The Project Gutenberg EBook of Japanischer Fruehling, by Hans Bethge

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Title: Japanischer Fruehling
       Nachdichtungen Japanischer Lyrik

Author: Hans Bethge

Release Date: October, 2005 [EBook #9178]
[Yes, we are more than one year ahead of schedule]
[This file was first posted on September 11, 2003]

Edition: 10

Language: German

Character set encoding: ASCII

*** START OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK JAPANISCHER FRUEHLING ***




Produced by Juliet Sutherland, Charlie Kirschner and Distributed Proofreaders




JAPANISCHER FRUEHLING

NACHDICHTUNGEN JAPANISCHER LYRIK


HANS BETHGE



DIE SEELE JAPANS

WOMIT VERGLEICH ICH JAPANS SEELE WOHL
AM TREFFENDSTEN? MIT DEM GEHEIMEN DUFT
DER KIRSCHENBLUeTE. WENN DIE GOLDNE SONNE
DES MORGENS SIEGHAFT AUS DER DAEMMRUNG STEIGT

MOTOORI NORINAGA




DIE SCHOeNE NUNA-KAWA-HIME SPRICHT ZUM GOTT DER ACHTMALTAUSEND SPEERE

AUS ARCHAISCHER ZEIT

Wenn erst die Sonne hinterm Berg verschwand,
In rabenschwarzer Nacht komm ich heraus,
Und du wirst nahen wie die Morgenroete,
Mit Laecheln und mit strahlendem Gesicht.
Und deine Arme, die so schimmernd weiss
Wie Taku-Rinde glaenzen, wirst du zaertlich
Auf meinen Busen legen, der dem Schnee
An Zartheit gleicht. Und eng verschlungen werden
Wir liegen und uns kosen und die Arme
Als Kissen unters Haupt uns betten, waehrend
Die Schenkel nahe beieinander ruhn.

Sprich mir von Liebessehnsucht nicht zu sehr,
Du grosser Gott der achtmaltausend Speere!

Wenn erst die Sonne hinterm Berg verschwand,
Komm ich heraus.




DIE WARTENDE

KAISERIN IWA NO HIME

Bis dass der weisse Reif des Alters sich
Auf meine rabenschwarzen Haare legt.
Will ich mein ganzes langes Leben durch
Nichts weiter tun als warten, warten, warten
Auf dich, den meine ganze Seele liebt.




LIEBESWERBUNG

KAISER YURYAKU

Du schoenes, schlankes Maedchen mit dem Korbe,
Du schoenes, schlankes Maedchen mit dem Spaten,
Das dort am Huegel emsig Kraeuter pflueckt!

Sag mir, wo ragt dein Haus, ich bitte dich,
Und nenne deinen Namen mir! Im ganzen,
Vom Himmel treu geliebten Lande Japan.

Bin ich der Herrscher! Und mein Herz wuenschtinnig.
Dich als Gemahlin heimzufuehren, Holde!
Ich bitte dich, wer bist du,--sag es mir!




DER GLUECKLICHE

MUNETO

Ihr sagt, dass ich ein Wilder sei. Nun gut.
Ich bin den Voegeln im Gebuesch befreundet
Und kenne alle Baeume. Und die Blumen.

Auf bunter Bergflur bluehen nur fuer mich,
Und das Geraun des Waldes kuendet mir
Geheimnisvoll die Wunder der Natur.

Ja, ich bin reich! Dich neid ich nimmermehr,
Geschmeidiger Hofmann in dem seidnen Kleide,
Denn du hast nichts, was meinem Gluecke gleicht.




IN ERWARTUNG

PRINZESSIN NUKADA

Ich wartete auf dich, von Sehnsucht fast
Verzehrt,--da, ein Geraeusch: du nahst! du nahst!

Zu frueh gejubelt, sehnsuchtsbanges Herz!
Es war der truegerische Wind des Herbstes,
Der raschelnd durch den Bambusvorhang fuhr.




DAS ELEND DER WELT

OKURA

Die Welt ist elend, jammervoll
Und nimmer wert, dass wir sie lieben.
O weh, dass ich kein Vogel bin!
Ich wuenschte, dass ich Fluegel haette,
Um ihr fuer immer zu entfliehn.




EINSAM

HITOMARO

Trostlos, allein zu schlafen diese Nacht,
Die endlos lang ist, wie der lange Schweif
Des Goldfasanen, dessen helle Stimme
Ich von dem Berg herueberklingen hoere.




DIE GELIEBTE IM SEGELBOOT

HITOMARO

Rings um die Kueste braut der Morgennebel
Und huellt in graue Daemmerung Land und Meer.

Mit neidischem Sinn verbirgt er meinen Augen
Das Segelboot, nach dem mein Herz sich sehnt.

Voll unruhvollen Klopfens: denn ich weiss,
Dass meine Liebste darin kommen wird.




KRIEGSZUG

HITOMARO

Da tat der Held das Schwert um seinen Leib
Und nahm den Bogen in die feste Hand
Und schritt dem Heer des Kaisers stolz voran.

Und alle Trommeln fingen an zu droehnen
Wie Donnergroll, und die Drommeten klangen,
Dass man erschrak wie vor des Tigers Schrei.
Und hoch wie Feuerzungen flatterten
Die Fahnen,--ja, wie Feuer auf dem Felde
In Fruehlingsnaechten, von dem Wind entfacht,
So lohten flammend sie zum Himmel auf.
Und in der Hand der Krieger schwirrten jetzt
So fuerchterlich die Bogen, dass man glaubte,
Ein grimmer Sturmwind jage mit Gebruell
Durch den verschneiten winterlichen Wald;
Und so wie wilder Schneefall in der Luft
Sich ineinander schuettet,--also schwirrten
Die Pfeile durcheinander, dicht an dicht.




TRUEBES LIED

OZI

Die Blueten rieseln nieder. Dichter Nebel
Verbirgt den See. Die wilden Gaense rufen
Erschreckt am heiligen Teich von Iware.

Duestere Traeume schatten um mein Haupt.
Mein Herz ist schwer. Wenn uebers Jahr die Gaense
Von neuem rufen, hoer ich sie nicht mehr.




AN DEN SCHNEE

KAISER MOMMU

Die Wolken sind von Flocken ganz erfuellt,
Der Wald scheint voll von weissen Weidenkaetzchen,
Das ganze Firmament ist schimmernd hell,
Vom Wind getrieben weht der Schnee am Flusse,--
Wenn ich die weissbedeckten Pflaumenbaeume
In meinem Garten sehe, moecht ich glauben,
Sie bluehten schon vom Fruehling ganz und gar.




DER FUJI-YAMA

AKAHITO

Zum Himmel schauend, sehe ich den Gipfel
Des Fuji-Yama gross und feierlich
Ins Ewige schimmern; also ragt er schon
Seit jenen Zeiten, da die Erde sich
Vom Himmel schied; blick ich zu ihm empor,
So ist mir, dass der Glanz der Sonne sich
Verdunkelt, und der milde Schein des Mondes
Verschwindet ganz; die weissen Wolken aber
Tragen Bedenken, ueber seinen Gipfel
Dahinzuschweben, und es sinkt der Schnee
Mit stiller Ehrfurcht sanft auf ihn hinab.

O Fuji-Yama, deine Herrlichkeit
Wird man noch preisen in den fernsten Tagen;
Bis zu der Dichter spaetesten Geschlechtern
Wird deines Ruhmes Glanz nicht untergehn.




BETRACHTUNG

AKAHITO

Wenn stets der Kirschenbaum so wundervoll
Wie jetzt auf allen Hoehen bluehen wuerde,
Wir liebten seine schneeige Schoenheit dann
Nicht so wie jetzt, da nur den Lenz sie ziert.




DIE TRAUERWEIDE

MUSHIMARO

Die Trauerweide auf dem Grab des Maedchens
Laesst ihre Zweige nur nach einer Seite
Hinueberhangen. Eines Juenglings Huegel
Erhebt sich dort. Wer moechte nun noch zweifeln,
Wem jenes toten Maedchens Liebe galt?




DER MOND

EDELDAME ISHIKAWA

Seht, wie er sieghaft durch die Wolken bricht!
Sein wunderbarer Glanz flicht Silbernetze,
Die ueber Land und Meer sich schimmernd breiten,
Auch ueber meinen Strand, wo nun die Steinchen
Des Sandes klar wie Diamanten schimmern.




FRUEHLINGS ENDE

KIBINO

Der Wind trieb alle Bluetenblaetter von
Den Zweigen weg. Der Fruehling, der schon lange
Kraenklich und blass war, ist geschwunden. Nur
Der suesse Duft der Pflaumenbluete blieb
Am Aermel meines seidenen Gewandes
Gleich einem schoenen, mueden Traum zurueck.




FRUEHLINGS ENDE

OKISHIMA

Im Bambushaine meines Gartens hoer ich
Die Nachtigall mit mueder Stimme klagen,--
Sie trauert, weil die weissen Pflaumenblueten
In Scharen von den Baeumen niederfallen,
Weil nun der Lenz mit seinen Wundern flieht.




IN DER FREMDE

YAKAMOCHI

Verbannt von meinem Kaiser, leb ich nun
Fuenf Jahre schon in fremdem, wildem Lande,
Entbehrend deinen Anblick, suesses Weib.

Nie darf ich mehr zur Nacht mein muedes Haupt
Auf deinem lieben, weichen Arme betten;
Hoer, was ich tat in meiner Einsamkeit:

Ich saete Nelken aus in meinem Garten;
Wenn sie in Bluete stehn, so denk ich immer
An dich, die meine schoenste Nelke war.

Dies ist der einzige Trost, geliebtes Weib,
In meiner oeden Fremde. Ohne ihn
Wuerf ich mein Leben unbedenklich ab.




HEIMWEH

YAKAMOCHI

Wenn sich der Abend niedersenkt und Nebel
Eintoenig wallen uebers graue Meer,
Und wenn die Kraniche mit mueder Stimme
Ins Dunkel rufen, traurig anzuhoeren,--
Dann denk ich meiner Heimat, schmerzdurchweht.




DER BLUETENZWEIG

FUJIWARA NO HIROTSUGU

Nimm diesen Bluetenzweig! In jedem Blatte
Der zarten Blueten schlummert hundertfach
Ein Liebeswort aus unruhvoller Brust.

O weise meine Liebe nicht zurueck!




DER FREUND DES WEINES

TABITO

Wenn ich nicht waere, was ich bin: ein Mensch,--
Ich moechte eine Reisweinflasche sein,
Um recht nach Herzenslust in meinen Hals
Den edeln Saft zu saugen, den ich liebe.




AM UFER

UNBEKANNTER DICHTER

Von jenem Ufer winkt mir die Geliebte,
Hier stehe ich, mit ruhelosem Sinn,
Das Herz erfuellt von ungestuemer Sehnsucht,
Und seufze, seufze endlos. Haett ich doch
Ein rotlackiertes Schifflein jetzt zur Hand
Und auch ein Ruder, voller Kunst besetzt
Mit Edelsteinen,--hurtig wie der Wind
Lenkt ich hinueber, um mit ihr zu plaudern,
Und schmiegte gluecklich mich an ihre Brust!




BITTE AN DEN HUND

UNBEKANNTE DICHTERIN

Wenn mein Geliebter in der Nacht
Den Binsenzaun durchbricht und leise
Zu mir hereinsteigt,--Hund, ich rate
Dir ernstlich: huelle dich in Schweigen,
Verrate ihn den Leuten nicht,--
Es soll dir gut gehn, lieber Hund!




DER TEICH

UNBEKANNTER DICHTER

Dir, Teich von Miminaschi, gilt mein Hass,
Denn meine Liebste hat verzweifelnd sich
In dich gestuerzt und ist in dir ertrunken.
Warum bist du nicht schnell vertrocknet, als
Die Holde kam, in dir den Tod zu finden?
Ich hasse dich, erbarmungsloser Teich!




TRENNUNG

UNBEKANNTER DICHTER

Trotz aller Hindernisse,
Die dem eilenden Flusse
Entgegentreten:
Alle Wasser, die sich trennen,
Um Baenke und Riffe herum,
Stroemen doch endlich.
Endlich wieder
Jubelnd zusammen!




VERTRAUEN

UNBEKANNTE DICHTERIN

Die Mutter hat aufs strengste mir verboten,
An deiner Brust zu schlafen, mein Geliebter,
Obwohl mir das Orakel klar verhiess,
Dass ich dereinst die Deine werden soll.
So lauter wie das nie getruebte Wasser
Des Teiches von Kiyosmi ist mein Herz
Und ist so tief auch wie der Grund des Teiches,
Und immer wird es deiner treu gedenken
Und wird vertrauend harren in Geduld,
Bis dass ich ganz mit dir vereinigt bin.




UEBER DIE HEIDE

UNBEKANNTER DICHTER

Was fuer ein Mensch ist das, um dessentwillen
Du, schoene Frau, mit Muehe und voll Sehnsucht
Die Heide von Miyake ueberquerst?

Beschwerlich ists, durch das Gestruepp zu wandern.
Qualvoll ist dieser Gang fuer Frauenlenden,
Weh, wenn dich deine Eltern saehen, Kind!

So zart wie weisses Linnen glaenzt dein Antlitz,
Dein langes Haar ist dunkel wie das Innre
Der Mina-Muscheln, die das Meer ausspeit.

Ein Kamm aus Buchsbaum steckt in deinen Haaren.
Wem eilst du zu? Wer bist du, holdes Wesen?
O Goetterlust, mein Weib eilt zu mir her.

Da sie die Sehnsucht nicht ertragen kann!




BANGNIS

UNBEKANNTE DICHTERIN

Ich lehne mich an deine Brust, Geliebter,
Und das Vertrauen, das ich in dich setze,
Ist so, als ob ich einem grossen Schiff
Mich anvertraute. Lang und immer laenger
Denk ich an dich, so wie die Efeuranken
Hinkriechen an der Mauer, lang und laenger.
O waeren wir vor Unheil stets bewahrt!
Ich schlinge meinen Aermel um die Schultern
Und stelle fromme Weihgefaesse auf
Und flehe zu den Goettern, die im Himmel
Und auf der Erde walten, dass sie dir
Und mir und unsrer Liebe gnaedig seien!




DIE SCHOeNE KURTISANE

UNBEKANNTER DICHTER

O liebliche Tamana, laechelnde
Verfuehrerin, die Schlankheit deiner Lenden
Ist dem geschmeidigen Leib der Biene gleich.

Dein Busen ist von edler Form, du stehst
Wie eine Blume da, du hast ein Laecheln,
Dass alle Leute, die voruebergehn,

Die Schritte hemmen. Ungerufen naht sich
Die Schar der Maenner, steht vor deinem Tore,
Von dir berauscht und voll Begehr nach dir.

Im Hause, das dem deinen nahe liegt,
Macht sich der Gatte von der Gattin frei
Und steckt dir zu den Schluessel seiner Tuere.

Vernarrt in dich ist alles. Du verstehst es,
Die Herzen zu gewinnen durch ein Laecheln,
Und UEppigkeit und Wollust sind dein Teil.




QUALVOLLE EIFERSUCHT

UNBEKANNTE DICHTERIN

Ich habe heut den ganzen langen Tag,
Seitdem die Sonne ueberm Horizont
Heraufkam, und die ganze lange Nacht,
In der ich schlaflos in das Dunkel starrte,
Getobt vor Jammer und geweint vor Wut!

Denn du, ich weiss es, hast in einer Huette
(Ich moechte sie den Flammen uebergeben!)
Auf alten, schlechten, strohgeflochtnen Matten
(Die wert sind auf dem Kehricht zu vermodern!)
Die plumpen Wangen einer Bauerndirne
Gestreichelt und gekuesst, und hast in Liebe
Bei ihr geweilt die ganze lange Nacht!




VERGEBENES BEMUEHEN

UNBEKANNTER DICHTER

Dass wir uns lieben, hab ich abgestritten,
Mit heftigen Worten hab ich es geleugnet,
Ich habe mich so angestrengt mit Leugnen,
Wie man sich anstrengt, wenn man einen Lastkahn
Am Kap des leuchtenden Naniwa-Hafens
Mit einem Seile muehevoll dahinzieht,--
Und dennoch bin ich, nichts hat mir genuetzt,
In das Gerede aller Welt gekommen!

WUNSCH

UNBEKANNTER DICHTER

Nicht wertvoll scheint das Leben mir; jedoch
Da ich so sehr dich liebe, wuensch ich wohl,
Dass ich noch lange, lange leben moege,
Um lang noch meine Liebe zu geniessen.




DIE TRAeUME

FRAU KOMACHI

Seit ich im Traum den Mann seh, den ich liebe,--
Seit jener Zeit erst liebe ich der Traeume
Buntfarbene Falter als das koestlichste
Geschenk der Nacht, das ich nicht missen moechte.




EINSAM

FRAU KOMACHI

Der Blueten holde Schoenheit ist entwichen,
Der rauhe Regen hat sie ganz zerstoert,
Indessen ich, zwecklos in diesem Dasein,
Einsam den Blick ins Leere schweifen liess.




DAS LOTUSBLATT

HENJO

Ganz ohne Makel, weiss und leuchtend, blueht
Das Lotusblatt. Es scheint ganz ohne Trug--
Und dennoch luegt es: denn das eitle will
Uns glauben machen, dass im edeln Schmucke
Von Diamanten es erstrahle,--und
Es sind doch Tropfen Taus nur, die es zieren!




FAMILIENSTOLZ

HENJO

Die Meinen sind so stolz, dass sie verlangen:
Der Name, den wir tragen, solle immer
So voellig unverfaelscht sein wie die dunkle,
Von kuenstlichen Essenzen nicht beruehrte
Nachtfarbe meines ungekaemmten Haars.




SCHWERMUT

PRINZ NARIHIRA

Wenn nie die Blueten auf den Kirschenbaeumen
Erstuenden, brauchte unser Herz auch nie
Zu klagen, wenn die holden Blueten sterben.

Dir gilt mein Hass, o Mond. Denn viele Monde,
Die sich allmaehlich aneinanderfuegen,
Berauben mich der Wonnen meiner Jugend.

Ich weine meine Aermel feucht bei Nacht,
Sie werden feuchter als vom Tau des Herbstes,
Denn du bist fern, der meine Sehnsucht gilt.




TAGELIED EINES MAeDCHENS

PRINZ NARIHIRA

Nimm dich in acht, o Hahn, der kraehend von
Der Liebe Bett uns aufscheucht! Wenn der Tag
Erschienen ist, so schleudr ich in den Rachen
Des Fuchses dich, damit er dich vertilgt.
Der du den Liebsten mir so schnell, so schnell
Entfuehrst durch dein abscheuliches Geschrei!




LIEBESKUMMER

PRINZ NARIHIRA

Da ich am Morgen durch die Buesche ging
Des taubenetzten, herbstlichen Gefildes,
Naesst ich den Aermel mir. Doch ganz durchfeuchtet
Ward er erst nachts von meinen vielen Traenen,
Da jene mich allein liess, die ich liebe.




SEHNSUCHT NACH DER NACHTIGALL

TOMONORI

Ich will den Fruehlingswind, o Nachtigall,
Mit weichen Blumendueften zu dir senden,
Damit sie dir den Weg herueberweisen
In unsre Flur,--wir warten schon so lang!




DAUER IM WECHSEL

TOMONORI

Der Kirschbaum stand in Blueten. Schwarz und jung
Fiel mir das Haar vom Haupt, indes ich tanzte.

Der Kirschbaum stand in Blueten. Frisch und jung
Erglaenzten sie,--mein Haar war grau geworden.

Heut wieder blueht der Kirschbaum. Himmlisch jung
Wie immer laecheln seine Blueten nieder,--

Mein Haar ward weiss, ich stehe sinnend da.




GLEICHE SEHNSUCHT

TOMONORI

Der Abend kommt herab. Nun wandr ich an
Den Sao-Fluss, im Windhauch seines Ufers
Die Freundin zu erwarten. Was erklingt
Im Dunkel so voll Sehnsucht? Horch, das ist
Der einsam-schwermutvolle Ruf der Moewe,
Die sich nach der Gefaehrtin sehnt, wie ich.




DIE WILDGANS

OCHI

Vorueber ist die boese Winternacht.
Der Lenz zog ein. Dort durch die Silberwolken
Breitet die Wildgans kreischend ihre Fluegel.

Sie strebt nach Norden, wo seit Monden schon
Das Maedchen weilt, nach dem mein Herz sich sehnt.
O Wildgans, nimm mich mit auf deinen Fluegeln!




FRUEHLINGSREGEN

OTOMO KURONUSHI

Sie weinen alle, da die Kirschenblueten
Zur Erde rieseln. Dieses faellt mir ein:
Ob wohl der Regen, der im Fruehling faellt,
Die Traenenflut der trauernden Menschen ist?




BETRACHTUNG

FRAU ISE

Am Ufer von Naniwas Seebucht seh ich Rohr
Mit kleinen Spannen schwanken in dem feinen Windhauch.

Gelehnt an deine liebe Schulter, muss ich denken,
Ob ich wohl leben koennte, wenn mich das Geschick.

Die allerkleinste Spanne Zeit von dir entfernt
Zu weilen zwaenge, mein zu sehr Geliebter!




TRUEBSINN

MITSUNE

Du flohest in die Berge, voller Hass
Gegen die Welt. Wenn in den Bergen nun
Dich auch der dunkle Truebsinn ueberfaellt,--
Wohin dann willst du weiter fliehn, o Freund?




HEUTE!

MITSUNE

Bald wird der Sturmwind durch die Fluren heulen
Und Laub und Fruechte von den Baeumen schuetteln
Und Blueten knicken, wo er immer weht.
Drum, willst du Blueten pfluecken,--tu es heute!
Vielleicht, vielleicht ists morgen schon zu spaet.




AN EINEN FREUND

MITSUNE

Du kommst nur, um die Blumen bluehn zu sehen
Bei meinem Hause. Sind sie erst verwelkt,
So weiss ich wohl, dass ich mich Tag fuer Tag
Umsonst nach deinem Kommen sehnen werde.




ERINNERUNG

TADAMINE

Da ich von ihr auf ewig schied, stand fuehllos
Und blass der Mond am Morgenhimmel da.

Nichts quaelt mich schrecklicher seit jenem Morgen,
Als wenn ich in der Fruehe, mued erwacht,
Den Mond in fahler Daemmerung haengen seh.




FROMMER WUNSCH

TADAMINE

Ich wuenschte wohl, dass ich in Mondschein mich
Verwandeln koennte. Endlich wuerde dann
Das Maedchen, das ich so voll Inbrunst liebe.
Mit schmachtendem Gefuehle mich betrachten,
Waehrend es jetzt nur grausam zu mir ist.




HALTLOS

TADAMINE

So wie die Wasserlinsen auf dem Fluss
Ganz wurzellos und ohne jeden Halt
Hierhin und dahin ziehn: so treib auch ich
Haltlos umher im Strome meiner Liebe.




DAS KLAGENDE HERZ

FUKAYOBU

Vergleichbar einer Wildgans ist mein Herz,
Das krank von Sehnsucht dir entgegenschlaegt.
Es irrt umher und klagt voll banger Unruh,
So wie die Wildgans in dem Meer der Luft.




DIE ALLERERSTEN BLUETEN

MASAZUMI

Froh sprudeln durch die Ritzen nun des Eises,
Das vor dem Lenz zergeht, die weissen Wellen
Des Giessbachs auf: die ersten weissen Blueten
Des lieben Fruehlings moechten sie uns sein.




DAUERNDE ERINNERUNG

KI NO ARITOMO

Ich wuensche ein Gewand mir von der Farbe
Der Kirschenblueten. Wenn die Blueten dann
Schon lang verwelkt sind, werd ich immer doch
Durch mein Gewand an ihre Lust gemahnt.

JUBEL

TSURAYUKI

Was seh ich Helles dort? Aus allen Gruenden
Zwischen den Bergen quellen weisse Wolken
Verlockend auf,--die Kirschen sind erblueht!
Der Fruehling ist gekommen, wunderbar!




BLUETEN UND HERZEN

TSURAYUKI

Ihr meint, zu balde weht die Kirschenbluete
Im Wind dahin? Ach, fluechtiger ist manches.
Veraendert sich das Herz des Menschen nicht
Oft schneller, als ein Windhauch sich erhebt?




SCHNEE IM FRUEHLING

TSURAYUKI

Der Fruehling naht mit seinem Dunst. Die Baeume
Setzen schon Knospen an. Doch von dem Himmel
Faellt Schnee auf Schnee, als wollt er nimmer enden.
Wie sonderbar,--nun sinken Blueten nieder,
Obwohl der Lenz noch keine Blueten schuf.




BLUETENSCHNEE

TSURAYUKI

Leis senkt sich Schnee auf uns herab, und dennoch
Weht lauer Windhauch zart an unsre Stirnen.
Geschah ein Wunder denn? O welch ein Schnee,
Des Heimat nie der Himmel war! Es ist ja
Der holde, duftgeborene Fruehlingsschnee
Der Kirschenblueten!




SEITDEM ICH DICH LIEBE

ATSUTADA

Seitdem ich dich liebe,
Vergleiche ich meine Gefuehle
Und meine kuehnen Gedanken
Mit jenen, die ich frueher hegte.

Und ich erkenne,
Dass ich frueher
Ganz gedankenlos
Und, ach, ganz fuehllos war.




GESTEIGERTE SEHNSUCHT

ATSUTADA

Sehr gross war meine Sehnsucht, eh ich zur
Geliebten kam. Doch jetzt, da ich bei ihr
Glueckselige Zeit verbringen durfte, bin ich
Wohl ganz beschwichtigt und gestillt? O nein!
Viel maechtiger ist meine Sehnsucht nun,
Viel ungebaendigter als je zuvor!




ANKUNFT DES FRUEHLINGS

UNBEKANNTER DICHTER

Noch glaenzt der Schnee hernieder von den Bergen,
Doch regt sich schon der Fruehling in dem Tal.
Die Traenen, die die Nachtigall geweint hat.

Und die zu Eis gefroren waren, tauen
Allmaehlich auf. Im holden Duft der Tage
Erklingt nun bald das Lied der Fruehlingsbraut.

Der Nebel, der noch um die Buesche schleift.
Ist nur ein leichtes, schmaechtiges Gewebe,--
Ein Windhauch durch die Flur--und er zerstiebt.

Wie herrlich glaenzt die Weide schon am Bach!
Auf ihrem duennen, wallenden Gezweige
Reiht sich der Tau zu silbernen Perlen auf.

Und gar der Pflaumenbaum! Er steht schon prunkend
Im Kleide seiner weissen Blueten da,
Verklaerend jedes Auge, das ihn schaut.

Welch holdes Wesen war es, das ihn leise
Gestreift hat mit dem seidnen Saum des Aermels,
Da es versonnen ihm vorueberging?




LIEBE

UNBEKANNTER DICHTER

Die Liebe rast durch meine Brust,
So wie durch weite, dunkle Waelder
Ein Berggewaesser unterm Laub
Der ungeheuren Baeume rast.

Die Fichte trotzt auf Felsenhoehen
Fast ohne Nahrung Wind und Wetter.
Die Liebe braucht noch weniger Reichtum,
Um froh zu trotzen aller Welt!




DAS ALTER

UNBEKANNTER DICHTER

Wenn ich erfuehre, dass das Alter mich
Besuchen wollte,--flugs schloess' ich die Tuer,
Und "Ich bin nicht zu Hause!" wuerd ich rufen,
Und nimmermehr liess ichs zu mir herein.




LIEBEN UND STERBEN

UNBEKANNTER DICHTER

Wer hat der Liebe denn den Namen "Liebe"
Dereinst gegeben? Viel bezeichnender
Haett er den Namen "Sterben" ihr verliehn,
Denn Lieben, das ist Sterben,--wahrlich, wahrlich!




DAS MAeDCHEN AUF DER BRUECKE

UNBEKANNTER DICHTER

Das rauschende Gewaesser Katashiwas
Ist ueberwoelbt von einer schoenen Bruecke,
Der purpurroter Lack zum Schmuck gereicht.
Ein zartes Maedchen wandelt unbegleitet
Mit kleinen Fuessen trippelnd drueber hin;
Ein blaues Kleid mit rotem Rande schmiegt sich
An ihre feinen Hueften wohlig an.
O wuesste ich, ob ihre Hand noch frei ist,
Ob nicht ein andrer schon dies Herz gewann!
Schnell sagt mir, wo sie wohnt! Ich wills versuchen,
Ob ich sie noch fuer mich gewinnen kann!




LIEBESQUALEN

UNBEKANNTER DICHTER

Die Aermel meines Kleides sind durchfeuchtet
Von vielen Traenen. Allen, die mich fragen,
Sag ich, dass es vom Fruehlingsregen sei.

Ich meinte immer, dass das Kraut Vergessen
Auf Beeten wachse. Nun hab ich erfahren,
Dass es in liebelosen Herzen blueht.

Unsinnig ist es, Worte hinzuschreiben
In fliessendes Gewaesser. Doch der Gipfel
Des Wahnsinns ist es: seine Liebestraeume.

Zu widmen einer Frau, die fuehllos ist.




HERBST

UNBEKANNTER DICHTER

Die Graeser und die Baeume und die Blumen
Veraenderten die Farben ganz und gar,--
Nur an des grossen Meeres Wellenblumen,
Den immer gleichen, kannst du nicht erkennen,
Dass nun der bunte Herbst gekommen ist.




SCHATTEN

UNBEKANNTER DICHTER

Ich bin vor lauter Sehnsucht abgemagert
Gleich einem Schatten. Koennt ich wenigstens
Ersetzen nun den Schatten der Geliebten,
Dass ich zu ihren Fuessen weilen duerfte!

Jedoch auch dieser Dienst bleibt mir versagt.




SCHNEE

UNBEKANNTER DICHTER

Wenn so wie dort der Schnee gewaltig anwaechst,
Sich auch die oeden Naechte mehren wuerden,
Da du mir fern bist,--o ich wuenschte wohl,
Dass mich das Dasein laenger nicht bedruecke,
Dass ich so bald hinschwaende wie der Schnee.




IMMER WIEDER

UNBEKANNTER DICHTER

Ich weiss es: alle Muehe ist umsonst,
Dir zu begegnen. Dennoch, immer wieder.
Geh ich hinaus und hoffe dich zu finden,--
Wie koennt ich ruhn, da ich voll Sehnsucht bin!




SCHLAFLOS

UNBEKANNTER DICHTER

In schlafgemiedner Nacht hoer ich die Rufe
Des Kuckucks aus den Bergen klingen. Ach,
Bist du von Liebesschmerzen auch geplagt,
Dass du nicht schlafen kannst, o ferner Vogel?




UNERWIDERTE LIEBE

UNBEKANNTER DICHTER

Ich wuenschte, dass es moeglich sei, die Herzen
Der Menschen zu vertauschen. Dann, o Freund,
Nachdem mein armes Herz du eingetauscht.
Wuerdest auch du einmal begreifen lernen,
Wie Liebe quaelt, die nicht erwidert wird.




SEHNSUECHTIGER GEDANKE

UNBEKANNTER DICHTER

Wenn du zur Bluete spraechest: Welke nicht,
Bleib an dem Zweige haften, den du zierst,--
Und es geschaehe wirklich, was du wuenschest,--
Gaeb es wohl Holderes in dieser Welt?




DER DUFTENDE AeRMEL

UNBEKANNTER DICHTER

Mein Aermel duftet koestlich, da ich Blueten
Vom Pflaumenbaume pflueckte. Dicht bei mir
Hebt ploetzlich eine Nachtigall melodisch
Zu singen an, vom Duft herbeigelockt:
Die Holde meint, hier sei ein Baum erblueht.




DAS KOPFKISSEN

KANEMORI

O Fuerst, Ihr bietet Euren Arm mir an
Als Kissen fuer die Nacht? Ich wag es nicht,--
Denn sicher: Eure Liebe waer verrauscht,
Bevor die Nacht noch in den Tag verrinnt;
Ich aber, recht entflammt erst, wuerde nimmer
Vor Liebesschmerz und Sehnsucht meine Ruhe
Zurueckgewinnen,--darum quaelt mich nicht.




HEIMLICHE LIEBE

KANEMORI

Obgleich ich mir die groesste Muehe gebe,
Mein leidenschaftlich Fuehlen zu verbergen,
Ist doch mein Angesicht so sehr verwandelt,
Dass jeder, den ich treffe, mich mit Schrecken
Befragt, welch eine Krankheit in mir wuehle,
Da ich so ganz und gar veraendert sei.




BEI BETRACHTUNG DES MONDES

UNBEKANNTE KURTISANE

Sehr weit von dir entfernt, betracht ich mit
Verliebtem Auge den gestirnten Himmel.

O! wenn der Mond sich jetzt in einen Spiegel
Verwandeln wuerde, mir dein Bild zu zeigen!

Doch er bleibt Mond und lacht nur meiner Qual.




UNMOeGLICHKEIT

OKI KASSI

Wie koennt ich deine wundervolle Schoenheit,
Die allzu sproede, die ich ohne Hoffnung
Anbete, aus dem wirren Sinn mir reissen,
Da sie mir jede Nacht im Traum erscheint,
Um mir zu sagen, dass ich hoffen solle!




SCHWERMUT

TERANGE

Ich armer Tropf! Ein anderer besitzt
Das Herz des schoenen Maedchens, das ich liebe.

Mir kommt die Trauerweide in den Sinn
Am Rande meines Gartens. Mir gehoert.

Die Weide zwar, doch ihre Zweige schmuecken
Des Nachbars Garten und den meinen nicht.




VERZWEIFLUNG

SIGEYUKI

So wie die Woge
Im Sturmwind
Am felsigen Ufer zerbricht,--
So zerschellt meine Liebe
An deines Hochmuts
Trotzigen Felsen,
Kalte Geliebte.




DIE VERLASSENE

UNBEKANNTE DICHTERIN

Freund, ahnst du nicht,
Wie unendlich traurig und lang
Die Nacht ist, vom Abend her
Bis zur schimmernden Morgenroete,
Wenn ich einsam, einsam, einsam
Seufzend daliege
Auf meiner traenenbefeuchteten
Binsenmatte?

Ahnst du das nicht?




NOCH EINMAL

FRAU IZUMI SHIKIBU

Noch einmal lass mich, o Geliebter,
Bevor ich diese Welt verlasse,
Dein liebes Antlitz wiedersehen,
Dass ich es tief in meine Seele
Einpraege und es mit mir nehme
Ins dunkle Land der Ewigkeit.




DIESELBE NACHT

FRAU INNO BETTO

Wie kommt es,
Dass ein und dieselbe durchwachte Nacht
Deinem Herzen die Ruhe gab.
Waehrend sie mich
Fuer den Rest meines Lebens
Mit ganz wahnsinniger
Liebe erfuellt hat?




ERREGUNG

FRAU HORIKAWA

O Gott, ob er mir treu bleibt? Himmel! Himmel!
Ich weiss es nicht; ich weiss nur, dass mein Hirn,
Seitdem das Morgenrot ihn von mir riss,
So ganz verwirrt ist wie mein dunkles Haar,
Das seine Wildheit mir so wirr gemacht.




JAMMER DER ERDE

FUJIWARA NO TOSHINARI

Auf dieser Erde ward kein Weg gebahnt,
Dem Kummer und dem Elend zu entfliehn.

Selbst wenn ich in die tiefen Berge streife,
Wohin mich eine alte Sehnsucht zieht,
Toent das Geschrei der abendlichen Hirsche
Wehklagend melancholisch an mein Ohr.




GEDANKEN

SAIGYO

So wie der Rauch des Fuji-Yama blass
Und ziellos in die windigen Luefte steigt.
Um dann zu sterben an dem weiten Himmel:
So steigen die Gedanken, die ich hege,
Ziellos und zwecklos und auf fluechtigen Pfaden
Ins Blau hinein und schwinden spurlos hin.




SCHWERMUT

SAIGYO

Und wer in seinem Herzen noch so sehr
Verhaertet ist: ein Weh durchschauert ihn,
Und Schwermut senkt sich tief in sein Gemuet,
Wenn er zur Daemmrung aus den sumpfigen Wiesen
Die Schnepfen in den Abend steigen sieht.




VOM MOND

SAIGYO

Vom Mond soll ich in Versen zu euch reden?
O zwecklos. Denn wer koennte das begreifen,
Was mich erfuellt, was mich im Innersten
Bewegt und in mir aufblueht tief und dunkel.
Wenn sich mein Herz in unruhvollen Naechten
Zu dir emporhebt, o geliebter Mond?




ABSCHIED VON DEN BLUETEN

SAIGYO

So innig hab ich mit den holden Blueten
Des Fruehlings mich befreundet, dass mir scheint,
Wir seien eins geworden, sie und ich.
Da sie nun welken, von der Zeit bezwungen.
Und traurig hingehn, mich alleine lassend.
Fuellt sich mein Herz mit namenlosem Jammer,
Und schluchzend nehm ich Abschied, fassungslos.




BLUETEN

SAIGYO

Wie kommt es, dass die Blueten nimmermehr
Aufhoeren, meine Seele zu entzuecken?
Ich habe laengst mich von der ganzen Welt
Zurueckgezogen; alles ist mir gleich.--
Wie aber kommt es, dass ich ganz beglueckt
Beim Anblick einer schoenen Bluete bin?




DAS ALTER

KIUTSUNE

Einst lagen volle Blumen, wie der Schnee so weiss.
Auf meinem schwarzen Haar; sie leuchteten
Und waren koestlich, doch der Sturm hat sie verweht.

Die weissen Blueten, die das Haupt mir heute zieren,
Sind nicht von jenen, die der Wind verweht.
Des Alters Blumen sind erblueht in meinem Haar.




STEUERLOS

SONE NO YOSHITAKA

So wie der Schiffer, der sein Steuerruder
Verlor auf wilder See, nun der Gewalt
Der Elemente preisgegeben hintreibt:
So fuehl ich meine Liebe steuerlos
Hintreiben auf dem Meere des Gefuehls.




AN DIE KIRSCHENBLUETEN

SAKINO DAISOJO GYOSON

Duftige Kirschenblueten! Liebliche
Mitwisser meiner Qual! Zeigt doch ein wenig
Mitleid mit diesem Herzen,--denn nur ihr
Kennt ja mein grosses Weh; den andern allen
Muss ichs verschweigen, dass ich elend bin.




AN DIE WILDGAeNSE

PRINZ MUNENAGA

Eilt nicht so sehr, Wildgaense dort am Himmel,
In eure alte Heimat heimzukehren,--
Wisst ihr denn nicht, dass eurer Heimat Berge
Euch laengst vergassen, da ihr ferne wart?




LIEBESBRIEF

UNBEKANNTE DICHTERIN

Gross ist mein Wunsch, dein Angesicht zu schauen.
Und gross ist meine Lust, mit dir zu plaudern,--
Doch muss ich solcher Freuden mich enthalten.

Denn wenn durch Zufall einer von den Meinen
Oder auch einer von den Nachbarn nur
Erfuehre, dass wir beieinander waren,

Ich wuerde Qualen leiden wegen des
Geschwaetzes, das man fuehrte. Dass mein Ruf,
Mein guter Ruf verloren ginge, war.

Mir voellig gleich. Doch wuerd ich trostlos sein,
Wenn des verlornen guten Rufes wegen
Du weniger mich liebtest als zuvor.




VERGEBENES WARTEN
AUS DEM SINGSPIEL MIIDERA

Ich harre meiner Liebsten in der Nacht.
Ich hoere, wie die Glocke Stund um Stunde
Ins Dunkel ruft. Abscheulich ist fuerwahr
Der Schrei des Hahns, wenn er die Liebenden,
Die sich umarmen, auseinanderreisst.
Doch er bedeutet nichts, verglichen mit
Der fuerchterlichen Qual, da man umsonst
Mit wilder Sehnsucht auf die Liebste harrt!




UM MIT DIR ZU LEBEN

VOLKSLIED

Um mit dir zu leben, die ich liebe,
Waere es mir recht,
In aermlicher Huette zu hausen,
Mich am Webstuhl zu muehen
Oder am Spinnrad.

Um mit dir zu leben, die ich liebe.
Waere es mir recht,
Die Waesche zu waschen
Im fliessenden Fluss
Oder das Gras in der Sonne zu schneiden.




DER LIEBESLAUT

KURTISANE SEGAWA

Da traf ein Laut, ein zarter Liebeslaut,
Der aus dem ersten Stockwerk kam, mein Ohr:
Und das war suess und lieblich wie das Saeuseln
Der Fruehlingsblumen, die um Mitternacht
Am More-Flusse ihren Duft verstreun.




DIE WEIDE IM WIND

UNBEKANNTER DICHTER

Die Sommerweide
Zeigt ihren schlanken Stamm,
Wenn der wehende Wind
Durch ihre feinen Zweige faehrt.

Deine schlanken Fuesse, meine Weide,
Sah ich heute,
Da der verliebte Wind
Kosend durch deine Kleider fuhr.




NACH DEM BADE

UNBEKANNTER DICHTER

Wenn sie dem Bad entsteigt, so flammt
Ihr schoenes Antlitz feurig auf,
Dass sie dem roten Ahorn gleicht,
Der herrlich durch den Herbsttag glaenzt.




BESCHRAeNKUNG

AUS DEM BUCHE YEHON CHITOSEYAMA

Ach, eng begrenzt ist der Besitz, den uns
Das Schicksal schenkt. Zuerst geht unsre Sehnsucht
Nach einem ragenden Gebirg. Sodann
Scheint uns ein Berg genug,--dann gar ein Huegel,
Und wird auch der uns nicht zuteil, so sind
Zufrieden wir mit einem Bluetenbusch.




LEICHTES SPIEL

UNBEKANNTER DICHTER

Nichts leichter, als ein Maedchenherz
Beim milden Duft der Pflaumenblueten
Bis in die Tiefen zu betoeren
Durch Liebessang und Floetenspiel!




DIE MORGENGLOCKE

SANDARA

Wenn du, erbarmungslose Morgenglocke,
Den Schmerz der Liebestrennung ahnen wuerdest.
Du wuerdest nicht die wahre Stunde rufen
Beim Morgengrauen,--sondern wuerdest gerne
Bereit sein, luegnerisch die Zeit zu kuenden.




TAeUSCHUNG

YORIKITO

Ich glaubte, dass die weissen Blueten
Des Fruehlings mir entgegentrieben.

Ich irrte mich. Es war das Glaenzen,
Das Liebesglaenzen deiner Schoenheit.





GELEITWORT
ANMERKUNGEN
ANORDNUNG




GELEITWORT

Die japanische Lyrik laesst sich gut mit den japanischen
Tuschzeichnungen vergleichen: sie gibt, gleich jenen, mehr Andeutung
als Ausfuehrung, sie will in aller Kuerze einen fest umrissenen Eindruck
erreichen, sie hat einen vorwiegend impressionistischen Charakter. Wir
finden in ihr, gerade wie in den japanischen Zeichnungen, vor allem
die Liebe fuer das Zarte und Bluetenhafte, fuer Fruehling, Blumen und
feinen Duft. Die einzelnen Persoenlichkeiten treten in dieser lyrischen
Kunst nicht stark hervor, im Gegensatz zur chinesischen.

Japan ist das Land der Gelegenheitsdichter. Wir besitzen Gedichte von
Kaisern und Kaiserinnen, Hofleuten, Gelehrten und Kurtisanen. Im
zehnten Jahrhundert unsrer Zeitrechnung war die Dichtkunst in Japan so
verbreitet, dass sich der Kaiser Daigo veranlasst sah, ein
"Ministerium fuer poetische Angelegenheiten", wie wir heute sagen
wuerden, einzusetzen. Ein solches Ministerium gibt es jetzt nicht mehr,
aber die Freude an der Formung kleiner Gedichte ist in Japan noch
heute allgemein.

Seit alters her gibt es fuer das japanische lyrische Gedicht nur eine
einzige, streng bewahrte, klassische Form: Tanka oder Uta genannt. Ein
solches Tanka besteht immer aus einunddreissig Silben, die sich auf
die fuenf Zeilen des Gedichtes folgendermassen verteilen: 5-7-5-7-7.

Das Tanka ist reimlos. Die japanische Sprache ist fuer den Reim nicht
geschaffen, denn saemtliche Worte endigen auf einen der fuenf Vokale a,
e, i, o, u. Wollte man also reimen, so muesste man immer wieder zu den
gleichen monotonen Reimen einfacher Vokale greifen, und das waere auf
die Dauer mehr grotesk als schoen. Nein, die Aufgabe des japanischen
Dichters ist es im Gegenteil, die einzelnen Zeilen seines Tanka
moeglichst auf verschiedene Vokale endigen zu lassen, um so eine
moeglichst grosse Reichhaltigkeit an Klaengen zu erzielen.

Die Regeln des Tanka wurden schon 700 Jahre vor unserer Zeitrechnung
durch Sosano-Ono-Mikoto, einen Dichter des heroischen Zeitalters,
fixiert. Im Jahre 905 nach Christi Geburt wurden sie durch den Dichter
Tsurayuki, den ersten Minister der Poesie unter Kaiser Daigo, in der
Vorrede zu jener beruehmten ersten grossen Anthologie, welche sich
Manyoshu nennt, befestigt. Diese Regeln wurden nie einer Veraenderung
unterworfen und sind heute genau dieselben wie vor 2600 Jahren. In
alten Zeiten pflegte man auch mehrere Utas zu laengeren Gedichten
zusammenzusetzen (Naga-Uta). Seit dem sechzehnten Jahrhundert
beschraenkte man sich, besonders in Scherzgedichten, nicht selten auf
die ersten drei Zeilen eines Uta, um Gedichte von besonders
epigrammatischer Kuerze zu bilden. Das sind die einzigen Varianten der
alten Form,--wenn man von Formvarianten hier ueberhaupt sprechen kann.

Die ausserordentliche Kuerze des Uta oder Tanka hat ihre Nachteile. Die
Dichter wollen moeglichst viel in einem solchen Kurzgedicht ausdruecken
und werden nicht selten dunkel durch uebertriebene Kondensierung.
Kommentatoren haben alte beruehmte Tankas immer wieder ausgelegt, und
ueber den Sinn so mancher Gedichte aus klassischer Zeit hat man sich
bis heute nicht einig werden koennen.

Die Bluetezeit der japanischen Lyrik liegt weit zurueck. Die erste
klassische Epoche wird repraesentiert durch die schon erwaehnte grosse
Anthologie Manyoshu ("Sammlung der Myriaden Blaetter"), die vermutlich
durch den Sammeleifer des Dichters Yakamochi zusammengebracht und im
Jahre 759 abgeschlossen wurde. Sie vereinigt in 20 Buechern 4500
Gedichte; aus der grossen Zahl der in ihr vertretenen Dichter ragen
neben Yakamochi vor allem der Elegiker Hitomaro, der Landschafter
Akahito und der Realist Okura hervor. Hitomaro gilt in Japan als der
groesste Dichter der Nation. Man hat ihm Tempel errichtet, und sein
Leben, von dem man wenig weiss, ist durch die Legende phantastisch
ausgeschmueckt worden. Es geht das Geruecht, ein Poet brauche nur
Hitomaro anzurufen, um ein gutes Gedicht bilden zu koennen.

Die Dichter der bald folgenden zweiten, "goldenen" klassischen Epoche
sind uns in einer anderen, 1100 Gedichte umschliessenden Anthologie,
im Kokinshu ("Sammlung alter und neuer Gedichte") erhalten, das im
Auftrage des Kaisers Daigo durch den Dichter Tsurayuki gesammelt und
im Jahre 905 beendet wurde. Hier sind neben dem zarten Tsurayuki
besonders der mannhafte Henjo und der schwermuetige Prinz Narihira zu
nennen, dessen hervorragende koerperliche Schoenheit noch heute
sprichwoertlich in Japan ist.

Manyoshu und Kokinshu sind die wichtigsten aller japanischen
Anthologien, deren spaeter, zumeist auf Veranlassung der Kaiser, noch
viele hergestellt wurden. Auch die Lieder unseres Buches gehen zum
grossen Teil auf jene beiden unerreichten klassischen Sammlungen
zurueck.

Der Bluete folgte ein trostloser Verfall. Hundert Jahre etwa hielt sich
die Dichtung noch auf einem wuerdigen Niveau, dann gelangte ein oeder,
pedantischer Formalismus zur Herrschaft und legte alle freien
poetischen Regungen jahrhundertelang in Fesseln. Das Versemachen wurde
als eine erlernbare Beschaeftigung betrachtet, die man nach bestimmten
starren Zunftgesetzen auszuueben hatte, wie es ja auch in Deutschland
eine Zeitlang Sitte war. Auch in Japan wurden, genau wie bei uns,
Saengerwettstreite (Uta-Awase) veranstaltet, die sich uebrigens bis in
die neueste Zeit erhalten haben und die eine allgemeine Veredelung der
Poesie im Lande bezwecken sollten, waehrend sie in Wirklichkeit gerade
das Gegenteil zur Folge hatten. Sogar den Frauen wurden solche
Sangeswettstreite eingeraeumt, auf denen zumeist recht alberne Themata
zu Utas poetisch "verarbeitet" wurden. Der Preis der Sieger bestand
darin, dass ihre Poesien dem Kaiserpaare vorgelesen und zugleich mit
den eigenen Gedichten des Kaisers oder der Kaiserin veroeffentlicht
wurden.

Die eigentliche Entwickelung der japanischen Literatur seit der
klassischen Zeit bis heute hat dem Roman und dem Drama gegolten, aber
nicht der Lyrik. Motoori Norinaga, eine energische Kaempfernatur, die
man etwa mit Lessing vergleichen kann, hat sich gegen Ende des
achtzehnten Jahrhunderts leidenschaftlich bemueht, dem schrecklichen
Formelwesen der japanischen Liederdichtung ein Ende zu bereiten; sein
Streben war auch von einigen Erfolgen begleitet, aber eine wirkliche
Bluete hat die japanische Lyrik bis heute nicht wieder zu erreichen
vermocht, auch nicht durch jene von Europa beeinflussten
revolutionaeren Versuche, dem Versbau neue Formen zu erschliessen, die
von einigen kuehnen Dichtern der letzten Zeit ausgegangen sind.

Was die Nachdichtungen des vorliegenden Bandes angeht, so habe ich,
obwohl ein Freund konzentrierten Ausdrucks, erst in zweiter Linie auf
Knappheit der Form gehalten und vor allem der Klarheit und
Durchsichtigkeit mich befleissigt. Haette ich ueberall die Knappheit der
Originale beibehalten wollen, so waere ich oft gezwungen gewesen, den
Gedichten erklaerende Fussnoten beizugeben, und auf diese Weise waere
die Lektuere recht umstaendlich und ueberhaupt eine andere geworden, als
ich mir fuer diese Verse wuenschte. Mir lag daran, Gedichte zu bilden,
die durch sich selbst einen poetischen Reiz ausueben sollten, und ich
moechte hoffen, dass von der japanischen Farbe wenigstens so viel auf
sie uebergegangen ist, wie man bei derartigen Nachbildungen verlangen
muss.

Die Vorbilder fuer meine Nachdichtungen sind vor allem in der
Geschichte der japanischen Literatur von Karl Florenz zu finden; auch
die kleinen Buecher von Enderling, Hauser, Kurth und Lange habe ich
verwertet.

Hans Bethge




ANMERKUNGEN

Zur Aussprache: ch lautet wie tsch, j wie dsch, y wie deutsches j,
sh wie sch; s ist scharfer dentaler Zischlaut (wie in Hast), z weicher
dentaler Zischlaut (wie in Sohn): r ist Zungen-r.--Die Vokale sind
kurz; ei lautet wie e.

Seite 5. Fragment eines groesseren Gedichtes.

Seite 7. Dies Gedicht steht an der Spitze der Sammlung Manyoshu.

Seite 8. Muneto soll Ainos zu Vorfahren gehabt haben. Er wurde deshalb
von den Hoeflingen gehaenselt und richtete dieses Gedicht an sie.

Seite 13. Fragment eines laengeren Gedichtes an den Prinzen Takechi.

Seite 14. Ozi wurde, da er Ansprueche auf den Thron geltend machte,
gefangen genommen und auf Befehl der Kaiserin Taizyo hingerichtet, im
Alter von vierundzwanzig Jahren. Das "Truebe Lied" soll er im Angesicht
des Todes gedichtet haben.

Seite 16. Akahito steht in der Schaetzung der Japaner gleich neben
Hitomaro. Die beiden beruehmten Dichter werden "die beiden Weisen"
genannt.

Seite 35. Naniwa, von je wichtig fuer die Schiffahrt, ist das jetzige
Osaka.

Seite 37, 38. Frau Onono Komachi war ebenso beruehmt durch ihre
Dichtungen wie durch ihre Schoenheit und ihren Leichtsinn.

Seite 49. Frau Ise war die Geliebte des Kaisers Uda, dem sie auch
ins Exil folgte; sie soll nach dem Tode ihres Freundes im Elend
gestorben sein.

Seite 105. Das Yehon Chitoseyama, erschienen 1740, ist eine Sammlung
didaktisch-moralischer Gedichte.




ANORDNUNG

CHRONOLOGISCH

MOTOORI NORINAGA (1730-1801)
  Die Seele Japans. Als Motto
AUS ARCHAISCHER ZEIT
  Die schoene Nuna-Kawa-Hime
KAISERIN IWA NO HIME (4. Jahrhundert nach Chr.)
  Die Wartende
KAISER YURYAKU (451-479 nach Chr.)
  Liebeswerbung
MUNETO (7. Jahrhundert nach Chr.)
  Der Glueckliche
PRINZESSIN NUKADA (2. Haelfte des 7. Jahrhunderts)
  In Erwartung
OKURA (etwa 660-733)
  Das Elend der Welt
HITOMARO (etwa 662-709)
  Einsam
  Die Geliebte im Segelboot
  Kriegszug
OZI (663-687)
  Truebes Lied
KAISER MOMMU (697-707)
  An den Schnee
AKAHITO (Mitte des 8. Jahrhunderts)
  Der Fuji-Yama
  Betrachtung
MUSHIMARO
  Die Trauerweide
EDELDAME ISHIKAWA (8. Jahrhundert)
  Der Mond
KIBINO (gestorben 775)
  Fruehlings Ende
OKISHIMA (8. Jahrhundert)
  Fruehlings Ende
YAKAMOCHI (gestorben 785)
  In der Fremde
  Heimweh
FUJIWARA NO HIROTSUGU
  Der Bluetenzweig
TABITO
  Der Freund des Weines
UNBEKANNTE DICHTER aus der Sammlung MANYOSHU
    (abgeschlossen im Jahre 759):
  Am Ufer
  Bitte an den Hund
  Der Teich
  Trennung
  Vertrauen
  UEber die Heide
  Bangnis
  Die schoene Kurtisane
  Qualvolle Eifersucht
  Vergebenes Bemuehen
  Wunsch
FRAU KOMACHI (gestorben etwa 870)
  Die Traeume
  Einsam
HENJO (815-890)
  Das Lotusblatt
  Familienstolz
PRINZ NARIHIRA (825-880)
  Schwermut
  Tagelied eines Maedchens
  Liebeskummer
TOMONORI (845-905)
  Sehnsucht nach der Nachtigall
  Dauer im Wechsel
  Gleiche Sehnsucht
OCHI (9. Jahrhundert)
  Die Wildgans
OTOMO KURONUSHI (2. Haelfte des 9. Jahrhunderts)
  Fruehlingsregen
FRAU ISE (um 900)
  Betrachtung
MITSUNE (859-907)
  Truebsinn
  Heute!
  An einen Freund
TADAMINE (868-965)
  Erinnerung
  Frommer Wunsch
  Haltlos
FUKAYOBU
  Das klagende Herz
MASAZUMI
  Die allerersten Blueten
KI NO ARITOMO
  Dauernde Erinnerung
TSURAYUKI (882-946)
  Jubel
  Blueten und Herzen
  Schnee im Fruehling
  Bluetenschnee
ATSUTADA (gestorben 943)
  Seitdem ich dich liebe
  Gesteigerte Sehnsucht
UNBEKANNTE DICHTER aus der Sammlung KOKINSHU
  (abgeschlossen im Jahre 905):
  Ankunft des Fruehlings
  Liebe
  Das Alter
  Lieben und Sterben
  Das Maedchen auf der Bruecke
  Liebesqualen
  Herbst
  Schatten
  Schnee
  Immer wieder
  Schlaflos
  Unerwiderte Liebe
  Sehnsuechtiger Gedanke
  Der duftende Aermel
KANEMORI (10. Jahrhundert)
  Das Kopfkissen
  Heimliche Liebe
UNBEKANNTE KURTISANE
  Bei Betrachtung des Mondes
OKI KASSI
  Unmoeglichkeit
TERANGE
  Schwermut
SIGEYUKI
  Verzweiflung
UNBEKANNTE DICHTERIN (10. Jahrhundert)
  Die Verlassene
FRAU IZUMI SHIKIBU (um 1000)
  Noch einmal
FRAU INNO BETTO (12. Jahrhundert)
  Dieselbe Nacht
FRAU HORIKAWA (12. Jahrhundert)
  Erregung
FUJIWARA NO TOSHINARI (1113-1204)
  Jammer der Erde
SAIGYO (1118-1190)
  Gedanken
  Schwermut
  Vom Mond
  Abschied von den Blueten
  Blueten
KIUTSUNE (13. Jahrhundert)
  Das Alter
SONE NO YOSHITAKA
  Steuerlos
SAKINO DAISOJO GYOSON
  An die Kirschenblueten
PRINZ MUNENAGA (1312-1385)
  An die Wildgaense
UNBEKANNTE DICHTERIN (16. Jahrhundert)
  Liebesbrief
AUS DEM SINGSPIEL MIIDERA (17. Jahrhundert)
  Vergebenes Warten
VOLKSLIED
  Um mit dir zu leben
KURTISANE SEGAWA (18. Jahrhundert)
  Der Liebeslaut
UNBEKANNTER DICHTER (18. Jahrhundert)
  Die Weide im Wind
UNBEKANNTER DICHTER (18. Jahrhundert)
  Nach dem Bade
AUS DEM BUCHE YEHON CHITOSEYAMA (18. Jahrhundert)
  Beschraenkung
UNBEKANNTER DICHTER (18. Jahrhundert)
  Leichtes Spiel
SANDARA (18. Jahrhundert)
  Die Morgenglocke
YORIKITO (19. Jahrhundert)
  Taeuschung





End of the Project Gutenberg EBook of Japanischer Fruehling, by Hans Bethge

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We are already on our way to trying for 2000 more eBooks in 2002
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