt; er ist der Anstifter gwesen.

                                 Weib

Ausgeheckt hats unten der Wachkommandant; und der Jger hat avancieren
wollen; und du hast dir wollen das Geld verdienen fr das Haus am
Marktplatz; ^heftig^ und mich habt ihr alle als Kder ausgsteckt; so
springt ihr mit unsereinem um; schamt euch -- alle miteinander; in Boden
hinein. ^Beginnt zu schluchzen.^

                                 Mann

                      ^auf sie zu; rttelt sie^

Du bist heut ganz auseinander. Und in der Nacht hast ein paarmal
aufgschrien, ganz wild; bin nur so aus dem Schlaf gfahren.

                                 Weib

                      ^trocknet sich die Augen^

Da hast etwa auf dem Tennendach die Mrzenkater ghrt; die machen jetzt
in der Nacht immer groen Rebell: es ist Frhjahr und Brunftzeit.

                                 Mann

Und die ganze Nacht bist traus und trein, und im Bett hin und her,
ganz hei im Dampf.

                                 Weib

Bin ja noch jung; sollt ich schon kalt sein? ^Dann grob^ berhaupt; mu
ich jetzt schon bald ber jeden Schnaufer, den ich tu, Rechenschaft
legen? Ausschaun tuts bald so.

                                 Mann

     ^der unterdessen das Geld vom Tische in die Lade der Kommode
                      versperrt, kopfschttelnd^

Weib; in dir ist eine Unruh, ganz eine gwaltige.

                                 Weib

   ^hat sich inzwischen wieder zu ihrer Strickarbeit gesetzt; trocken^

So. Ich sitz aber ganz ruhig da und strick; und denk ber die Maikfer
nach. ^Spht durch das Fenster; zuckt zusammen; fr sich^ Dort kommt er
um den Wegbug; und den Kopf lat er hngen. ^Dann laut, in der Absicht,
den Mann baldigst aus der Stube zu bringen; schmeichelnd^ Mann; ich htt
Appetit auf an Fisch; geh, Manndl, sei nett: Fang mir fr heut abend
einen Fisch aus dem Mhlbach.

                                 Mann

          ^hat eben den Schlssel von der Kommode abgezogen^

Dann mu ich aber gleich gehn; sonst beit keiner mehr; die Sonn geht
schon abwrts.

                                 Weib

Ja freilich mut gleich gehn.

                                 Mann

Wenn der Jger kommen sollt, dann jag ihn aus mit Spott und Lachen. Was
das Haus am Marktplatz kostet, haben wir. Wir brauchen ihn nimmer.

                                 Weib

Wenn er kommen sollt, dann werd ich schon machen.

                                 Mann

               ^im Abgehen des Weibes Wange befhlend^

Deine Wang ist brennhei. ^Eingangtre ab.^

                                 Weib

Dein Hand ist eiskalt; drum kommt dir meine Wange brennhei vor. ^Dann^
Aber spioniert wird heut nit. ^Geht durch die Nebentr, die sie hinter
sich offen lt, ab. Man hrt das krftige Zuschieben eines starken
Riegels. Kommt wieder durch die Nebentre; befriedigt^ So. Da ist ein
Riegel gschoben. ^Reckt sich^ Jetz lassen wirs grad treiben, wies
treibt.

                                Jger

   ^ist im Rahmen der Eingangtre aufgetaucht; bleibt an den Pfosten
                           gelehnt stehen.^

                                 Weib

Na also; haben Sie das Sternl gleich mitgebracht? Ist gut; ich nhs
Ihnen gleich auf. ^Holt das Nhzeug^ Ich freu mich schon; das wird Ihnen
passen. ^Dann^ Aber warum hat man uns noch nit das Haus durchsucht?
^Fdelt eine Nadel ein^ Was schtzen Sie: Wieviel Straf werdn wir
kriegen? ^Trstet sich^ Na, man wirds ja noch frh gnug erfahrn. ^Dann^
So, jetz nur her mit dem Sternl, Herr Jger; eingfdelt ist schon.

                            Jger ^dumpf^

Ah was. I bin kein Jger mehr.

                                 Weib

Was sagen Sie da?

                       Jger ^ist vorgekommen^

Mein Ehr ist hin.

                                 Weib

Haben Sies am End gar nit angezeigt?

                                Jger

Ihr Weiberteufl. So wie man an euch nur anstreift, habt ihr ein; und
habt ihr erst den kleinen Finger, dann habt ihr schon die ganze Hand;
und den ganzen Kerl mit Haut und Haar.

                            Weib ^brutal^

So. Jetz gings auf mich aus. Ists noch nit gnug, wenn ich Ihnen die
Spitzen hinter das Wams hineinschopp? Htt ich Sie noch sollen
hinunterfhren an der Hand, auf die Wach, wie einen Schulbub? ^Dann^
Marsch; da ist die Tr. Tun Sie Ihr Pflicht. Ich la mir da vorwinseln;
das knnt mir passen.

                      Jger ^schttelt den Kopf^

Ich bin schon eingezwickt: Heut beim Rapport der Kommandant mich gfragt:
Jger. Nichts Neus von dem Fuchsbau da oben? -- Gott mein Zeug, ich
wollt sagen: Ja. Und gsagt hab ich: Na. Es hat mir das Wort im Maul
verrissen. I kann nimmer, wie ich will; ich ghr nimmer mir selber.
^Reit das Paket unter dem Rock hervor und schleudert es auf den Tisch^
Da. Hab gmeint, es brennt mir ein Loch durch. ^Wirft sich auf einen
Stuhl^ Ich scham mich -- zum Inbodenversinken.

                                 Weib

   ^reit das Paket an sich; wiegt es vor dem Jger hhnend in der
                                Hand^

Wenn ich jetz morgen in der Frh auf die Wachstubn geh; und la mir den
Kommandanten rufen --

                                Jger

Dann sag ich: Ein Weib hat mich gfangen; ein durchgeteufeltes,
eingeteufeltes ber und ber.

                          Weib ^frohlockend^

Jgerle; jetzt hab i dich. ^Hat das Paket geffnet; entrollt die Spitzen
vor dem Jger^ Sein noch ganz warm die Spitzen, von dem langen Liegen
unter der Blusn; ^weist dem Jger das Spitzengewebe vor^ schau, Jger;
wie feine Mauszhn schauen sie aus; und die haben dein Ehr zerfressen.
^Schiebt ihm die entrollten Spitzen zu. Dann in streng befehlendem Ton^
Da. Leg mir sie um den Hals; ich schaff dirs. Wirds auf der Stell, oder
ich geh schnurstracks zur Grenzwach.

                                Jger

   ^nimmt wie willenlos die Spitzen in die Hand und legt sie ihr um
                              den Hals^

Da; ich tu alls; ich bin nimmer ich; nur mehr so ein Tanzbr mit dem
Ring durch die Nasen.

                          Weib ^frohlockend^

Haha; der Jger, der stolze. Jgerle; wirst du noch einmal Weiber
fangen? ^Ordnet sich die Spitzen am Hals und lt die beiden langen
freien Enden beiderseits vorne herunterbaumeln; kokett die Enden ber
der Brust glatt streifend, spottend vor dem Jger^ Steht sie mir gut --
dein Ehr um den Hals? Sie wrgt mich nit und druckt mich nit. Haha.

                  Jger ^stiert das Weib stumpf an^

Ja, wenn ihr einen habt, dann habt ihr ihn ganz.

                            Weib ^heftig^

Gelt, jetz winselst um dein Ehr; aber das htt deiner Ehr keinen Schaden
getan: Mit einem Weib Schindluder treiben, fr ein Sternl an deinem
Blusenkragen. ^In hellem Zorn^ Du Mannswolf. ^Nimmt das Papier vom
Tisch, in das die Spitzen gewickelt waren; ballt es zusammen^ Da, das
Papier: Ich wirf dirs unter den Tisch hin, wie einem Hund. ^Wirft das
Papier unter den Tisch; befehlend^ Hebs auf vom Boden; auf der Stell
bring das Apportl.

                                Jger

                     ^bebend vor Scham und Zorn^

Weib; ich mcht dich schlagen. ^Drohend auf sie zu^ Soll i dich nit an
die Wand hinaufdrucken, da man nichts mehr sieht von dir, als ein rotes
Mal?

                Weib ^flchtet gegen die Eingangtre.^

                                Jger

Nur kein Sorg. Ich rhr Sie nicht an. Sie sein mir viel zu schlecht.

                     Weib ^heftig, in echtem Ton^

Das la ich nit auf mir sitzen. Wer hat denn angfangen? Bin ich zu Ihnen
kommen, oder Sie zu mir?

                                Jger

               ^hat sich gesetzt. Brtet vor sich hin^

Ja; der Teufel mu einen reiten; dann kommt man weit bei der Nacht: Hab
mir denkt, ein Sternl wr schon gut da her; und dann auch mehr Lhnung
dazu; mu ja jeden Monat meiner Mutter was schicken; sie kann nichts
mehr verdienen; und wenn man dann ein paar Sterndln hat, sich vielleicht
auch ein bissel Familie schaffen; man hat ja sonst auch nix.
^Verzweifelt^ Aber ich hab sie nit kennt, die Weiber; sonst wr ich
schon ausgwichen auf drei Bchsenschu weit.

                          Weib ^auf ihn zu^

Ich la mich jetzt da von Ihnen nit fr die Schlechte halten; ich hab
die Mannsbilder auch nit kennt; Gott mein Zeug: Nie wr ich auf so was
kommen; aber mein Mann; ja, schauen Sie mich nur an; der hat alles
ausgetiftelt und gsagt, ich soll Sie fangen.

                   Jger ^knirschend vor sich hin^

Der Elendshirsch; die Schneiderfigur.

                          Weib ^beistimmend^

Ja; sonst ist er um und um zu nichts nutz; aber solche Spitzbbereien
auszuhecken -- ah, da ist er gut. ^Legt dem Jger die Hand auf den Arm^
Ja, Jger; es ist so.

                                Jger

                 ^zieht seinen Arm von ihrer Hand ab^

Weib, tu dein Hand weg; die macht mir zu warm. ^Sieht das Weib an^ Sonst
vergi i mich und tapp nach dir.

                                 Weib

              ^versucht einen strengen Ton anzuschlagen^

Jger; i bin ein verheirates Weib. Vergessen Sie das nit.

                                Jger

I wei schon, da Sie beschneidert sein. ^Haerfllt^ Wo man sich reckt
oder einen Finger rhrt -- berall stot man an den Schneider an.
^Schlgt mit der Faust auf den Tisch.^

                                 Weib

              ^besieht die Stelle des Tisches. Trocken^

Und wieder vier Gruben im Tisch. ^Sieht ihn bewundernd von der Seite an^
Ja, sagen Sie, Mensch: Sie sein ja ganz von Eisen. ^Setzt sich neben
ihn; nimmt ihm sanft die Hand vom Kopf^ Was denken Sie denn jetz?
^Streicht ihm ber die Stirn.^

                                Jger

             ^sucht sich seiner Leidenschaft zu erwehren^

Nur nit so nah bei. ^Rckt von ihr etwas ab.^

                                 Weib

                 ^rckt ihm nach; ihre Wangen glhen^

Was stoen Sie denn allweil mit Ihrem Knie an mir an?

                          Jger ^schreiend^

Ich? Sie rucken ja immer nach. ^Springt auf; fat sie an den Schultern
und rttelt sie heftig. Heiser.^ Sag, Weib; was willst du mit mir?

                                 Weib

      ^ohne den geringsten Versuch, sich von ihm frei zu machen^

Gar nichts. Ruh geben sollst. ^Jger lt sie los; sie reibt sich die
Schultern^ Grobian, jetzt hat er mir vllig die Achseln auskegelt.

                           Jger ^trocken^

Htten Sie halt gschrien; dann htt ich frher ausglassen.

                                 Weib

Ah, zum Schreien bringen Sie mich nit; da knnen Sie schon noch besser
drucken. ^Vor ihm, ganz sachlich^ Wetten wir um an Sechser, da ich nit
schrei?

                                Jger

     ^aufgestachelt, legt die Arme um sie und pret sie zusammen^

Soll ich noch fester? Schreist bald?

                                 Weib

                 ^kann kaum atmen; gepret kichernd^

Noch lang nit; grad extra nit; och du mein Jger.

                                Jger

   ^als besnne er sich; lt sie los und schiebt sie unmutig von sich^

Geh weg. Du bist ja doch nit mein. La dich von deinem ^haerfllt^
Schneidermanndl drucken um an Sechser.

                      Weib ^lebhaft einstimmend^

Ja; das wird er wohl sein; _so_ ein Kripperlspiel. ^Jger ergreift ihre
Hand und will sie wie liebkosend streicheln; sie entzieht ihm die Hand
heftig^ La mich; ich bin nit dein; ich hab an Mann. ^Verzweifelt^ Ich
hab ihn einmal und ich mu mit ihm leben; und da hilft einmal nichts.
^Hat sich abgewendet und schluchzt.^

                   Jger ^nicht ohne Schadenfreude^

Ah; hats dich jetzt? ^Hhnend^ Gelt, mich hast fangen wollen; und jetzt
bist selber drin. Haha.

                                 Weib

Wer ist drin? Jger, so weit haben Sie mich noch lang nit, da ich etwa
wegen Ihnen eine Dummheit mach. Bilden Sie sich nur das nit ein. ^Sich
selbst zuredend^ Mein Gott, wenn er halt einmal nit besser geraten ist
-- denk i mir halt, er ist wie mein Kind und pfleg ihn weiter.

                                Jger

Bis es Ihnen verleidet. Das Kind.

                                 Weib

Oh na. Erst voriges Jahr hab ich ein krankes Hundl aufzogen; den ganzen
Tag mssen mit dem Fetzen hinter ihm in der Stube her sein und
aufwischen; und Medizin eingeben und futtern. Und hab alls gemacht mit
Geduld. Hat mir gar nit verleidet. ^Immer sich selbst zusprechend, ohne
es innerlich selbst zu glauben^ Na also; werd ichs mit mein Mann, mit
dem ich jetzt sieben Jahr leb, auch noch weiter ermachen. ^Gegen den
Jger^ Ah na. Noch wei ich schon, was Brauch ist. Gehn Sie. Und kommen
Sie nimmer. Da wachsen fr Sie keine Birnen.

                          Jger ^zerrissen^

Der Teufel hat mich hergfhrt.

                                 Weib

Na, so soll er Sie auch wieder wegfhren. Da ist die Tr.

                 Jger ^macht sich zum Gehen fertig.^

                     Weib ^horcht gegen den Flur^

Halt. Jetz hr ich ihn grad beim Haus hereinschlurfen; jetz knnen Sie
nit zugleich bei der Tr aus, wenn er hereinkommt; das fallt zu viel
auf; ^rckt ihm einen Stuhl an den Tisch^ Setzen Sie sich noch ein
bissel, damits nit so ausschaut. Aber ja nix anmerken lassen.

                          Jger ^setzt sich^

Wenn ichs nur kann. ^Trommelt mit den Fingern auf den Tisch.^

                                 Weib

   ^ist zum Wandschrank geeilt, entnimmt ihm eine halbvolle Flasche
   Rotwein nebst Trinkglas und stellt beides vor dem Jger auf den
                                Tisch^

Tun Sie grad, als ob Sie ganz gemtlich ein Glasl Wein trinken tten.
^Richtet sich zurecht.^

                                Jger

Ich brauch ja nit nur so zu _tun_; ich kann ja _wirklich_ ein trinken.
^Schenkt sich ein Glas voll und leert es mit einem Zug.^

                                 Mann

^tritt whrenddem, einen Fisch in der Hand, in die Stube. Sieht den
Jger trinken. Spottend^ Zum Wohlsein, Herr Jger; schmeckt der Wein?

                                Jger

   ^nimmt keinerlei Notiz von dem Mann; setzt das leere Glas heftig
   auf den Tisch; steckt beide Hnde in die Hosentaschen und sitzt vor
                  sich hinstarrend, breitspurig da^

                    Mann ^auf das Weib zu, leise^

Der trinkt meinen Wein und redt nix.

                                 Weib

Er trinkt noch aus und kommt nie mehr.

                          Mann ^befriedigt^

Gut so. ^Weist den Fisch vor. Laut^ Da schau, einen Fisch hab i dir
gfangen.

                  Weib ^besieht den Fisch flchtig^

Mhm. Ist noch dazu ein groer. ^Nimmt einen Zinnteller von der Wand und
wirft den Fisch hinein.^

                                 Mann

Ja. ^Mit einem Blick nach dem Jger^ Je grer, desto lieber beien sie.
^Tritt zum Jger vor^ Nu, Herr Jger; jetz werden Sie dann etwa doch
wieder einmal mssen auf die Grenzwach gehn. Man hrt, die Schmuggler
sollen es arg treiben.

                                Jger

             ^tut, als wre der Mann nicht da; zum Weib^

Haben Sie da einen Kanarivogl? Ich hr alleweil was piepsen.

                        Mann ^gibt es zurck^

Na; aber wir tun uns einen Gimpel ein; die werden viel zahmer und
fressen bald aus der Hand; gelt, Weib.

                            Weib ^trocken^

Ich mein, wir haben schon einen.

                                 Mann

Gut geben; bravo. ^Lacht aus vollem Hals.^

                      Jger ^dem Weib zunickend^

Gut geben; bravo. ^Lacht ebenfalls^

                                 Mann

     ^geht auf das Weib zu, die den Zinnteller auf dem Scho, im
   Hintergrund sitzt und mit dem Abschuppen des Fisches beschftigt
                                 ist^

Sag, ist der bergschnappt?

                          Weib ^gleichmtig^

Mir nix bekannt. ^Dann^ Es geht schon auf Abend; Herr Jger, gute Nacht.

                           Mann ^hhnisch^

Gute Nacht, Herr Jger. ^Dann zum Weib^ Meine Filzbatschen mut mir
bringen und frische Strmpf; sonst krieg ich wieder mein Huster; hab
nasse F.

                                 Weib

Wie kommst zu nasse F?

                                Jger

    ^der sich bereits zum Gehen erhoben hat, kann sich nicht mehr
                           halten; hhnend^

Der Fisch hat ihn in Bach verrissen; ^lacht^ ja, so ein Fischschwanzl
hat eine Kraft.

                    Mann ^erbost gegen den Jger^

Wer spottet mich da?

                                Jger

          ^kann seinen Ha kaum mehr bndigen; vor sich hin^

La dich einfatschen; Schneider.

                           Weib ^energisch^

Herr Jger, gute Nacht.

                       Mann ^in steigender Wut^

Wer ist ein Schneider?

                                 Weib

Mann, sei still und frag nit lang.

                       Jger ^uerlich ruhig^

Jetz piepst schon wieder was.

                                 Mann

   ^kommt nach Art schwchlicher Menschen in rasch ansteigende Wut^

Wer piepst?

                            Jger ^ruhig^

Der Schneider.

                                 Mann

Wer ist ein Schneider?

                                Jger

Immer, der fragt.

                        Mann ^in hchster Wut^

Wer ist ein Schneider? ^Zieht ein Stehmesser aus der Hintertasche.^

                                 Weib

                    ^beinahe stolz auf ihren Mann^

Herr Jger, geben Sie acht. Sie knnten sich doch ein bissl irren in
meinem Mann. ^Dann zum Mann^ Mann. Bist du nit bei Trost? Steck dein
Messer ein.

                           Jger ^zum Weib^

Aber lassen Sie dem Schneider die Freud. ^Stellt sich ruhig vor den Mann
hin.^ Da; Schneiderle, stich. Du bringst mirs ja gar nit durch die
Rippen ein. ^Da der Mann in seiner Schwche zitternd unschlssig mit dem
Messer dasteht, zum Weib.^ Halten Sie ihn; sonst fallt er um. ^Es sieht
einen Augenblick aus, als wollte er sich in ausbrechendem Ha auf ihn
strzen. Bezwingt sich^ Ich mu grad laufen, sonst zerdruck ich ihn noch
mit mein Augendeckl; ^in der offenen Eingangtre sich noch einmal
umwendend, haerfllt^ den Schneider. ^Ab.^

                                 Weib

      ^enttuscht zum Mann, der am ganzen Leib zitternd dasteht^

Jetz steck nur deinen Feitel ein und setz dich; du bist ja wei wie ein
Leintuch. ^Geleitet ihn zu einem Sitz.^ Er ist schon weg. Brauchst dich
nimmer zu frchten.

                          Mann ^fhrt herum^

Wer frcht sich? ^Sitzt^ Sag, Weib: Warum hat denn der so eine Wut auf
mich?

                                 Weib

Httst ihn gfragt; ich steck nit in seiner Haut drin. ^Dann^ Also was
willst? Ah ja, richtig: Die Filzbatschen und frische Strmpf. ^Zieht die
Filzschuhe unter einer Bank hervor und stellt sie etwas unwirsch zu
seinen Fen hin. Geht zur Kommode und entnimmt der untersten Schublade
ein Paar Strmpfe.^

                                 Mann

                  ^noch immer auer Atem; keuchend^

So ein Lmmel.

                                 Weib

La den Lmmel Lmmel sein und denk nimmer dran. ^Ist mit den Strmpfen
zum Mann hingetreten und richtet sie ihm gebrauchsfertig.^ Aber Kraft
hat er; wie er jetzt so dagstanden ist und hat seine Brust hergreckt,
gradaus auf dein offnes Messer hin -- ja, vor dem Jger mssen wir noch
alle kuschen.

                         Mann ^etwas gereizt^

Ja, ja; jetz hr nur einmal auf. Wir reden nimmer davon.

                                 Weib

   ^hat sich vor ihn hingekniet, um ihm beim Anziehen der Strmpfe
                         behilflich zu sein^

Zieh dir die Strmpf aus; hilf auch ein bissel mit; soll denn alls ich
machen?

                                 Mann

                 ^streift sich die Strmpfe herunter^

Einreiben mut mich dann auch noch mit Ameisgeist; ich spr wieder ein
Rheumatismus im Arm.

                     Weib ^trocken registrierend^

So. Nasse F und Rheumatismus steht heut im Kalender. Kopfweh und
Bauchweh hast gestern ghabt.

                                 Mann

Das Herz klopft mir noch bis zum Hals herauf.

                   Weib ^hilft ihm in die Strmpfe^

Aber sonst bist gsund. ^Dann^ Ja, mit solche Kraftlackel soll man halt
nichts anfangen; da ist man allemal hinten dran. ^Hat ihm in Strmpfe
und Filzschuhe geholfen; erhebt sich vom Boden; nimmt von der Wandstelle
eine Flasche; vor dem Mann^ Da wr der Ameisgeist; ^unwirsch^ streck dir
den rmel auf; oder soll alles ich machen? Das wr wirklich bald so, da
man dich noch fatschen mt.

                                 Mann

Hast du heut ein Grant. ^Streckt sich den Hemdrmel auf.^

                        Weib ^besieht den Arm^

Mein Gott, ist das ein Arm. Um kein Kreuzer Fleisch dran.

                                 Mann

Siehst ihn denn heut zum erstenmal? ^Schreiend^ Ich hab ja nichts
Bessers mitkriegt von meiner Mutter.

                            Weib ^trocken^

Deswegen mut aber jetzt nit mit mir so schreien. Ich bin nit dein
Mutter. ^Reibend. Mit ihren eigenen Gedanken beschftigt. Vor sich hin^
Ich mein, wenn der Jger einmal Kinder kriegt -- das gibt lauter junge
Bren ab.

                            Mann ^erbost^

Jetzt hr mir bald auf mit dem Jger. Wir reden nimmer davon. ^Pause.
Pltzlich sich besinnend^ Richtig. Jetzt htt ich bald die Hauptsach
vergessen. Also, was ist? Hat ers anzeigt?

                                 Weib

Wer?

                                 Mann

Wer. Der Jger.

                           Weib ^energisch^

Jetzt wird nimmer gredt davon.

                      Mann ^erbost aufspringend^

Ob ers anzeigt hat.

                           Weib ^unwirsch^

Was anzeigt.

                                 Mann

Das Paketl mein ich; mit den Spitzen.

                             Weib ^grob^

Ah was, Paketl. Leg dich ins Bett und schlaf dein Schrecken aus; ist
gscheiter.

                         Mann ^ganz perplex^

Wie redst denn du auf einmal mit deinem Mann?

                         Weib ^achselzuckend^

Ich red halt, wie ich red. berhaupt, wo ist denn ein Mann?
^Hohnlachend^ Das wr mir ein Mann: Im Frhjahr voll Katarrh, im Sommer
Kopfweh; im Winter die Wrmflaschn im Bett; und wenn er am besten ist,
ist er umundum nix nutz. ^Heftig ausbrechend^ Und das soll mein Leben
sein? ^Wirft das Flanelltuch, mit dem sie die Einreibung vorgenommen,
von sich^ La dich von der Katz einreiben. Mir graust. Ja, grausen,
grausen tut mir vor dir; du Saugflaschenmanndl.

                                 Mann

                      ^steht wie erstarrt; dann^

Ah. Jetz geht mir ein Licht auf. ^Erschtternd aufschreiend^ Mein Haus
brennt.

                            Weib ^brutal^

Wer hats denn angezunden?




                             Vierter Akt.


                                 Weib

   ^sitzt am Morgen zusammengekauert in einem Winkel der Stube und
                        brtet vor sich hin.^

                                 Mann

   ^kommt zum Gehen gerstet aus der Nebentr. Innerlich tief erregt.
                            Bezwingt sich^

Weit du nit, wo du bei Nacht hinghrst?

                                 Weib

Mir muffelts zuviel in der Schlafkammer.

                                 Mann

                     ^hlt sich gewaltsam ruhig^

Weib, ich sag dir nur das: Was _mir_ ghrt, das halt ich mir. ^Kommt ihr
mit der Hand zu nahe.^

                                 Weib

                     ^fhrt wie angeekelt zurck^

Rhr mich nit an. Deine Hand ist kalt, wie eine Totenhand.

                                 Mann

               ^kann sich nicht mehr halten. Schreiend^

Dem Jger seine -- ist die wrmer? ^Sich selbst zur Ruhe mahnend^ Nur
kaltes Blut.

                         Weib ^vor sich hin^

Sorg dich nit. Das wird eh nit warm.

                                 Mann

                       ^hlt sich mhsam ruhig^

Ich geh jetz ein neues Trschlo bstellen. Das alte taugt nichts.

                                 Weib

Du hast die ganze Suppe selber eingebrockt -- jetz lffel sie auch aus.
Gib mir soviel Geld, da ich nit Not leiden mu. Dann geh ich heut noch
von dir weg.

                                 Mann

                    ^keuchend vor verhaltener Wut^

Zum Jger.

                                 Weib

Gleich wohin. Denk dir grad, ich bin gstorben. Ein schns Begrbnis
spendierst mir doch; und dann das Totenmahl und ein schnen Grabstein.
Gib mir, was das alls kostet, also lebendiger, dann hab ich was davon.

                                 Mann

Und der Jger auch.

                    Weib ^verzweifelt ausbrechend^

Ich kann mit dir nimmer leben. ^Kniet vor dem Manne^ La mich aus. Du
erhebst mich ja doch nimmer.

                        Mann ^kochend vor Wut^

Ah; mein Weib mir davon; das Lachen dann und Spotten bei meinen Brdern.
Wenn du mir so kommst -- da hast. ^Schlgt sie auf die Wange; im
Abgehen^ Mein Sach halt i mir noch. ^Eingangtre ab.^

                                 Weib

                       ^erhebt sich vom Boden^

Mannl; du sperrst ein Weib nit ein. ^Man hrt pltzlich ein mchtiges,
dumpfes Pochen an der Haustr. Das Weib horcht auf; da es neuerdings
pocht, froh^ Ja. Das ist seine Faust. ^Eilt ab, um die Haustr zu
ffnen. Kommt gleich wieder in die Stube zurck; hinter ihr,
vernachlssigt in der Kleidung, mit wirrem Haar, wie bernchtig, der
Jger^ Grad hab i auf dich denkt. Und jetz bist da. Als wenn i dich
herzaubern knnt. ^Dann^ Wie kommst du jetz her?

                                Jger

   ^wirft die Mtze auf den Tisch; wischt sich mit dem rmel ber die
                        Stirn; achselzuckend^

Bin halt da. Er ist ja weg.

                                 Weib

Ja. Grad ist er fort. Bist ihm begegnet?

                                Jger

Na. Hab mich versteckt ghabt und gwartet, bis er geht.

                                 Weib

Ich kanns nimmer aushalten neben ihm in der Kammer. Bin heut die halbe
Nacht da in der Stube herumgsessen.

                                Jger

Hab schon dein Schatten gsehen; ^deutet mit dem Kopf nach dem Fenster^
hinter dem Vorhang.

                          Weib ^verwundert^

Schleichst denn du Tag und Nacht da um? Machst du kein Dienst mehr?

                                Jger

                ^dumpf, resigniert; zuckt die Achsel^

Ich will auf die Grenzwach gehn, und auf einmal bin ich da. Ich lieg im
Wachzimmer auf der Pritschn, und auf einmal bin ich da. ^Wischt sich
ber die Stirn^ Kenn mich selber nimmer; bin von oben bis unten
aufgrissen.

                                 Weib

I mu auch immer an dich denken. Kann nimmer schlafen und essen. Immer
nur an dich und dein Kraft; ^angeekelt^ neben dem Fliegenmanndl da.

                     Jger ^winkt haerfllt ab^

Red mir nit von ihm.

                                 Weib

Siehst Jger; mir graust so vor ihm; ich kann dir nit sagen, wie. Wie
vor einer halbtoten Fliegn, die im Kaffee herumschwimmt.

                                Jger

      ^hat das Weib aufmerksam angesehen; deutet auf ihre Wange^

Was hast denn da? Bist ganz brennrot.

                                 Weib

                     ^zuckt zusammen. Dann kurz^

Bin frher beim Fenster glehnt und hab die eine Hand da ^auf die Wange
deutend^ aufgsttzt. Davon wirds wohl sein.

                                Jger

Wo ist er denn jetz hingangen?

                                 Weib

Er?

                                Jger

Ja.

                                 Weib

Zum Schlosser. Ein neues Trschlo will er machen lassen, das man von
innen nimmer aufbringt. Und die Fenster sein sowieso vergittert.

                                Jger

Will er dich einsperren?

                                 Weib

Er probierts einmal. ^Dann^ Wenn du morgen kommen wrst, htt ich dir
gar nimmer die Tr aufmachen knnen.

                         Jger ^aufbrausend^

Teufel. Meinst, ich mcht das? ^Verchtlich^ Warten, bis die Katz aus
dem Haus ist; dann einkriechen, wie ein Einbrecher. Das wr mir viel zu
minder. Frisch ganz oder gar nit. Halb und halb ist nit mein Art.

                                 Weib

Bitt dich, Jger: Verla mich nur nit.

                                Jger

                  ^nagt an seiner Lippe. Pltzlich^

Gehn wir miteinander durch.

                                 Weib

Da dran hab i auch schon denkt. Aber was tun wir dann? Ich hab kein
Kreuzer; alls ghrt ihm; und du hast auch nix. Und von der Lieb knnen
wir nit abbeien. Da schaust du mir nit darnach aus. ^Dann^ Soll ich
dann vielleicht in Dienst gehn, als Kuchelmdl? Dank dafr. Und ich
mein, da wr i dir auch bald zuwider.

                           Jger ^seufzend^

Es ist ja bei mir auch nur so gredt; wie man halt redt ohne Kopf. Ich
hupfet nit weit; sie knnen mich jede Stund wieder holen. Und meine
Reputation und die Mutter, und alls. A was, ich hab ja kein Kopf mehr.
^Sitzt brtend da und sttzt den Kopf in die Hand.^

                       Weib ^nahe an ihn heran^

Jger; was tun wir?

                           Jger ^fft sie^

Was tun wir; was tun wir; ^verzweifelt gegen das Weib ausbrechend^ Nit
einfangen httst mich sollen.

                          Weib ^auffahrend^

Hab _ich_ mir wollen ein Sternl verdienen oder du? ^Hhnt ihn^ Hast
jetzt dein Sterndl? Hngst jetzt?

                                Jger

Hngst du vielleicht nit?

                       Weib ^dumpf aufsthnend^

Ja. Wir sein jetz beide drin. ^Wirft sich ihm an den Hals^ Sag nur, mein
Jger: Was fangen wir an.

                                Jger

berall wo man hinschaut -- alls ist verrammelt. ^Pret das Weib an
sich.^

                    Weib ^macht sich unwirsch los^

La mich. Ich ghr ja doch nicht dir. ^Dann, unter den halbgeschlossenen
Lidern nach dem Jger sehend^ Ja, wenn ich kein Mann htt -- dann wrs
leicht.

                  Jger ^beinahe rauh abschneidend^

Jetzt hast aber ein. ^Pltzlich unsicher; zgernd^ Ich wt ein Mittel.

                                 Weib

                  ^lauernd, mit aufblitzenden Augen^

Sags.

                                Jger

   ^zieht seine doppellufige Dienstpistole hervor und legt sie hart
                            auf den Tisch^

Da sein zwei gute Schu drin. Einer dir und einer mir. Dann ist ein Ruh.
Wir lebens ja doch nit aus.

                                 Weib

       ^enttuscht ber den Vorschlag; schiebt die Pistole weg^

Steck ein. ^Dnn, trocken^ Weit, Jger; ich bin keine Sterberin. Ich tu
recht gern leben; ja, ich mcht vllig sagen, jetz noch viel lieber als
frher. ^Dann^ Wenn schon gstorben sein mu -- ^nher an den Jger
heran^ warum denn grad ich und du, zwei gsunde Leut? ^Spielt mit der
Pistole und sieht den Jger lauernd an^ Sein nit gnug andere da, die
nher dran wrn?

                                Jger

                     ^stutzt. Sieht das Weib an^

Was willst damit sagen? ^Steckt die Pistole ein.^

                            Weib ^trocken^

Nichts. ^Dann harmlos^ Was hast denn du gmeint, was ich sagen will?

                                Jger

Ich? Nix. Aber du hast mich jetz so angschaut.

                                 Weib

Ich schau nit anders, als wie sonst.

                           Jger ^winkt ab^

Reden wir von was anderm.

                                 Weib

Hast recht. ^Sieht wie von ungefhr gegen das Fenster. Dann^ Jetz
regnets.

                      Jger ^sieht zum Fenster^

Ja. Es schttet.

                                 Weib

Und mein Mann hat kein Schirm mit.

                                Jger

Den weichts heut ordentlich ein.

                                 Weib

Er hat sich schon einmal auf die Weis eine Lungenentzndung gholt.

                                Jger

So? Hm. Da wrs das zweitemal gfhrlich.

                                 Weib

Ja. Er hat ohnedem so einen stillen Atem.

                                Jger

Wie das?

                                 Weib

Neulich in der Nacht da hab ich ihn auf einmal nimmer schnaufen hren.

                                Jger

Oha.

                                 Weib

Na ja. Gschnauft hat er schon. Sonst lbet er ja nimmer. Ich hab halt
seinen Atem nit ghrt.

                                Jger

Ja. Ich versteh schon.

                                 Weib

Und da hab ich mir so ausdenkt, wies dann etwa wr: ^Sieht den Jger
unter den halbgeschlossenen Lidern an^ Da brauchtest nimmer heimlich
einschleichen, wie ein Dieb bei der Nacht; knntest gradaus bei der
Haustr eingehn mit dein schweren Mannstritt. Und dann wr im Haus auch
alls gsund und stark; da gbs kein Grausen mehr.

                                Jger

Na ja; gsund sein wir, Gott sei Dank.

                                 Weib

Weit, was ich mir noch denkt hab?

                                Jger

Na. Das wei ich nit.

                                 Weib

                   ^nher an ihn heran; ziert sich^

Na; das sag ich nit. ^Dann^ Hab mir denkt, da mchts nit lang dauern,
und es rutschet auf deinem Knie so ein junges Kraftbbl um. Wie ein
jungs Brl. ^Lacht.^

                      Jger ^heftig auffahrend^

Hr einmal auf. Ist alls in die Luft gredt. Er lebt ja.

                           Weib ^seufzend^

Och, du mein Gott, ja. Da hast wohl recht.

                                Jger

                     ^nachdenklich, vor sich hin^

Na ja; aber wenn er immerfort so herumkrankt, knnt er leicht heut oder
morgen einmal -- awas, reden wir von was anderm.

                                 Weib

Bin gestern nachmittag beim Doktor gwesen.

                          Jger ^zerstreut^

So? Bist krank?

                                 Weib

Ich nit. ^Dann^ Hab ihn nur gfragt, was er eigentlich meint zu meinem
Mann, und er soll mir die Wahrheit sagen; weil der alle Tag eine andere
Krankheit hat.

                                Jger

So. Und was hat er gsagt?

                                 Weib

Er hat gsagt, die ewigen Krankensessel werden alle steinalt; weil sie
sich immerfort halten mssen und drfen kein Unfug treiben; und so wird
das Gehus nit viel abgwetzt.

                                Jger

So. Na ja, dann wirds schon so sein.

                            Weib ^trocken^

Ja, er hat mich recht aufgetrstet und beim Gehn noch gsagt: Da knnen
Sie ganz ruhig sein. Der wird achzig Jahr alt, wenn ihm nit grad ein
Zieglstein auf den Kopf fallt, oder sonst etwas passiert.

                    Jger ^lacht etwas gezwungen^

Na, mit die Ziegelstein schauts da schlecht aus; in der Gegend sein die
Huser noch alle mit Holzschindeln gedeckt.

                                 Weib

Na eben. Mt ihm hchstens ^sieht den Jger an; stockend^ sonst etwas
passieren.

                                Jger

Was sollt ihm denn passieren?

                         Weib ^sieht ihn an^

Was du nur heut immer so fragst?

                                Jger

                 ^mit sie mit mitrauischen Blicken^

Mir kommt vor, deine Reden haben heut alle noch eine Nebentr.

                    Weib ^zuckt die Achsel. Kalt^

Du findest heut berall ein Haar in der Suppe.

                      Jger ^sieht das Weib an^

Weib; sag, was ist das: Wenn ich von dir weg bin, verlangts mich nach
dir; und wenn ich bei dir bin, dann frcht i mich.

                           Weib ^erstaunt^

Frchten? Vor was?

                                Jger

Ich wei nit. Du hast so eine Gwalt.

                                 Weib

O Jger. Wenn du nur wtest, wies mich zu dir hinreit. Siehst, ich hab
schon bald gar keinen Funken Scham mehr ein. ^Hngt sich an ihn.^ Mein
Jger.

                                Jger

                   ^macht sich heftig von ihr los^

Du bist nit mein. In der Nacht mudelt dich ja doch wieder der andre ab.

                                 Weib

Bist auch so eiferschtig? Mir gehts grad so. Wenn ich nur von weitem
dran denk, dich knnt einmal eine andere habn, da treibts mir das ganze
Blut zum Kopf.

                          Jger ^haerfllt^

Der Schneider. ^Fhrt unwillkrlich mit der Hand an den Sbelgriff.^

                                 Weib

                 ^das die Bewegung wohl bemerkt hat^

Na, was denn?

                       Jger ^beherrscht sich^

Nix.

                       Weib ^pltzlich unmutig^

Ah was. Schneider hin, Schneider her. Das hat alls kein Griff. Soll ich
deswegen vielleicht auf dem Heustock schlafen? Ich bin einmal sein Weib
und er ist mein Mann. Und es ist sein guts Recht. Und er hat mich ja
insoweit auch immer gut ghalten.

                        Jger ^aufgestachelt^

Weib, hr auf jetzt; mir ist grad bald, als mt ich ihn erschlagen.

                                 Weib

   ^rasch auf das Wort einschnappend. Mit aufblitzenden Augen, ganz
                            nahe vor ihm^

Jger. Erschlag ihn.

                                Jger

               ^starrt das Weib an. Dann tonlos, ruhig^

So. Jetz ists drauen. Das Wrtl hat schon die ganze Zeit her heimlich
in der Stube herumgeistert. Jetz hats auf einmal Fleisch angsetzt. ^In
Furcht, mit aufgerissenen Augen vor sich hin^ Jetzt stehts da auf zwei
F.

                      Weib ^fhrt gegen ihn auf^

Hab ichs zuerst gsagt? Du hasts zuerst gsagt.

                      Jger ^heftig auffahrend^

A was; ich, du -- du, i. ^Dann ruhig^ Niemand hats gsagt. Es ist von
selber reif vom Baum gfallen. ^Dann trocken^ Siehst, Weib; es ist nicht,
da i mich besser mach, als ich bin. Aber wenn jetz meine Mutter da wr;
sie mt es dir selber ins Gsicht sagen, da ich immer bin ordentlich
gwesen, von meiner jngsten Bubenzeit an. ^Gepret^ Und jetz halten wir
auf einmal bei _dem_. ^Erschtternd ausbrechend^ Ja sag mir nur, Weib:
Wo kommen denn wir zwei noch hin?

                                 Weib

              ^wischt sich ber die Stirn. Nachdenklich^

Mir hat auch nie ein Mensch was bels nachsagen knnen. Da kannst
berall fragen. ^Fast traurig, resigniert vor sich hin^ Aber jetz bin
ich ganz eine andere. Und die kenn ich selber bei Haut und Haar noch
nit. ^Pltzlich ausbrechend^ Wer hat mich denn herausgekitzelt, wie die
Grille aus dem Loch? Mein Mann und du. Ja ihr zwei. Und der
Wachkommandant drunten hats ausgheckt. ^Lt sich im Hintergrund der
Stube auf einem Sitz nieder.^

                                Jger

              ^am Tisch sitzend; reuevoll vor sich hin^

Solang haben wir mit dem Feur gezndelt; das frit uns noch alle auf.

                                 Mann

    ^kommt, einen Regenschirm in der Hand, in die Stube. Sieht den
     Jger. Innerlich sehr erregt; zwingt sich aber gewaltsam zur
                            Ruhe; heiser^

Ein grauer Tag ist heut, Herr Jger; was?

                         Weib ^sitzt abseits^

Ja. Katzgrau.

                            Mann ^barsch^

Dich hat niemand gfragt. ^Stellt den Schirm in die Ecke.^

                                 Weib

Hab gmeint, du hast keinen Schirm mitgnommen; jetz hast doch ein.

                                 Mann

Hab mir einen ausgliehen. ^Verbissen^ Sei ganz ruhig, Weib. Ich gib
schon acht auf mich; da mir ja nichts gschieht, und da ich mir das
Leben erhalt. ^Zum Jger, der aufgestanden ist und sich davon machen
will.^ Bleiben Sie Herr Jger. Sie sein mir ganz recht da. Wir haben zu
reden. ^Das Weib mit einem Blick streifend^ Die Leut im Dorf reden auch
schon.

                       Weib ^zuckt die Achsel^

Die Leut reden viel, wenn der Tag lang ist. ^Dann^ Das Trschlo hast
bstellt?

                                 Mann

Ja. Es ist bstellt.

                                 Weib

Bei deinem Bruder vielleicht gar? Und hast ihm auch gsagt, du brauchsts,
um dein Weib einzusperrn?

                                 Mann

                    ^bezwingt sich; vor sich hin^

Nur kaltes Blut. ^Setzt sich zum Jger an den Tisch^ Jger; wir zwei
reden es jetz aus. Von Mann zu Mann; aber ganz kalt; wie man redt von
einem Geschft. Ganz khl bei Kopf.

                           Jger ^trocken^

Um so besser, wenns kalt hergeht.

                                 Mann

     ^zum Jger, und auch das Weib mit einem Blick einbeziehend^

Niemand hats vermeint: Da ist mit einmal etwas da gstanden, wie aus dem
Boden heraus; auf das niemand denkt hat; und jetz hats uns auf einmal
alle. ^Zeigt sein Stechmesser vor^ Aber so schwach ich bin -- dasmal
sto ich zu, Herr Jger. ^Legt das Messer hart auf den Tisch.^ Ja.
^Heftig^ Mein Weib ist mein Sach; und mein Sach la ich mir nit nehmen.
^Sich selbst zur Ruhe mahnend^ Nur khl bei Kopf. ^Dann ruhig zum Jger^
Aber was hab ich dann davon, wenn ich Ihnen das Messer hineinrenn? Mich
beutelts eiskalt durcheinander, wenn ich nur dran denk. ^Starrt mit
entsetzten Augen vor sich hin.^ Dann hab ich einen Menschen umgebracht.
Ja. Dann hab ich keine gute Stund mehr mein Lebtag. ^Dann sachlich,
ruhig^ Oder Sie mich, Herr Jger. Sagen wir, Sie geben _mir_ einen
Drucker; Sie haben ja die Kraft. Nur ganz ein klein Drucker, und ich bin
schon weg. Wissen Sie, mich hats gleich. ^Bitter^ Ich hab von daheim nit
viel mitkriegt. ^Dann^ Aber deswegen haben Sie vom Weib dann doch
nichts; ganz khl gredt. Nix haben Sie. ^Strker^ Das Zuchthaus haben
Sie. ^Hat sich erhoben.^ Oder gar -- um einen Kopf zuviel. ^Blitzt den
Jger mit den Augen an.^ Ja. Ganz khl gredt, Herr Jger.

                                Jger

       ^von Furcht und Angst gepackt, schreiend gegen den Mann^

Verfluchter Mensch. Was redst da zusamm. So was. Das wr ja bald, als
spret man schon das kalte Eisen am Hals.

                             Mann ^ruhig^

Na eben. Das mein i ja auch. ^Dann^ Und da wei ich ein Mittel, da alls
wieder ins Gleis kommt.

                                Jger

                   ^horcht ebenso wie das Weib auf^

Sags.

                                 Mann

Sie mssen aus der Gegend; und das heut oder morgen.

                                Jger

Das steht nit bei mir. Hab zu tun, was der Kommandant mir schafft.

                                 Mann

Es geht schon. Nur schlau mu man sein.

                                Jger

Ich wt nit, wie.

                                 Mann

                   ^behlt den Jger fest im Auge^

Bin heut auch auf der Grenzwach gwesen. ^Jger starrt den Mann an^ Hab
mich zum Kommandanten fhrn lassen. Hab den Kommandanten gfragt, ob Sie
nit von uns da ein Paketl Konterband, Spitzen und Seide, abgliefert
haben. ^Jger hlt die Augen, ohne mit der Wimper zu zucken auf den Mann
gerichtet.^

                                 Weib

                ^vom Sitz auf; heftig gegen den Mann^

Was? Du hasts anzeigt?

                                 Mann

                ^ohne seine Augen vom Jger zu lassen^

Kusch, Weib; wenn Mnner reden. ^Dann fortfahrend, zum Jger^ Da hat der
Kommandant groe Augen gemacht und gsagt: Da ist kein Paketl und keine
Anzeig einglaufen. Und er wird Sie auf der Stell zum Rapport nehmen,
sagt er. ^Bohrt seine Augen in die Augen des Jgers^ Wenn er Sie jetzt
dann zum Rapport nimmt, was werden Sie dann sagen, Herr Jger?

                          Jger ^voll Scham^

Jetz bin ich dann offen angnagelt. Vor allen Kameraden; als einer, der
sein Ehr verweibert hat. ^Wendet sich gegen die Wand.^

                       Weib ^zum Mann, trocken^

Wer hat ihm denn ein Paketl geben? Hast du ihm eins geben?

                 Jger ^sich gegen das Weib wendend^

Weib, streng dich nit an. Ich steig dir nimmer weiter in die Lug hinein.
^Zum Manne^ Ich werd haarklein alls sagen, wies wahr ist; und ich hab
von der da ein Paketl kriegt; und wie alls kommen ist. Dann sollen sie
mit mir machen, was sie wollen. Versetzt werd ich auf der Stell; das ist
schon das wenigste.

                     Mann ^zum Jger; befriedigt^

So hab ich mirs denkt.

                          Weib ^springt auf^

Jger. Das wirst nit tun.

                        Jger ^gegen das Weib^

Ja, Weib: Jetz tu ich so. Und ists auch gallenbitter; ich tus. Ich tus.

                             Weib ^kalt^

Ich habs schon ghrt. Brauchst es nit sechsmal zu sagen. ^Setzt sich.^

                                Jger

Ah na. Ganz mit Haut und Haar hat mich der Teufel noch nit auf der Mhl.

                           Mann ^zum Jger^

Also dann wr ja insoweit alls gut, Herr Jger. Aber sehen Sie: Auf so
einen balzenden Hahn ist ein schlechter Verla. Wenn Sie bei der Tr
drauen sein, fallts Ihnen am End wieder anders ein; und Sie sagen dann
auf der Wach, sie htten nichts kriegt und nichts gsehen. Das vergene
Weib da hat Ihnen ja gleich schon auf das hin ein Brckerl gebaut. Drum
ists besser, ich setz gleich ber das eine Schrift auf, und Sie
unterschreiben; dann steht die Sach fest. Ists gut so?

                         Jger ^entschieden^

Ja. Es ist gut. Nur fort aus dem Fuchsloch; je eher, je lieber.

                                 Mann

Also ich schreibs gleich. ^Geht auf die Nebentre zu.^

                                Jger

Nur schreiben. Nur schreiben. Und wenn i da auch einen Fetzen Ehr und
eine blutige Pfote zurckla -- nur heraus aus dem Fangeisen. ^Setzt
sich an den Tisch und sttzt den Kopf in die Hnde.^

                                 Mann

   ^schon bei der Nebentre, wendet sich noch einmal um; gegen das
                                Weib^

Weib. Mit dir werd ich dann schon fertig. Dir leg ich den Zaum schon
enger an. ^Nebentre ab.^

                                 Weib

             ^sieht dem Manne nach. Ruhig, in kaltem Ha^

Manndl. Du sperrst ein Weib noch lang nit ein; in deine Totengruft.
^Steht auf und setzt sich zum Jger an den Tisch. Mit dem Kopfe nach der
Nebentr deutend^ Was der Maulmacher da vom Zuchthaus redt; oder gar um
einen Kopf zuviel; zum Lachen.

                                Jger

Schon gut. Mir wars nit zum Lachen, wie er davon gredt hat.
^Erschauernd^ Hab schon das kalte Eisen gsprt. Weib. Das khlt ab. Ich
bin nchtern.

                                 Weib

Da wei ich als Mdl daheim einen Fall im Nachbardorf: Da hat einer ein
Weib ghabt. Und einen jungen Knecht; stark, wie du; wie Milch und Blut.
Und jung.

                                Jger

          ^mit sich selbst beschftigt; stiert vor sich hin^

Was kmmerts mich.

                                 Weib

Der Mann war auch so ein drrer Baum; so, wie der meine. ^Dann^ Und da
hat man den Mann einmal gfunden; tot; mit seinem eignen Messer im Leib.
^Jger beginnt mit halbem Ohr hinzuhorchen^ Es ist beinah so ein Messer
gwesen, wie das da; ^spielt mit dem Messer des Mannes, das auf dem
Tische liegt^ grad mit so einem Hirschhorngriff.

                                Jger

Und was weiter?

                                 Weib

Nichts weiter. Die Leut haben gsagt: Der hat sich selber erstochen; es
hat ihn das Leben nimmer gfreut. Dann haben sie ihn begraben, und aus.
Kein Mensch hat weiter nach dem Drrling gfragt. ^Dann^ Und der junge
Knecht und das Weib haben ein halbes Jahr drauf geheirat. Und jedes Jahr
zu Allerseelen haben sie vor dem Drrling seinem Grab gebetet und die
Kinder mitgnommen; jedes Jahr um eins mehr; so da es bald um das Grab
herum nur so gewurlt hat. So lebendig hats der zu seinen schnsten
Lebzeiten nie ghabt.

                       Jger ^hat sich erhoben^

Weib; mich schttelts vor dir.

                                 Weib

                     ^hat sich ebenfalls erhoben^

Ich wei nur, da mich graust.

                                Jger

Werd nchtern.

                                 Weib

Wenn er aus mir htt eine Mutter gmacht, wies Recht und Brauch ist, dann
knnt man ihn leichter ertragen und wr alls ein Teil besser.
^Haerfllt^ Aber so hat mich der ^haerfllt^ Unnutz betrogen -- um
alls. ^Pltzlich auf den Jger zu. Hngt sich leidenschaftlich an ihn^
Jger; so wie mich vor ihm graust, so verlangts mich nach dir. ^Klammert
sich an ihn.^

                Jger ^sucht sich von ihr loszumachen^

Weg. Ich hab mit mir selber zu tun, da mich der Wind nit verreit. ^Da
sich das Weib an ihn klammert^ Weg, sag ich. Komm zu Verstand und werd
nchtern.

                                 Weib

                   ^das nicht von ihm lassen will^

Jger. Ich mcht ein Kind von dir haben.

                                Jger

       ^schttelt sie mit Gewalt von sich ab, da sie taumelt^

Geh weg. Du brnstige Hndin.

                                 Mann

                 ^steckt den Kopf durch die Nebentr^

So, Herr Jger. Bitt unterschreiben.

                                Jger

        ^durch die Nebentr ab, die er hinter sich schliet.^

                         Weib ^vor sich hin^

Werd nchtern. ^Tritt ans Fenster; pret einen Augenblick den Kopf an
die Scheiben. Dann^ Ihr Mannderln. Geht euch jetz der Grausen an? Zuerst
habt ihr mich aufgehackt bis auf den Grund; und jetz mchts ihr mich
wieder zudrehn, wie einen Wasserhahn. Aber mich fangts ihr nimmer ein.
Jetz habt ihr mich aufgezwirbelt; ^mit einem gewaltigen Ruck^ und jetz
bin ich da. ^Da sie die Mnner aus dem Nebengemach kommen hrt, setzt
sie eine gleichmtige, ruhige Miene auf.^

       ^Jger und hinter ihm der Mann kommen aus der Nebentr.^

                                 Mann

   ^faltet im Gehen die Schrift zusammen und steckt sie befriedigt in
                             die Tasche^

So. Wir Mnner sind handeleins; ^mit einem geringschtzigen Blick nach
dem Weib^ und Weibersach renkt sich von selber ein.

                                 Weib

^trgt eine ergebene Miene zur Schau^

Mann; du kannst schon recht haben. Ich hab mir jetzt auch alls berlegt;
und ich mein schon, wenn man es beim Licht betrachtet -- du triffst
immer das Rechte.

                                 Mann

Zeit wrs; da es wieder hell wird in dem Weiberhirn.

                                 Weib

Naja. Wir Weiber sein ja nur halbe Leut. ^Dann^ Ich wei berhaupt nit,
was ich eigentlich will. Mir geht ja bei dir nix ab. Aber die dummen
Weiberleut kriegen halt oft so einen Rabbl, wenns ihnen zu gut geht. Ein
Pferd sticht auch der Haber, wenns zu lang leer im Stall steht. Aber ich
spr schon, es renkt sich wieder ein.

                                 Mann

Was ich immer sag: Weiber sein wie Kinder. Heut so und morgen so. Da
darf man nur nit nachgeben.

                                 Weib

Es wird schon so sein, wie du sagst. Du kennst sie ja vom Grund aus, die
Weiber.

                                Jger

          ^macht sich gehfertig. Mit den Zhnen knirschend^

Ich machs jetzt mit dem Kommandanten richtig. Werd bald mein Order
haben. Dann fort mit Schaden. ^Verabschiedet sich flchtig^ Adje
allseits. Auf Nimmerwiedersehn. ^Will ab.^

                    Weib ^verstellt ihm die Tre^

Halt, Jger. Grad wie vom nchstbesten Kchentrampel brauchen Sie jetz
deswegen nit von mir zu gehn. Zu dem ists doch ein bissel zu tief
gangen.

                            Mann ^barsch^

Was soll er denn noch?

                           Weib ^zum Mann^

Man lat ja einen See auch langsam ausrinnen, und nit auf einmal; damit
er kein Unheil anstiftet. ^Zum Jger^ Morgen, bevor Sie marschieren,
mssen Sie noch kommen auf einen Abschiedstrunk. Noch einmal mit dem
Glas anstoen alle drei; da alles ruhig ausklingt und still ins Wasser
fallt. Ich mein, das ist nit zuviel verlangt.

                             Jger ^fest^

Ich schlief nimmer ein in den Fuchsbau.

                                 Weib

   ^sieht dem Jger fest ins Gesicht, als wollte sie ihn mit den Augen
                               bannen^

Jger. Auf zwei Minuten. Es ist ja das letztemal. Wir sehn uns dann nie
mehr.

                     Jger ^statt einer Antwort^

Adje hab ich gsagt. Jetzt ein Strich unter alls, und wieder frisch
angfangen ganz von vorn. ^Ab.^

                                 Mann

   ^schliet hinter dem Jger erleichtert aufatmend die Tre. Dann^

Weib; und wir lschen auch alls aus, was gwesen.

                                 Weib

Auch den Schlag ins Gsicht? Alls auslschen?

                                 Mann

Hab ich da nit recht ghabt? Wenn du mir so kommst.

                       Weib ^in blutigem Hohn^

Ja. Tausendmal recht. Ich sehs ein. Aber nit einmal -- zweimal httest
schlagen sollen. Na. Dreimal. Also sagen wir, ich habs noch zweimal auf
das nchstemal gut.

                                 Mann

Ich hoff, es wird nie mehr dazu kommen. ^Reicht ihr die Hand.^

                                 Weib

          ^mit verhaltener Wut; sich recht demtig stellend^

Wir wolln es hoffen. Und ich werd gwi mein Mglichstes tun.




                             Fnfter Akt.


   ^Es ist Abend. Die Hngelampe brennt ber dem weigedeckten Tisch.^

                                 Weib

   ^stellt eine groe Flasche Rotwein mit drei Glsern auf und rckt
                         drei Sthle zurecht^

Jger, du kommst noch. Dich ziehts da her, wie den Br zum
Honigschlecken. ^Dann^ Zum Schuttwegrumen bist mir noch gut; weiter
brauch i dich nimmer: Wenn ich das Haus am Marktplatz hab und drin sitz
als junge Wittib -- da fang ich mir so junge Kraftkerl her, grad nach
Lust. Ich wei jetz schon, wie mans macht. ^bersieht noch einmal den
Tisch. Hlt die Flasche Rotwein vor das Licht^ Der Wein ist rot, wie
frisches Blut. Na, ist recht.

                 Mann ^kommt durch die Eingangtre.^

                                 Weib

Mann, bist da?

                                 Mann

Ja; wie du siehst.

                                 Weib

Hab schon um dich Sorg ghabt, wies gefinstert hat, und du warst noch nit
da.

                             Mann ^froh^

Weib; das hr ich gern bei der Tr herein. Ich seh, du bist
ausgnchtert.

                                 Weib

Oh, es ist alls lngst wieder gut.

                                 Mann

    ^hat sich gesetzt und entledigt sich der Schuhe; vor sich hin^

Man kennt sie ja, die Weiber.

                                 Weib

   ^hat ihm die Hausschuhe besorgt und stellt sie zu seinen Fen hin^

Da wren die Hausschuh. ^Da der Mann laut aufatmet^ Bist md?

                                 Mann

Ja; da herauf machts einen schnaufen. ^Schlpft in die Hausschuhe.^

                                 Weib

Solang man schnauft, lebt man.

                            Mann ^lachend^

Das stimmt. ^Bemerkt den gedeckten Tisch^ Was hast da vorgrichtet?

                            Weib ^trocken^

Den Abschiedstrunk, wenn der Jger kommt.

                           Mann ^rgerlich^

Hat er nit selber gsagt, er kommt nit?

                         Weib ^achselzuckend^

Naja, fr den Fall. Man wei bei so einem Mannsbild ja nie, wies ihm
grad in Kopf kommt.

                                 Mann

Er hat sich schon schuldig geben; ich hab nachgfragt.

                                 Weib

So. Kommst von unten?

                                 Mann

Ja.

                            Weib ^lauernd^

Und was ist mit dem Haus am Marktplatz? Heut frh hast gsagt, du kaufst
es.

                    Mann ^selig, tief Atem holend^

Es ist schon mein.

                    Weib ^mit aufblitzenden Augen^

Du hasts erstanden? Ah.

                   Mann ^erhebt sich; frohlockend^

Mein ists. Mein. Ah, das war ein Mh und Plag viel Jahr lang. Siehst
Weib; jetz hab ichs doch ermacht.

                                 Weib

Na ja, schlau mu man sein.

             Mann ^reckt sich vor dem Bildnis der Mutter^

Mutter. Als Elendmannderl hast mich in die Welt gsetzt. Aber ich habs
doch ermacht. ^Froh lachend^ Haha; meine Brder mit ihren breiten
Achseln; ja, Schlosser; Schmied; und Binder -- euch wirds vor Neid
schnaufen und blasen machen: Ich, das Flaschenmanndl -- das schnste
Haus und das schnste Weib. ^Fat das Weib um die Taille.^

                                 Weib

   ^fhrt bei der Berhrung mit einem Schrei des Abscheus zurck.^

                           Mann ^verdutzt^

Was hast?

                           Weib ^fat sich^

Ein Fischbein ist von meinem Mieder los; das hat mich jetzt in die Seite
gstochen. ^Dann forschend^ Na, und hast den Kaufbrief?

                                 Mann

   ^greift in die innere Tasche und reicht ihr ein gefaltetes Blatt
                               Papier^

Da ist er.

                                 Weib

                 ^besieht den Schein; dann sehr khl^

Hm ja; da steht ^enttuscht^ dein Namen. Auf dich ists gschrieben.
^Pltzlich unwirsch den Schein hinwerfend^ Will nix mehr hren von der
Httn da unten; da hab ich schwer draufzahlen mssen. ^Da sie der Mann
anstarrt, heftig^ Wegen dem Haus hast du dein Weib dem Grenzjger als
Kder hingschmissen.

                            Mann ^heftig^

Fang nit mit alten Sachen an. Das haben wir ausglscht.

                                 Weib

                    ^funkelt ihn mit den Augen an^

Ausglscht? Das ganze Weib mit Haut und Haar und Fleisch und Blut? ^Dann
mit knstlicher Ruhe^ Du mut mirs nit belnehmen: Dort und da zngelts
noch auf. Jetzt ists schon wieder gut. ^Dann sanft, schmeichelnd^ Du,
Mann.

                                 Mann

Ja. Was ist?

                                 Weib

Du hast frher immer gsagt, das Haus am Marktplatz wirst _mir_
zuschreiben.

                                 Mann

Ich halts auch.

                                 Weib

Ja freilich. Wie die Mnner schon sein mit dem Worthalten. Geh, geh.
Euch kennt man schon.

                         Mann ^entschlossen^

Hol mir Papier und Schreibzeug. ^Setzt sich an den Tisch.^

                                 Weib

                   ^stellt sich beinahe beleidigt^

Aber, was dir nit einfallt. Du wirst doch noch ein Spa verstehn. ^Hat
sich aber trotzdem gleich erhoben und geht durch die Nebentre ab.^

                         Mann ^vor sich hin^

Weiber. Zuerst wollen sie etwas haben, dann wieder nit; ja ja, grad wie
die Kinder.

                                 Weib

         ^kommt mit Papier und Schreibzeug aus der Nebentr^

Und grad heut, wo du so md bist. La es doch gut sein. ^Stellt das
Schreibzeug auf den Tisch und schiebt es ihm bequem zu^ So. Aber mach
mir aufs weie Tischtuch kein Tintenfleck. ^Setzt sich abseits.^

                                 Mann

   ^beginnt zu schreiben. Lt ein Weilchen die Feder ber das Papier
   kratzen. Hlt dann inne und legt die Feder weg. Wischt sich ber
                              die Stirn^

Es ist doch was Spaiges ums Testamentmachen. ^Zum Weib^ Jetz ist mir
ein eiskalter Grusler ber den Rcken glaufen.

                                 Weib

Was du nit sagst. ^Erhebt sich und tritt an den Tisch. Sieht ber die
Schulter des Mannes auf das Blatt und liest^ Fr den Fall meines Todes
vermache ich meinem ^stellt sich gerhrt^ lieben Eheweib ... ^dann^ na,
so was; ich glaubs, da es einen da gruselt. Das ist ja grad, als wenn
einem der Klapperhans schon hinten ber die Achsel hereinschauet. ^Nimmt
das Blatt an sich^ Weg mit dem Wisch. Ich la dich nit weiterschreiben.
Zu was sollst dich da lang martern?

                                 Mann

Hast recht; bin heut auch zu md. Leg das Blatt in Kasten. Ich schreibs
morgen fertig.

                                 Weib

                ^hlt das Blatt in der Hand; unwirsch^

Na also. Wenn ich schon immerfort sag: La es gut sein. ^Dann mit dem
Blatt in der Hand zgernd, als kme ihr ein Bedenken^ Ja, aber sag Mann;
du bist doch sonst so ein gscheiter Mensch; ist denn das schlau?

                                 Mann

Was?

                                 Weib

Ich mein halt so: Fr den Fall meines Todes, oder wies da heit -- so
was schreibt niemand gern; jetz httst es eigentlich schon berstanden;
und da sollst dich dann morgen wieder auf und neu in den Tod hinein
denken? -- Na. Ich la mir meinen Mann nit doppelt und dreifach martern.
^Legt ihm das Papier wieder vor^ Da; schreibs zu End. Man lat sich
einen Zahn auch auf einmal reien; und nit portionenweis.

                                 Mann

Du hast recht. Und was du da sagst, das zeigt auch von Gemt. ^Beginnt
wieder zu schreiben.^

                                 Weib

Na eben. ^Setzt sich abseits.^

   ^Man hrt jetzt und auch in der Folge durch das geschlossene Fenster
   dann und wann sehr gedmpft die Klnge einer Ziehharmonika; keine
     eigentliche Melodie; es erweckt den Anschein, als ob jemand
                         Akkorde ben wrde^

                                 Mann

Aha. Unser alter Knecht spielt wieder auf seiner Harmonika. Da kriegen
wir ein anders Wetter.

                                 Weib

Das kann schon sein.

                           Mann ^schreibt^

       ^hlt im Schreiben inne; wendet sich nach dem Weibe um^

Was hat das Haus fr eine Nummer? ^Ungeduldig^ Marktplatz Nummero?

                                 Weib

    ^hlt sich die Ohren zu, als tte ihr der ganze Vorgang wehe^

Bitt dich, Mann, frag mich nix; ich werd dir nit bei der Arbeit noch den
Handlanger machen. ^Dann^ Nummero sieben hats, fallt mir grad ein.
^Whrend der Mann schreibt^ Oder meinst, fr ein Weib ist das gar so
eine Freud, wenn der Mann da beim Tisch sitzt und schreibt: Fr den Fall
meines Todes. ^Ist aufgestanden und tritt ans Fenster^ Och Gott, ja; man
steht sich schon was aus. ^Sieht durch die Scheiben.^

                 Mann ^schreibend; froh vor sich hin^

Sie ist wieder gut, wie frher. Das Weib ist wieder im rechten Gleis.
^Hat zu Ende geschrieben; gibt Streusand auf das Papier; dann sich
umwendend^ Weib; ich bin fertig. ^Reicht dem Weib, das vom Fenster auf
den Tisch zugekommen ist, das Papier^ Lies durch. Obs dir so recht ist.

                                 Weib

   ^macht, als wre sie innerlich ergriffen, mit der einen Hand eine
                         abwehrende Bewegung^

Gott bewahr; ich werd das noch lesen. ^Langt mit der andern Hand nach
dem Papier und berfliegt rasch dessen Inhalt; dann^ Das Datum hast
vergessen; ^dann, noch einen Fehler entdeckend, hastig^ och du mein
Gott, und dein Vornamen auch. ^Legt ihm das Blatt wieder auf den Tisch.^

                                 Mann

                   ^bessert das Fehlende aus; dann^

So.

                                 Weib

   ^das beim Tisch stehen geblieben ist und zugesehen hat, nimmt rasch
                           das Papier weg^

Jetzt aber gleich fort mit dem Wisch; in Kasten hinein, und nimmer
heraus. ^Gibt das Papier in den Stehkasten, den sie versperrt.^

                                 Mann

      ^berluft pltzlich wie von ungefhr ein kalter Schauer^

Weib; es bergruselt mich schon wieder eiskalt. ^Wischt sich ber die
Stirn^ Und eine Hitz steigt mir auf; und eine Angst. ^Erhebt sich
taumelnd vom Tisch.^

                                 Weib

Was hast denn?

                                 Mann

So eine Angst hab ich.

                           Weib ^unwirsch^

Vor was denn?

                                 Mann

Ich wei nit vor was. Ich hab nur so eine Angst.

                                 Weib

Das dumme Testament. Hab i dir nit alleweil gsagt: La es. Aber na; wenn
sich ein Mannsbild einmal was in Kopf setzt, das mu durch. Och Gott ja.
^Ist ans Fenster getreten und sieht durch die Scheiben.^

                                Jger

   ^zur Reise gerstet, gespornt und gestiefelt, mit dem gerollten
    Mantel ber Brust und Schulter, tritt beinahe lautlos zur Tre
                               herein.^

                                 Mann

   ^starrt angstvoll nach dem Dunkel der offenen Tre, in der sich die
   Gestalt des Jgers beinahe gespenstisch abhebt; als she er ein
                       Gespenst. Aufschreiend^

Ah.

                    Weib ^wendet sich vom Fenster^

Na, was denn? ^Sieht den Jger. Triumphierend^ Der Jger. ^Dann vor dem
Jger^ Na also, Herr Jger. Sein Sie doch noch einmal eingschloffen in
den -- Fuchsbau.

                                Jger

              ^wischt sich wie benommen ber die Stirn^

Wei selber nit; bin schon auf der Stra dahin marschiert. Und auf
einmal bin ich da.

                         Weib ^sieht ihn an^

Ich habs gwut, da Sie kommen. Soweit kenn ich jetz schon alles, was
Hosen tragt.

                                 Mann

                   ^starrt den Jger furchtsam an^

Wei nit, wie Sie mir jetzt im Halbschatten da vorkommen: Viel grer
und wilder.

                             Jger ^kurz^

Ei was.

                                 Weib

                ^mustert den Jger von oben bis unten^

Na ja; weil er so aufgezumt ist; mit dem gerollten Mantl ber, und
gestiefelt und gspornt. ^Dann^ Jger; legen Sie ab.

                                Jger

Abglegt wird nit.

                                 Weib

Aber niedergsessen. ^Rckt ihm beim Tisch einen Stuhl zurecht.^

                          Jger ^setzt sich^

Auf zwei Minuten.

                                 Weib

Na, sagen wir drei. Soviel werden Sie schon noch zugeben. ^Zum Mann^
Mann setz dich. Ist dir jetz besser?

                       Jger ^hastig zum Weib^

Wo fehlts ihm?

               Mann ^setzt sich. Rasch gegen den Jger^

Nur keine Sorg, Herr Jger. Ich werd hundert Jahr alt.

                           Weib ^zum Jger^

Wir mssen noch einmal anstoen zum Abschied. So jung kommen wir nimmer
zusamm. ^Beginnt die Glser der Reihe nach vollzuschenken.^

                                Jger

    ^mit Beziehung auf die eben wieder auf einen Augenblick hrbar
                 werdenden Klnge der Ziehharmonika^

Tafelmusik haben Sie auch bstellt?

                                 Weib

Das ist nur unser alter Knecht; so ein halber Zigeuner. Der probiert oft
so am Abend. Aber oft spielt er auch ganz wilde Stckeln.

                                Jger

So, so.

                                 Mann

Also ist alles in Richtigkeit, Herr Jger?

                             Jger ^fest^

Hab schon mein Order. ^Klopft auf die Brusttasche^ Zum Rapport in die
Stadt.

                                 Weib

   ^hat die Glser vollgeschenkt. Setzt sich zwischen Mann und Jger^

Und was meinen Sie; was gschieht jetz dann mit Ihnen?

                                Jger

Wei nit, was mit mir gschieht und wie sie es nehmen. ^Bitter^ Aber mein
Ehr hat einen Sprung kriegt, das wei ich. ^Schmerzlich vor sich hin^ Es
ist mir nur wegen meiner Mutter: Sie ist immer stolz gwesen auf meine
gute Fhrung. ^Mit Inbrunst^ Aber ich will wieder ehrlich werden von
Grund auf.

                                 Weib

                  ^erhebt sich mit dem vollen Glas^

Wir sollen lebn. Zuerst der Mann, der alles wieder eingerenkt hat.
^Stt mit ihm an^ Du bist doch der Schlaueste von uns allen. ^Dann zum
Jger gewendet^ Jger. Wir zwei knnen jetz einander ganz -- nchtern
ins Aug schauen; was? ^Sehen sich, das Glas in der Hand, an^ Halt. Ganz
da hinten drin sieh ich noch ein Feuerl brennen. Das lschen wir aus.
Zum Wohl, Herr Jger. ^Stoen an^ Wir schwemmen es hinunter. ^Trinken.^

                                Jger

   ^trinkt das Glas leer. Whrend ihm das Weib wieder nachschenkt,
                            vor sich hin^

Ja. Haar und Blut hab ich da glassen; ^gegen das Weib^ aber ganz mich zu
schanden rupfen warst doch nit imstand; du Weiberteufel.

                           Weib ^fhrt auf^

Wer hat den Teufel aus dem Ei gebrtet? ^Heftig gegen Mann und Jger^ Du
und du; ja, ihr zwei. Ah, wenn ihr mir _so_ kommt.

                                 Mann

          ^bengstigt vor dem heftigen Ausbruch des Weibes^

Weib, brenn nit wieder auf. Wir lassen es gut sein.

                     Weib ^scheinbar besnftigt^

Na also gut. Dann ists ja gut, wenns gut ist. ^Dann^ Aber das mt ihr
doch selber sagen, ihr zwei Mannderln: Es ist nit gut, mit einem Weib
Katz und Maus zu spielen. ^Wie schadenfroh^ Was, Jgerle, he?

                                Jger

Die Weiber haben Schiepulver ein. Ich geh keiner mehr zu.

                           Weib ^spttisch^

Aber heut sein Sie doch wieder kommen.

                                Jger

   ^wischt sich wie benommen ber die Stirn und sieht das Weib beinahe
                             hilflos an^

Wei nit wie. Bin halt da.

                       Mann ^sieht auf die Uhr^

Weib. Lang tun wir da nit um. Gsundheit trunken haben wir. Ich bin md.

                                 Weib

Ah was. Du bist alleweil md. ^Nickt dem Jger zu.^ Ja, Jger. Sie
mssen heut noch mit Sack und Pack die Nacht durch marschieren;
^schmeichelt sich an den Mann heran^ und wir zwei schlafen fein warm im
Federbett. Gelt, Mannderl? ^Legt den Arm von hinten her um des Mannes
Nacken und Schulter. Mit der andern Hand ergreift sie das Glas und
blinzelt unter den halbgeschlossenen Lidern den Jger an^ Gsundheit,
Herr Jger. Was sein mu, mu sein. ^Nippt von dem Wein.^

                                Jger

   ^aufgestachelt, packt sein Glas und strzt es, ohne mit dem Weib
   anzustoen, rasch wortlos auf einen Zug hinunter. Stt das leere
                   Glas heftig auf den Tisch auf.^

                        Mann ^zuckt zusammen^

Oha. Fr Sie wr am besten ein Glas aus Schmiedeisen.

                        Weib ^gegen den Mann^

La ihn. Der Jger hat Kraft. Und die mu irgend wo aus.

                       Jger ^hat sich erhoben^

Ich geh.

                        Weib ^hlt ihn zurck^

Jetz sein Sie erst niedergsessen. Ist der Stuhl noch gar nit warm. Und
heut ists ja das letztemal; dann sehn wir uns nie mehr. ^Schenkt ihm das
Glas voll.^

                                 Mann

               ^den die Situation nicht geheuer dnkt^

Weib, halt ihn nit auf. Es ist Zeit. Und der Jger mu jetzt gehn.

                                Jger

           ^streift den Mann mit einem haerfllten Blick^

Brauch keinen Mahner. Wei selber, wenns Zeit ist. ^Setzt sich wieder.^

                          Weib ^befriedigt^

So ists. Wir sein nit auf dem Wasser. Und znden Sie sich ein Zigarettl
an. Dann wirds erst gemtlich. Ich riech den Rauch so gern.

                                Jger

   ^greift um eine Zigarette zwischen die Rockknpfe; dabei den Mann
                       mit den Augen streifend^

Wenn nur niemandem bel wird vom Rauch.

                                 Mann

           ^hat sein Glas leer getrunken; gegen den Jger^

Geht das auf mich?

                Jger ^brennt sich die Zigarette an.^

                      Weib ^den Mann scheltend^

Sag nur, Mann; was ist heut mit dir? Bist wie eine Stechfliege. Mchst
du mit Gwalt Unfrieden haben?

                           Mann ^verdutzt^

Wer. Ich?

                                 Weib

Dann gib einmal Ruh und reiz den Jger nit auf. ^Heftig^ So ein
blutschwaches Manndl, wie du. Du mut kuschen vor dem Jger. Du weit es
noch vom letztenmal her.

                        Jger ^gegen das Weib^

Ruhig von dem. Das ist begraben.

                   Mann ^fhrt gegen das Weib auf^

Reit dich schon wieder der Teufel?

                   Weib ^fhrt sich ber die Stirn^

Mnner verzeiht mir. Aber ein Weib vergit nicht so schnell. Es brandelt
halt noch auf der Kohlstatt. ^Dann^ Aber jetzt ists schon wieder gut.
Wir fahren mit dem Lschhrndl drber und sagen: Es war nichts. Mann.
^Stt mit dem Manne an^ Sollst leben; ^sieht ihn an^ wenn der Tod
nichts dagegen hat.

                                 Mann

     ^setzt das Glas vom Mund ab; starrt erschrocken das Weib an^

Weib; la solche Sp.

                                 Weib

Na, was denn? Kein Mensch ist vor dem Sterben sicher. Es kann jede Stund
mich oder dich oder den Jger haben. ^Dann das Glas schwingend^ Drum
sein wir froh, da wir noch leben und jung sein; was, Jger? ^Stt mit
dem Jger an^ Die jungen Jahr mu man nutzen. ^Mit den Mann mit
feindseligen Blicken^ Man hat ja sonst auch nichts. ^Trinkt und setzt
sich.^

                     Mann ^erbost gegen das Weib^

Sonst auch nichts. Hab ich dir nit grad jetzt das Haus am Marktplatz
verschrieben? ^fft das Weib^ Sonst auch nichts.

                                 Weib

             ^klopft dem Jger lachend auf die Schulter^

Herr Jger; zu dem Haus haben Sie auch etwas beigsteuert; Sie haben mit
mir in der Stubn da brav karessiert, und derweil hat mein Mann mit
seinen Helfern die Schmuggelfracht aus dem Keller weggschafft. ^Lacht
aus vollem Halse^ Mann, das hast fein gmacht. ^Klopft dem Manne auf die
Schulter.^

                                Jger

           ^hat wieder sein Glas leer getrunken. Fhrt auf^

Mein Ehr habt ihr mir angfressen in dem Fuchsloch da; und zu der
Spitzbberei noch den Spott dazu? Weib, bring mich nimmer weiter auf;
ich hab jetzt Wein im Leib.

                                 Weib

Jetz werden Sie nur nit mit _mir_ sackgrob. ^Heftig^ Wer hat mich denn
anglernt zu der Spitzbuberei? ^Gegen den Mann^ Du hast mich anglernt.
Ja, du.

                   Mann ^heftig gegen das Weib auf^

Das ist begraben.

                                Jger

             ^in wildem Ha gegen den Mann aufspringend^

Begraben, ja. Und mein Ehr auch begraben. ^Es sieht einen Augenblick
aus, als wollte er in seinem Grimm dem Manne zu Leibe gehen.^

               Weib ^stellt sich schtzend dazwischen^

Halt. Kein Streit. ^Dann^ Was nur die Mnner haben: Aus jedem Wrtl
drehn sie gleich einen Hackenstiel und schlagen damit los.

                     Jger ^bezwingt sich mhsam^

Ich mu grad gehn. ^Will ab.^

                        Weib ^hlt ihn zurck^

Aber nit in Unfrieden. Wir stoen noch einmal an. ^Schenkt dem Jger das
Glas voll. Reicht es ihm und hebt ihr Glas. Stellt sich ganz nahe vor
ihm hin und sieht ihn an^ Jger. Es ist das letztemal; bald sein Sie
weit und nie mehr sehn wir uns. ^Stot an^ In drei Tagen haben Sie mich
lngst schon vergessen.

                                Jger

Weib. Ich hab von dir meinen Hacker. Der sitzt. Und vergessen kann i
dich nie mehr. ^Sieht sie mit trunkenen Augen an^ Ein Weib -- ja, das
bist schon. Voll Ra und voll Teufel. ^Stt mit ihr an, da die Glser
laut erklingen und leert sein Glas.^

                                 Weib

    ^nippt vom Weine und beginnt, da eben wieder einige Takte der
    Musik vor dem Fenster hrbar werden, mit dem Glase in der Hand
                  sich tnzelnd im Takte zu wiegen^

Hopstrallala; hopstrallala.

                                 Mann

    ^auf das Weib zu; nimmt ihr das Glas aus der Hand und setzt es
                      heftig auf den Tisch auf^

So. Aus und fertig. Es ist Nacht und Schlafenszeit. Du weit, wo du
hinghrst.

                            Weib ^brutal^

Ich schlaf mir noch gnug, wenn ich kalt bin. ^Eilt ans Fenster, ffnet
es und ruft hinaus^ Knecht, vorwrts. Spiel auf, was ins Blut geht. Grad
extra. ^Es ertnt nunmehr durch das offene Fenster eine Tanzweise, die
immer strker und wilder wird. Weib beginnt zu tanzen.^ Hopstrallala.
Hopstrallala. ^Hlt mit ihren Augen den Jger im Bann.^

                                Jger

   ^der sich zum Gehen gerstet hat und schon bei der Tr steht, sieht
            dem tanzenden Weibe mit trunkenen Blicken zu^

Weiter, Weib; weiter; nur immer drauflos. ^Weib beginnt zu tanzen.^

                            Mann ^heftig^

Herr Jger; gute Nacht.

                                Jger

Da piepst was. ^Sieht mit trunkenen Augen dem Weibe zu^ Weiter; nur
weiter.

                                 Weib

                 ^innehaltend, heftig gegen den Mann^

Wo er nur von weitem was sprt, das nach Leben riecht -- gleich mcht
ers verbietn. ^Brutal^ Weil du keinen Atem hast, drum soll ich nit
tanzen. Haha. Manndl. Du sperrst ein Weib noch lang nit ein. ^Im vollen
Tanz^ Da schau, wie ich tanz. Und grad extra. Hopstrallala.
Hopstrallala. ^Hlt whrend des Tanzes mit ihren Augen den Jger im
Bann.^

                                Jger

   ^der das tanzende Weib mit trunkenen Blicken verfolgt und mit den
    Fen nun selbst den Takt zu stampfen beginnt, kann sich nicht
                       mehr halten. Entflammt^

Weib; du hast sieben Teufel im Leib. ^Wirft den gerollten Mantel ab;
packt das Weib und schwingt sich mit ihr in wildem Tanz^ Weiter; nur
weiter; nur immer drauflos.

                                 Mann

         ^ist ans offene Fenster geeilt. Ruft heftig hinaus^

Hr auf mit dem Gedudl. ^Die Musik reit pltzlich mitten im Takte ab.
Mann wirft das Fenster zu. Auf die Tanzenden los^ Kein Schritt mehr.

                                Jger

   ^der in seinem Taumel das Verstummen der Musik gar nicht gewahr
                                wird^

Da piepst was. ^Whrend der Mann, der dem Ellbogen des Jgers zu nahe
gekommen ist, von der Tanzbewegung fortgeschleudert wird, da er
taumelt, mit dem Weibe ohne Musik forttanzend^ Weiter; nur weiter; und
immer drauflos.

                                 Weib

      ^beginnt sich pltzlich heftig gegen den Jger zu wehren^

Lassen Sie mich aus. Hren Sie denn nit? Wenn mein Mann nimmer will.

                                Jger

   ^hlt das Weib noch immer gewaltsam fest und zerrt sie im Tanze
                                fort^

Weiter; nur weiter; nur immer drauflos.

                            Weib ^zornig^

Das will i doch sehen. ^Macht sich mit einem gewaltigen Ruck aus den
Armen des Jgers los. Zornfunkelnd^ Sie sein nit mein Mann. Vorwrts,
Mann, wir gehn jetzt ins Bett.

                                Jger

Was, Bett. ^Hat sich vor das Weib gestellt.^ Schneiderle; die rhrst du
nimmer an.

                                 Mann

Wer ist ein Schneider? ^Zieht sein Messer.^

                                 Weib

Soll jetzt noch mit Gewalt ein Streit herauswachsen? Mann; steck dein
Messer ein. ^Zum Jger^ Sie, Jger; da ist die Tr. Ich und mein Mann
wollen jetzt schlafen gehn.

                        Jger ^aufgepeitscht^

Was schlafen. Der Schneider rhrt dich nimmer an. ^Fat das Weib.^

                                 Mann

   ^mit dem gezckten Messer; totenbla, schlotternd, unschlssig^

Jger; und wenns mich noch so beutelt ...

                                 Weib

                       ^von dem Jger gehalten^

Jger; dasmal sticht er.

                                Jger

Der sticht nit. ^Reit seinen Sbel aus der Scheide^ Schneider. Da hast.
^Ersticht den Mann.^

                                 Mann

   ^ist unter dem Bildnis der Mutter zu Boden gesunken. Die brechenden
                    Augen auf sein Weib gerichtet^

Weib; jetz kenn i dich erst ganz.

                                 Weib

Du kennst sie ja von Grund aus, die Weiber.

                            Mann ^stirbt.^

                                 Weib

Jger. Du hast ihn umbracht. Du ganz allein.

                                Jger

    ^den Sbel in der Faust, stiert dumpf auf den Toten. Der Sbel
                            entfllt ihm^

Jetz bin ich avanciert. ^Bricht nieder.^

                         Weib ^triumphierend^

Hast jetz dein Sterndl? ^Mchtig^ Ihr Mannsteufel. Euch ist man noch
ber.

                                Ende.

                  Druck von C. Grumbach in Leipzig.




Anmerkungen zur Transkription


Der Originaltext ist in Fraktur gesetzt. Hervorhebungen, die im
Original g e s p e r r t sind, wurden mit Unterstrichen wie _hier_
gekennzeichnet. Regieanweisungen wurden mit ^Zirkumflex^ markiert.

Die mundartliche Schreibweise und Grammatik des Originals wurden
beibehalten. Lediglich offensichtliche Druckfehler wurden korrigiert wie
hier aufgefhrt (vorher/nachher):

   [S. 45]:
   ... als sie mich brauchen; weiter brauchen Sie mich nimmer. ...
   ... als Sie mich brauchen; weiter brauchen Sie mich nimmer. ...

   [S. 46]:
   ... die Hand abfault, wenns nach dem Sternl greift. ...
   ... die Hand abfault, wenns nach dem Sterndl greift. ...

   [S. 71]:
   ... Totenmal und ein schnen Grabstein. Gib mir, was ...
   ... Totenmahl und ein schnen Grabstein. Gib mir, was ...






End of the Project Gutenberg EBook of Der Weibsteufel, by Karl Schnherr

*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK DER WEIBSTEUFEL ***

***** This file should be named 49059-8.txt or 49059-8.zip *****
This and all associated files of various formats will be found in:
        http://www.gutenberg.org/4/9/0/5/49059/

Produced by Jana Srna, Alexander Bauer, Jens Sadowski, and
the Online Distributed Proofreading Team at
http://www.pgdp.net

Updated editions will replace the previous one--the old editions will
be renamed.

Creating the works from print editions not protected by U.S. copyright
law means that no one owns a United States copyright in these works,
so the Foundation (and you!) can copy and distribute it in the United
States without permission and without paying copyright
royalties. Special rules, set forth in the General Terms of Use part
of this license, apply to copying and distributing Project
Gutenberg-tm electronic works to protect the PROJECT GUTENBERG-tm
concept and trademark. Project Gutenberg is a registered trademark,
and may not be used if you charge for the eBooks, unless you receive
specific permission. If you do not charge anything for copies of this
eBook, complying with the rules is very easy. You may use this eBook
for nearly any purpose such as creation of derivative works, reports,
performances and research. They may be modified and printed and given
away--you may do practically ANYTHING in the United States with eBooks
not protected by U.S. copyright law. Redistribution is subject to the
trademark license, especially commercial redistribution.

START: FULL LICENSE

THE FULL PROJECT GUTENBERG LICENSE
PLEASE READ THIS BEFORE YOU DISTRIBUTE OR USE THIS WORK

To protect the Project Gutenberg-tm mission of promoting the free
distribution of electronic works, by using or distributing this work
(or any other work associated in any way with the phrase "Project
Gutenberg"), you agree to comply with all the terms of the Full
Project Gutenberg-tm License available with this file or online at
www.gutenberg.org/license.

Section 1. General Terms of Use and Redistributing Project
Gutenberg-tm electronic works

1.A. By reading or using any part of this Project Gutenberg-tm
electronic work, you indicate that you have read, understand, agree to
and accept all the terms of this license and intellectual property
(trademark/copyright) agreement. If you do not agree to abide by all
the terms of this agreement, you must cease using and return or
destroy all copies of Project Gutenberg-tm electronic works in your
possession. If you paid a fee for obtaining a copy of or access to a
Project Gutenberg-tm electronic work and you do not agree to be bound
by the terms of this agreement, you may obtain a refund from the
person or entity to whom you paid the fee as set forth in paragraph
1.E.8.

1.B. "Project Gutenberg" is a registered trademark. It may only be
used on or associated in any way with an electronic work by people who
agree to be bound by the terms of this agreement. There are a few
things that you can do with most Project Gutenberg-tm electronic works
even without complying with the full terms of this agreement. See
paragraph 1.C below. There are a lot of things you can do with Project
Gutenberg-tm electronic works if you follow the terms of this
agreement and help preserve free future access to Project Gutenberg-tm
electronic works. See paragraph 1.E below.

1.C. The Project Gutenberg Literary Archive Foundation ("the
Foundation" or PGLAF), owns a compilation copyright in the collection
of Project Gutenberg-tm electronic works. Nearly all the individual
works in the collection are in the public domain in the United
States. If an individual work is unprotected by copyright law in the
United States and you are located in the United States, we do not
claim a right to prevent you from copying, distributing, performing,
displaying or creating derivative works based on the work as long as
all references to Project Gutenberg are removed. Of course, we hope
that you will support the Project Gutenberg-tm mission of promoting
free access to electronic works by freely sharing Project Gutenberg-tm
works in compliance with the terms of this agreement for keeping the
Project Gutenberg-tm name associated with the work. You can easily
comply with the terms of this agreement by keeping this work in the
same format with its attached full Project Gutenberg-tm License when
you share it without charge with others.

1.D. The copyright laws of the place where you are located also govern
what you can do with this work. Copyright laws in most countries are
in a constant state of change. If you are outside the United States,
check the laws of your country in addition to the terms of this
agreement before downloading, copying, displaying, performing,
distributing or creating derivative works based on this work or any
other Project Gutenberg-tm work. The Foundation makes no
representations concerning the copyright status of any work in any
country outside the United States.

1.E. Unless you have removed all references to Project Gutenberg:

1.E.1. The following sentence, with active links to, or other
immediate access to, the full Project Gutenberg-tm License must appear
prominently whenever any copy of a Project Gutenberg-tm work (any work
on which the phrase "Project Gutenberg" appears, or with which the
phrase "Project Gutenberg" is associated) is accessed, displayed,
performed, viewed, copied or distributed:

  This eBook is for the use of anyone anywhere in the United States and
  most other parts of the world at no cost and with almost no
  restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or re-use it
  under the terms of the Project Gutenberg License included with this
  eBook or online at www.gutenberg.org. If you are not located in the
  United States, you'll have to check the laws of the country where you
  are located before using this ebook.

1.E.2. If an individual Project Gutenberg-tm electronic work is
derived from texts not protected by U.S. copyright law (does not
contain a notice indicating that it is posted with permission of the
copyright holder), the work can be copied and distributed to anyone in
the United States without paying any fees or charges. If you are
redistributing or providing access to a work with the phrase "Project
Gutenberg" associated with or appearing on the work, you must comply
either with the requirements of paragraphs 1.E.1 through 1.E.7 or
obtain permission for the use of the work and the Project Gutenberg-tm
trademark as set forth in paragraphs 1.E.8 or 1.E.9.

1.E.3. If an individual Project Gutenberg-tm electronic work is posted
with the permission of the copyright holder, your use and distribution
must comply with both paragraphs 1.E.1 through 1.E.7 and any
additional terms imposed by the copyright holder. Additional terms
will be linked to the Project Gutenberg-tm License for all works
posted with the permission of the copyright holder found at the
beginning of this work.

1.E.4. Do not unlink or detach or remove the full Project Gutenberg-tm
License terms from this work, or any files containing a part of this
work or any other work associated with Project Gutenberg-tm.

1.E.5. Do not copy, display, perform, distribute or redistribute this
electronic work, or any part of this electronic work, without
prominently displaying the sentence set forth in paragraph 1.E.1 with
active links or immediate access to the full terms of the Project
Gutenberg-tm License.

1.E.6. You may convert to and distribute this work in any binary,
compressed, marked up, nonproprietary or proprietary form, including
any word processing or hypertext form. However, if you provide access
to or distribute copies of a Project Gutenberg-tm work in a format
other than "Plain Vanilla ASCII" or other format used in the official
version posted on the official Project Gutenberg-tm web site
(www.gutenberg.org), you must, at no additional cost, fee or expense
to the user, provide a copy, a means of exporting a copy, or a means
of obtaining a copy upon request, of the work in its original "Plain
Vanilla ASCII" or other form. Any alternate format must include the
full Project Gutenberg-tm License as specified in paragraph 1.E.1.

1.E.7. Do not charge a fee for access to, viewing, displaying,
performing, copying or distributing any Project Gutenberg-tm works
unless you comply with paragraph 1.E.8 or 1.E.9.

1.E.8. You may charge a reasonable fee for copies of or providing
access to or distributing Project Gutenberg-tm electronic works
provided that

* You pay a royalty fee of 20% of the gross profits you derive from
  the use of Project Gutenberg-tm works calculated using the method
  you already use to calculate your applicable taxes. The fee is owed
  to the owner of the Project Gutenberg-tm trademark, but he has
  agreed to donate royalties under this paragraph to the Project
  Gutenberg Literary Archive Foundation. Royalty payments must be paid
  within 60 days following each date on which you prepare (or are
  legally required to prepare) your periodic tax returns. Royalty
  payments should be clearly marked as such and sent to the Project
  Gutenberg Literary Archive Foundation at the address specified in
  Section 4, "Information about donations to the Project Gutenberg
  Literary Archive Foundation."

* You provide a full refund of any money paid by a user who notifies
  you in writing (or by e-mail) within 30 days of receipt that s/he
  does not agree to the terms of the full Project Gutenberg-tm
  License. You must require such a user to return or destroy all
  copies of the works possessed in a physical medium and discontinue
  all use of and all access to other copies of Project Gutenberg-tm
  works.

* You provide, in accordance with paragraph 1.F.3, a full refund of
  any money paid for a work or a replacement copy, if a defect in the
  electronic work is discovered and reported to you within 90 days of
  receipt of the work.

* You comply with all other terms of this agreement for free
  distribution of Project Gutenberg-tm works.

1.E.9. If you wish to charge a fee or distribute a Project
Gutenberg-tm electronic work or group of works on different terms than
are set forth in this agreement, you must obtain permission in writing
from both the Project Gutenberg Literary Archive Foundation and The
Project Gutenberg Trademark LLC, the owner of the Project Gutenberg-tm
trademark. Contact the Foundation as set forth in Section 3 below.

1.F.

1.F.1. Project Gutenberg volunteers and employees expend considerable
effort to identify, do copyright research on, transcribe and proofread
works not protected by U.S. copyright law in creating the Project
Gutenberg-tm collection. Despite these efforts, Project Gutenberg-tm
electronic works, and the medium on which they may be stored, may
contain "Defects," such as, but not limited to, incomplete, inaccurate
or corrupt data, transcription errors, a copyright or other
intellectual property infringement, a defective or damaged disk or
other medium, a computer virus, or computer codes that damage or
cannot be read by your equipment.

1.F.2. LIMITED WARRANTY, DISCLAIMER OF DAMAGES - Except for the "Right
of Replacement or Refund" described in paragraph 1.F.3, the Project
Gutenberg Literary Archive Foundation, the owner of the Project
Gutenberg-tm trademark, and any other party distributing a Project
Gutenberg-tm electronic work under this agreement, disclaim all
liability to you for damages, costs and expenses, including legal
fees. YOU AGREE THAT YOU HAVE NO REMEDIES FOR NEGLIGENCE, STRICT
LIABILITY, BREACH OF WARRANTY OR BREACH OF CONTRACT EXCEPT THOSE
PROVIDED IN PARAGRAPH 1.F.3. YOU AGREE THAT THE FOUNDATION, THE
TRADEMARK OWNER, AND ANY DISTRIBUTOR UNDER THIS AGREEMENT WILL NOT BE
LIABLE TO YOU FOR ACTUAL, DIRECT, INDIRECT, CONSEQUENTIAL, PUNITIVE OR
INCIDENTAL DAMAGES EVEN IF YOU GIVE NOTICE OF THE POSSIBILITY OF SUCH
DAMAGE.

1.F.3. LIMITED RIGHT OF REPLACEMENT OR REFUND - If you discover a
defect in this electronic work within 90 days of receiving it, you can
receive a refund of the money (if any) you paid for it by sending a
written explanation to the person you received the work from. If you
received the work on a physical medium, you must return the medium
with your written explanation. The person or entity that provided you
with the defective work may elect to provide a replacement copy in
lieu of a refund. If you received the work electronically, the person
or entity providing it to you may choose to give you a second
opportunity to receive the work electronically in lieu of a refund. If
the second copy is also defective, you may demand a refund in writing
without further opportunities to fix the problem.

1.F.4. Except for the limited right of replacement or refund set forth
in paragraph 1.F.3, this work is provided to you 'AS-IS', WITH NO
OTHER WARRANTIES OF ANY KIND, EXPRESS OR IMPLIED, INCLUDING BUT NOT
LIMITED TO WARRANTIES OF MERCHANTABILITY OR FITNESS FOR ANY PURPOSE.

1.F.5. Some states do not allow disclaimers of certain implied
warranties or the exclusion or limitation of certain types of
damages. If any disclaimer or limitation set forth in this agreement
violates the law of the state applicable to this agreement, the
agreement shall be interpreted to make the maximum disclaimer or
limitation permitted by the applicable state law. The invalidity or
unenforceability of any provision of this agreement shall not void the
remaining provisions.

1.F.6. INDEMNITY - You agree to indemnify and hold the Foundation, the
trademark owner, any agent or employee of the Foundation, anyone
providing copies of Project Gutenberg-tm electronic works in
accordance with this agreement, and any volunteers associated with the
production, promotion and distribution of Project Gutenberg-tm
electronic works, harmless from all liability, costs and expenses,
including legal fees, that arise directly or indirectly from any of
the following which you do or cause to occur: (a) distribution of this
or any Project Gutenberg-tm work, (b) alteration, modification, or
additions or deletions to any Project Gutenberg-tm work, and (c) any
Defect you cause.

Section 2. Information about the Mission of Project Gutenberg-tm

Project Gutenberg-tm is synonymous with the free distribution of
electronic works in formats readable by the widest variety of
computers including obsolete, old, middle-aged and new computers. It
exists because of the efforts of hundreds of volunteers and donations
from people in all walks of life.

Volunteers and financial support to provide volunteers with the
assistance they need are critical to reaching Project Gutenberg-tm's
goals and ensuring that the Project Gutenberg-tm collection will
remain freely available for generations to come. In 2001, the Project
Gutenberg Literary Archive Foundation was created to provide a secure
and permanent future for Project Gutenberg-tm and future
generations. To learn more about the Project Gutenberg Literary
Archive Foundation and how your efforts and donations can help, see
Sections 3 and 4 and the Foundation information page at
www.gutenberg.org



Section 3. Information about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation

The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit
501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the
state of Mississippi and granted tax exempt status by the Internal
Revenue Service. The Foundation's EIN or federal tax identification
number is 64-6221541. Contributions to the Project Gutenberg Literary
Archive Foundation are tax deductible to the full extent permitted by
U.S. federal laws and your state's laws.

The Foundation's principal office is in Fairbanks, Alaska, with the
mailing address: PO Box 750175, Fairbanks, AK 99775, but its
volunteers and employees are scattered throughout numerous
locations. Its business office is located at 809 North 1500 West, Salt
Lake City, UT 84116, (801) 596-1887. Email contact links and up to
date contact information can be found at the Foundation's web site and
official page at www.gutenberg.org/contact

For additional contact information:

    Dr. Gregory B. Newby
    Chief Executive and Director
    gbnewby@pglaf.org

Section 4. Information about Donations to the Project Gutenberg
Literary Archive Foundation

Project Gutenberg-tm depends upon and cannot survive without wide
spread public support and donations to carry out its mission of
increasing the number of public domain and licensed works that can be
freely distributed in machine readable form accessible by the widest
array of equipment including outdated equipment. Many small donations
($1 to $5,000) are particularly important to maintaining tax exempt
status with the IRS.

The Foundation is committed to complying with the laws regulating
charities and charitable donations in all 50 states of the United
States. Compliance requirements are not uniform and it takes a
considerable effort, much paperwork and many fees to meet and keep up
with these requirements. We do not solicit donations in locations
where we have not received written confirmation of compliance. To SEND
DONATIONS or determine the status of compliance for any particular
state visit www.gutenberg.org/donate

While we cannot and do not solicit contributions from states where we
have not met the solicitation requirements, we know of no prohibition
against accepting unsolicited donations from donors in such states who
approach us with offers to donate.

International donations are gratefully accepted, but we cannot make
any statements concerning tax treatment of donations received from
outside the United States. U.S. laws alone swamp our small staff.

Please check the Project Gutenberg Web pages for current donation
methods and addresses. Donations are accepted in a number of other
ways including checks, online payments and credit card donations. To
donate, please visit: www.gutenberg.org/donate

Section 5. General Information About Project Gutenberg-tm electronic works.

Professor Michael S. Hart was the originator of the Project
Gutenberg-tm concept of a library of electronic works that could be
freely shared with anyone. For forty years, he produced and
distributed Project Gutenberg-tm eBooks with only a loose network of
volunteer support.

Project Gutenberg-tm eBooks are often created from several printed
editions, all of which are confirmed as not protected by copyright in
the U.S. unless a copyright notice is included. Thus, we do not
necessarily keep eBooks in compliance with any particular paper
edition.

Most people start at our Web site which has the main PG search
facility: www.gutenberg.org

This Web site includes information about Project Gutenberg-tm,
including how to make donations to the Project Gutenberg Literary
Archive Foundation, how to help produce our new eBooks, and how to
subscribe to our email newsletter to hear about new eBooks.

